Bachelorarbeit, 2015
37 Seiten, Note: 2,0
Geschichte Deutschlands - Erster Weltkrieg, Weimarer Republik
1. Einleitung
2. Ursachen, Verantwortung, Haupt-Mit-Alleinschuld in der Kriegsursachenforschung
3. Clarks Hauptthesen in „Die Schlafwandler“
4. Die historiographische Rezeption der Schlafwandler in Deutschland
4.1 Die Schlafwandler als Auslöser einer generationalen Kontroverse mit zwei Grundpositionen
4.2 Der Clark-Effekt als Sinnbild von „schlafwandlerischem“ Erfolg?
4.3 Fischer und Lloyd George reloaded
5. Schlussbetrachtung
6. Bibliographie
Die vorliegende Arbeit analysiert die deutsche historiographische Kontroverse, die durch die Publikation von Christopher Clarks Monographie „Die Schlafwandler“ (2012/2013) ausgelöst wurde. Das primäre Ziel besteht darin, die Polarisierung innerhalb dieser Debatte zwischen 2012 und 2014 nachzuzeichnen und zu untersuchen, inwiefern die Diskussion eine Wiederaufnahme älterer Kontroversen, wie der Fischer-Kontroverse, darstellt.
3. Clarks Hauptthesen in „Die Schlafwandler“
Der Impuls der „Schlafwandler“ von Christopher Clark aus dem englischsprachigen Ausland zeigt nun andere Ergebnisse auf und ist ähnlich Fischers Ideen Anlass zu einer deutschen historiographischen Debatte. Der so bezeichnete „Deutschlandversteher[-s]“ Clark stellt darin die Schuldfrage nicht mehr, mit der Begründung, es handle sich nicht um einen Agatha Christie-Thriller, „[…] an dessen Ende wir den Schuldigen im Wintergarten über einen Leichnam gebeugt auf frischer Tat ertappen.“ Weder im moralischen noch im rechtlichen Sinn will der Australier also die Rolle eines Richters übernehmen. Ferner kommt der „smarte Erzähler“ Clark, der in Deutschland spätestens seit der Publikation der „Schlafwandler“ kein Unbekannter mehr ist, zu dem Ergebnis, dass „Die Frage […] (nach der Schuld) bedeutungslos“ sei. Er geht sogar noch weiter und will keine Schuldreihenfolge der einzelnen Staaten festlegen, sondern eher die Frage nach dem „Wie?“ als nach dem „Warum?“ untersuchen, da erstere dazu auffordere „die Abfolge der Interaktionen näher zu untersuchen, die bestimmte Ergebnisse bewirkten“, anstatt „nach fernen und nach Kategorien geordneten Ursachen zu suchen […]“. Trotzdem sei die Frage nach der Verantwortung, der er sich am Schluss eingehend stellt, „nicht obsolet“.
Den Kriegsausbruch bezeichnet Clark als (europäische) „Tragödie“, ein Schicksalsdrama also, kein (deutsches) „Verbrechen“. Eine „Tatwaffe“, so der Autor weiter mit dem Schlagwort, das an eine kriminalistische Untersuchung à la Miss Marple erinnert, finde sich in den Händen jeden Akteurs der Vorkriegszeit. Er will sich stattdessen mit dem internationalen Geflecht von Ursachen beschäftigen. Im Titel wie auch am Ende der voluminösen Monographie wird darauf hingewiesen, es handle sich bei den „Protagonisten von 1914“, den „Schlafwandlern“, gewissermaßen um unsere Zeitgenossen aufgrund der Eurokrise.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt Christopher Clark als Historiker vor und bettet sein Werk „Die Schlafwandler“ in den Kontext des 100. Jahrestags des Ersten Weltkriegs sowie der damit verbundenen intensiven medialen und fachwissenschaftlichen Debatte ein.
2. Ursachen, Verantwortung, Haupt-Mit-Alleinschuld in der Kriegsursachenforschung: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Uneinheitlichkeit bei der Benennung des Kriegsausbruchs und setzt sich mit den Begriffen „Schuld“ und „Verantwortung“ innerhalb der historischen Forschung auseinander.
3. Clarks Hauptthesen in „Die Schlafwandler“: Hier werden die zentralen Thesen Clarks vorgestellt, insbesondere seine Abkehr von der klassischen Schuldfrage hin zu einer prozessorientierten Analyse internationaler Interaktionen.
4. Die historiographische Rezeption der Schlafwandler in Deutschland: Das Hauptkapitel analysiert die gespaltene Reaktion der deutschen Geschichtswissenschaft auf Clarks Werk, die von Bewunderung für seinen Stil bis zu scharfer Kritik an seiner Interpretation der deutschen Rolle reicht.
4.1 Die Schlafwandler als Auslöser einer generationalen Kontroverse mit zwei Grundpositionen: Dieser Unterpunkt untersucht die ideologische Spaltung in Befürworter („Revisionisten“) und Kritiker des Werks.
4.2 Der Clark-Effekt als Sinnbild von „schlafwandlerischem“ Erfolg?: Hier wird der außergewöhnliche mediale und wirtschaftliche Erfolg des Buches in Deutschland analysiert.
4.3 Fischer und Lloyd George reloaded: Dieser Abschnitt thematisiert die Instrumentalisierung älterer Thesen, wie die von Fritz Fischer oder David Lloyd George, im aktuellen Streitgespräch.
5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass die Debatte um „Die Schlafwandler“ weniger eine wissenschaftliche Revolution darstellt, als vielmehr einen modernen Kommunikationsraum über Erinnerungskultur und Identität.
6. Bibliographie: Das Verzeichnis der verwendeten Quellen und Literatur.
Erster Weltkrieg, Christopher Clark, Die Schlafwandler, Kriegsschuldfrage, Historiographie, Deutschland, Julikrise, Fischer-Kontroverse, Rezeptionsanalyse, Erinnerungskultur, Deutsche Reich, Ursachenforschung, Medienhype, Revisionismus, Politische Kontroverse.
Die Arbeit befasst sich mit der Rezeption der Monographie „Die Schlafwandler“ von Christopher Clark in der deutschen Geschichtswissenschaft und den Medien zwischen 2012 und 2014.
Zentrale Themen sind die „Kriegsschuldfrage“, die historiographische Debatte über die Verantwortung für den Ersten Weltkrieg und wie diese Debatte im Kontext aktueller politischer und gesellschaftlicher Ereignisse instrumentalisiert wird.
Ziel ist es, die Polarisierung und die verschiedenen Grundpositionen in der wissenschaftlichen und medialen Auseinandersetzung um Clarks Thesen zu identifizieren und zu analysieren.
Die Arbeit geht deduktiv vom Allgemeinen zum Besonderen vor und nutzt eine Rezeptionsanalyse von Zeitungsartikeln, Rezensionen und Fachpublikationen.
Der Hauptteil analysiert die Debatte um die „Schlafwandler“ als Auslöser einer generationalen Kontroverse, den Erfolg des Autors in Deutschland sowie die Rückgriffe auf ältere Kontroversen wie die Fischer-Debatte.
Kriegsschuldfrage, Christopher Clark, „Die Schlafwandler“, Historiographie, Revisionismus, Erinnerungskultur und der Erste Weltkrieg.
Das Werk wird als irritierend wahrgenommen, da es einerseits beeindruckend recherchiert ist, andererseits aber in seiner Argumentation als kurzschlüssig oder in Bezug auf die deutsche Rolle als einseitig empfunden wird.
Die Autorin sieht im „Clark-Effekt“ einen vor allem durch mediale Mechanismen und die moralisierungsfähige Art von Clarks Thesen beförderten Erfolg, der stark mit aktuellen deutschen Befindlichkeiten korrespondiert.
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