Magisterarbeit, 2004
79 Seiten, Note: 2,0
1. Einführung S. 3
1.1 Fragestellung S. 5
1.2 Stand der Forschung S. 8
2. Mittelmeerpolitik: Vom kolonialen Erbe zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit S. 10
2.1 Das Mittelmeer als außenpolitischer Handlungsraum der „Zivilmacht“ Europa S. 10
2.2 Die geostrategische Bedeutung des Mittelmeerraums S. 13
3 Die Mittelmeerpolitik: Regionale und globale Herausforderungen S. 15
3.1 Wandel im internationalen System S. 15
3.2 Der europäische Integrationsprozess S. 16
3.3 Die Europäisierung der Mittelmeerpolitik S. 19
3.4 Die politischen und ökonomischen Entwicklungen in den MDL S. 21
3.4.1 Regionaler Zusammenschluss in Nordafrika S. 21
3.5 Die europäische Mittelmeerstrategie: Neue Orientierung S. 24
4. Die Euro-mediterrane Partnerschaft: Erfolgschancen und Hindernissen S. 25
4.1 Grundlage der zukünftigen Partnerschaft S. 25
4.2 Genese der Euro-Mediterranen Partnerschaft S. 28
4.3 Struktur und Konzeption des Barcelona-Prozesses S. 29
5. Herausforderungen und Perspektiven des Barcelona-Prozesses S. 32
5.1 Politische und Sicherheitspartnerschaft: Interessen und Zielkonflikte S. 33.
5.1.1 Demokratisierung oder Stabilisierung? S. 33
5.1.2 Der Nahostkonflikt: Hindernis für die EU-Mittelmeerpolitik S. 36
5.2 Wirtschafts- und Finanzpartnerschaft: Schaffung einer Zone gemeinsamen Wohlstandes? S. 41
5.2.1 Ökonomische Asymmetrie im Schatten des Freihandels S. 42
5.2.2 Die Islamische Herausforderung? S. 49.
5.2.3 Auswirkungen und Perspektiven einer Freihandelszone S. 54
5.3 Partnerschaft im kulturellen, sozialen und menschlichen Bereich S. 57.
5.3.1 Ziele und Instrumente
5.3.2 Zivilgesellschaft: Demokratisierung von unten? S. 61.
5.3.3 Partnerschaft zwischen Dialog und Feindbild S. 64.
6. Schlussbetrachtung S. 67.
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen und Perspektiven der Euro-Mediterranen Partnerschaft im Kontext des Barcelona-Prozesses, wobei sie das Spannungsverhältnis zwischen europäischer Dominanz und partnerschaftlicher Kooperation untersucht und fragt, ob diese Initiative geeignet ist, Stabilität und Wohlstand in der Region zu fördern.
Die geostrategische Bedeutung des Mittelmeerraums
Auf den Mittelmeerraum sind die Großmächte keineswegs erst mit dem Ausbruch des kalten Kriegs aufmerksam geworden. Schon 1902 vertrat der amerikanische Admiral Alfred Mahan die Einsicht, dass ein konflikthafter Zustand in den Subregionen des Mittelmeers nur vermieden werden könne, wenn die ganze Region in den Herrschaftsbereich einer dominierenden Macht einbezogen werde. Während des Kalten Kriegs aber gewann diese Ansicht an Bedeutung. Mit dem Aufbau der US-Luftwaffenstützpunkte im Maghreb und der Sicherung der Südflanke durch die Nato-Stützpunkte gelang es der westlichen Allianz, ihre Dominanz gegenüber der Sowjetunion geltend zu machen. Dabei spielte nicht nur die Containment-Politik eine Rolle, sondern auch die soliden Handelsbeziehungen (coopération privilégiée) der südlichen und östlichen Länder des Mittelmeers mit der EG haben die Dominanz der USA in der Region begünstigt.
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die historische Verflechtung Europas mit dem Mittelmeerraum und skizziert den Übergang von einer kolonialen Vergangenheit hin zu neuen Herausforderungen durch den Islamismus und wirtschaftliche Asymmetrien.
2. Mittelmeerpolitik: Vom kolonialen Erbe zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit: Dieses Kapitel untersucht die Entwicklung der frühen Mittelmeerpolitik der EG als Instrument außenpolitischer Einflussnahme und deren theoretische Fundierung als „Zivilmacht“.
3 Die Mittelmeerpolitik: Regionale und globale Herausforderungen: Der Fokus liegt auf dem Wandel im internationalen System nach dem Kalten Krieg und den daraus resultierenden sicherheitspolitischen und ökonomischen Anforderungen an die EU.
4. Die Euro-mediterrane Partnerschaft: Erfolgschancen und Hindernissen: Hier wird die Genese des Barcelona-Prozesses und die strukturelle Konzeption der Partnerschaft als multilaterales Rahmenwerk analysiert.
5. Herausforderungen und Perspektiven des Barcelona-Prozesses: Dieses zentrale Kapitel behandelt detailliert die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Säulen der Partnerschaft sowie die damit verbundenen Zielkonflikte, insbesondere im Hinblick auf den Nahostkonflikt und die Demokratisierungsbestrebungen.
6. Schlussbetrachtung: Das Fazit bewertet kritisch die Implementierung des Barcelona-Prozesses und die Diskrepanz zwischen den hehren Zielen der EU und den realpolitischen Ergebnissen.
Barcelona-Prozess, Euro-Mediterrane Partnerschaft, Mittelmeerpolitik, Europäische Union, MDL, Sicherheitspolitik, Freihandelszone, Demokratisierung, Islamismus, Zivilgesellschaft, Nahostkonflikt, Zivilmacht, wirtschaftliche Asymmetrie, Migration, Krisenmanagement.
Die Arbeit untersucht die europäische Mittelmeerpolitik und den im Jahr 1995 ins Leben gerufenen Barcelona-Prozess. Sie analysiert, wie die EU versucht, durch ein multilaterales Partnerschaftsmodell Stabilität und wirtschaftlichen Wohlstand im südlichen und östlichen Mittelmeerraum zu fördern.
Die zentralen Themen umfassen die sicherheitspolitische Architektur, die wirtschaftliche Integration durch eine Freihandelszone, die Demokratisierungsanstrengungen der EU sowie die Rolle des interkulturellen Dialogs angesichts zunehmender gesellschaftlicher Spannungen.
Das primäre Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der partnerschaftlichen Rhetorik der EU und der tatsächlichen Implementierung ihrer Mittelmeerstrategie aufzudecken, insbesondere im Spannungsfeld zwischen Dominanz und einer echten Zusammenarbeit mit den Mittelmeerdrittländern (MDL).
Der Autor führt eine politikwissenschaftliche Analyse durch, die auf der Auswertung von offiziellen EU-Dokumenten, internationalen Verträgen sowie einer umfassenden Literaturrecherche zu den euro-mediterranen Beziehungen und sicherheitspolitischen Diskursen basiert.
Im Hauptteil werden die politische und Sicherheitspartnerschaft, die Herausforderungen der Wirtschafts- und Finanzpartnerschaft, der Umgang mit dem Islamismus sowie die Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure als Instrumente für Demokratisierungsprozesse untersucht.
Wichtige Begriffe sind Barcelona-Prozess, Zivilmacht Europa, Freihandelszone, Demokratisierungsdefizite, Sicherheitsrisiken im Mittelmeer und das Konzept der Euro-Mediterranen Partnerschaft.
Der Autor konstatiert, dass der festgefahrene Nahostkonflikt ein zentrales Hindernis für die EU-Mittelmeerpolitik darstellt, da er die sicherheitspolitische Zusammenarbeit lähmt und die EU-Initiativen durch die unterschiedlichen Interessen der Konfliktparteien und der USA oft überlagert werden.
Die Arbeit führt aus, dass Versuche einer „Demokratisierung von unten“ an den autokratischen Machtstrukturen der MDL sowie an dem Misstrauen gegenüber westlicher Einflussnahme scheitern, weshalb diese Programme oft politisch wirkungslos bleiben oder umstrukturiert werden müssen.
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