Masterarbeit, 2015
83 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung und Problemstellung
1.1 Das Problem BEPS (Base Erosion and Profit Shifting)
1.2 BEPS in der Digitalen Wirtschaft (Maßnahme 1 des BEPS-Aktionsplans)
1.3 Problemstellung der Arbeit
2 International gültige Besteuerungsprinzipien
2.1 Allgemeines
2.2 Gerechtigkeit
2.3 Neutralität
2.4 Flexibilität
2.5 Effizienz
2.6 Rechtsklarheit und Rechtssicherheit
2.7 Fairness und Effektivität
3 Wesensmerkmale der Digitalen Wirtschaft, die BEPS begünstigen
3.1 Allgemeines
3.2 Neue Geschäftsmodelle (Characterisation)
3.2.1 Allgemeines
3.2.2 E-Commerce
3.2.3 Werbung
3.2.4 Cloud Computing
3.2.5 3D-Drucken
3.3 Mobilität
3.3.1 Mobilität von Geschäftsfunktionen (Nexus)
3.3.2 Mobilität immaterieller Werte (Intangibles)
3.4 Daten (Data)
4 Identifizierte BEPS-Probleme in der Digitalen Wirtschaft im Markt- bzw. Quellenstaat Deutschland
4.1 Einkünftequalifikation (Characterisation)
4.1.1 Allgemeines
4.1.2 E-Commerce
4.1.3 Werbung
4.1.4 Cloud Computing
4.1.5 3D-Drucken
4.1.6 Big Data
4.2 Anknüpfungspunkt (Nexus)
4.2.1 Die beschränkte Steuerpflicht
4.2.2 Der Betriebsstättenbegriff
4.2.3 (Mobile) Endgeräte als Betriebsstätten?
4.2.4 Datenleitungen als Betriebsstätten?
4.2.5 Internet-Server und Clouds als Betriebsstätten?
4.2.6 Lager als Betriebsstätten?
4.2.7 Dienstleistungen als Betriebsstätten?
4.2.8 Zwischenfazit
4.3 Lizenzerträge vs. Lizenzaufwendungen (Intangibles)
4.4 Elektronische Datenerhebungen (Data)
5 Lösungsansätze gegen BEPS in der Digitalen Wirtschaft im Markt- bzw. Quellenstaat Deutschland
5.1 Unilaterale Lösungsansätze
5.1.1 Aufnahme der E-Commerce-Gewinneinkünfte in § 49 EStG? (Nexus)
5.1.2 Einführung einer Lizenzbox vs. einer Lizenzschranke? (Intangibles)
5.2 Multilaterale Lösungsansätze
5.2.1 Überprüfung der Betriebsstättenbegriffs in Art. 5 OECD-MA? (Nexus)
5.2.1.1 Streichung der „Auslieferungsbetriebsstätte“ in Art. 5 Abs. 4 OECD-MA?
5.2.1.2 Reduktion der Betriebsstättenausnahmen in Art. 5 Abs. 4 OECD-MA auf Vorbereitungs- oder Hilfsbetriebsstätten gemäß Art. 5 Abs. 4 Buchstabe e OECD-MA?
5.2.1.3 Streichung sämtlicher Betriebsstättenausnahmen in Art. 5 Abs. 4 OECD-MA?
5.2.2 Einführung eines neuen Nexus‘ „erhebliche digitale Präsenz“? (Nexus)
5.2.3 Einführung eines neuen Nexus‘ „erhebliche Präsenz“? (Nexus)
5.2.4 Einführung einer Abgeltungsteuer auf digitale Transaktionen? (Nexus)
5.2.5 Einführung einer sog. „Bandbreiten-, Bit- bzw. Datensteuer“? (Data)
6 Fazit
Die Arbeit untersucht die steuerlichen Herausforderungen, die durch die digitale Wirtschaft entstehen, und analysiert, wie diese zur Gewinnverkürzung und Gewinnverlagerung (BEPS) beitragen. Das zentrale Forschungsziel ist die Identifizierung ertragsteuerlicher Probleme in Deutschland und die kritische Diskussion potenzieller nationaler sowie internationaler Lösungsansätze.
3.2.1 Allgemeines
Sowohl die rasant fortschreitende Internet- und Telekommunikationstechnologie, als auch die sinkenden Kosten für deren Nutzung fördern das Aufkommen neuer Unternehmen mit neuen Internet-Geschäftsmodellen. Langfristiger Unternehmenserfolg verlangt nachhaltige Investitionen in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen sowie unter Umständen in die Akquisition junger Start-Up Unternehmen mit innovativen Ideen, bevor diese schnell selbst zu starken Mitbewerbern heranwachsen. Wie schnell ein Start-Up zum Global Player heranwachsen kann zeigt z.B. das 2008 gründete E-Commerce-Unternehmen Zalando GmbH, welches ihr Geschäftsjahr 2014 als Zalando SE mit einem Umsatz i.H.v. 2,2 Mrd. Euro und einem Jahresüberschuss i.H.v. 35,7 Mio. Euro abschloss. Ein Gegenbeispiel stellt das Warenhaus-, Versandhandel- und Touristikunternehmen Arcandor AG dar, welches 2009 trotz Milliardenumsätzen Insolvenz anmelden musste.
1 Einleitung und Problemstellung: Diese Einleitung führt in das Problem der Gewinnverkürzung und Gewinnverlagerung (BEPS) im Kontext multinationaler Unternehmen und der digitalen Wirtschaft ein und formuliert die Problemstellung der Arbeit.
2 International gültige Besteuerungsprinzipien: Hier werden die maßgeblichen Besteuerungsprinzipien erläutert, welche die Basis für die weitere Analyse der steuerlichen Auswirkungen bilden.
3 Wesensmerkmale der Digitalen Wirtschaft, die BEPS begünstigen: Dieses Kapitel identifiziert die technologischen und wirtschaftlichen Merkmale, wie neue Geschäftsmodelle, Mobilität und Daten, die BEPS-Strategien in der digitalen Ära ermöglichen.
4 Identifizierte BEPS-Probleme in der Digitalen Wirtschaft im Markt- bzw. Quellenstaat Deutschland: Es werden konkrete ertragsteuerliche Probleme in Deutschland analysiert, wobei ein Schwerpunkt auf der Einkünftequalifikation und dem Anknüpfungspunkt der Betriebsstätte liegt.
5 Lösungsansätze gegen BEPS in der Digitalen Wirtschaft im Markt- bzw. Quellenstaat Deutschland: Dieses Kapitel diskutiert sowohl unilaterale als auch multilaterale Ansätze, um den Herausforderungen der digitalen Besteuerung zu begegnen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die vorgestellten Lösungsansätze vor dem Hintergrund der bestehenden internationalen Steuerordnungen.
BEPS, Digitale Wirtschaft, Gewinnverkürzung, Gewinnverlagerung, Betriebsstätte, Besteuerung, E-Commerce, Cloud Computing, Lizenzgebühren, Quellenstaat, Anknüpfungspunkt, OECD-Musterabkommen, Steuerplanung, Ertragsteuer, Unternehmensbesteuerung
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, die die digitale Wirtschaft an das internationale Steuersystem stellt, insbesondere in Bezug auf die Gewinnverkürzung und Gewinnverlagerung (BEPS).
Zu den zentralen Themen zählen die steuerliche Einordnung neuer Geschäftsmodelle, die Definition und Problematik des Betriebsstättenbegriffs sowie verschiedene Ansätze zur nationalen und internationalen Steuerreform.
Das Ziel der Arbeit ist es, die spezifischen BEPS-Probleme der digitalen Wirtschaft für den Standort Deutschland zu identifizieren und die Effektivität möglicher Lösungsansätze kritisch zu evaluieren.
Die Arbeit nutzt eine rechtswissenschaftliche und ökonomische Analyse bestehender Besteuerungsprinzipien, Gesetzesmaterialien und OECD-Leitlinien, um die Problematik der Betriebsstättenbesteuerung bei digitalen Geschäftsmodellen zu durchleuchten.
Der Hauptteil behandelt die Wesensmerkmale der digitalen Wirtschaft (Kapitel 3), identifiziert spezifische steuerliche Probleme in Deutschland (Kapitel 4) und diskutiert unilaterale sowie multilaterale Lösungsansätze (Kapitel 5).
Die Arbeit fokussiert sich vor allem auf Begriffe wie BEPS, Digitale Wirtschaft, Betriebsstätte, Gewinnverlagerung, Quellenstaat und OECD-Musterabkommen.
Die Herausforderung liegt darin, dass Cloud Computing hochgradig mobil ist und oft ohne physische Präsenz in einem Marktstaat auskommt, was die Anwendung traditioneller Betriebsstättenkonzepte, die auf physischen Einrichtungen basieren, erschwert.
Das Nutzenprinzip postuliert, dass Staaten den Nutzen besteuern dürfen, den Steuerpflichtige aus staatlich gewährten Leistungen (wie Infrastruktur, Rechtssicherheit oder Arbeitskräften) in ihrem Territorium ziehen.
Der Autor steht dieser Idee kritisch gegenüber und führt an, dass sie kaum praktikabel, schwer überwachbar und zudem nicht mit dem Leistungsfähigkeitsprinzip vereinbar ist.
Es bildet den Dreh- und Angelpunkt der Argumentation, da das deutsche Steuerrecht und die Doppelbesteuerungsabkommen maßgeblich auf diesem Prinzip aufbauen, um das Besteuerungsrecht zwischen Staaten aufzuteilen.
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