Masterarbeit, 2014
107 Seiten, Note: 1,5
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
I.) Einleitung
II.) Konzepte vor der Quantentheorie – Das historische und das klassische Vakuum
II.1) Historischer Abriss
II.1.1) Aristoteles „horror vacui“
II.1.2) Eduard von Guericke und der experimentelle Nachweis des luftleeren Raumes
II.1.3) Die Theorie des Lichtäthers
II.2) Das „klassische“ Vakuum
II.2.1) Die Zurückweisung des Äthers
II.2.2) Grundsätzliche Annahmen der speziellen und allgemeinen Relativitätstheorie
II.2.3) Das Vakuum in der Relativitätstheorie
III.) Konzepte der Quantentheorie – Vom Dirac-Vakuum zum Quantenfeldvakuum
III.1) Das Dirac-Vakuum
III.1.1) Grundsätzliche Annahmen der Quantentheorie
III.1.2) Erste Ansätze einer Verbindung der Quantentheorie und der Relativitätstheorie
III.1.3) Die Dirac-„Hole-Theory“
III.1.4) Das resultierende Dirac-Vakuum
III.2) Vom Quantenvakuum zum Quantenfeldvakuum
III.2.1) Probleme des Dirac-Vakuums
III.2.2) Ein „Rettungsversuch“ – Die Quantisierung und die Zweitquantisierung
III.3) Das Quantenfeldvakuum (Aktueller Stand der Physik)
III.3.1) Grundsätzliche Annahmen der Quantenfeldtheorie
III.3.2) Die Feldquantisierung
III.3.3) Das Vakuum der Quantenfeldtheorie
IV.) Das Quantenfeldvakuum und die vorläufigen Vakuumkonzepte – Ein kritischer Vergleich
IV.1) Mögliche Probleme des Quantenfeldvakuums
IV.1.1) Interpretationsprobleme des Quantenfeldvakuums
IV.1.2) Die Nullpunktenergie und das kosmologische Konstanten – Problem
IV.1.3) Mathematische Probleme des Quantenfeldvakuums
IV.1.4) Das ontologische Problem der Quantenfeldtheorie
IV.2) Das Konzept und die Methode des Quantenfeldvakuums im Vergleich
IV.2.1) Die Vakuumkonzepte in einem Vergleich bezüglich ihres Aufbaus und ihrer Vorgehensweise
IV.2.2) Die Vakuumkonzepte in einem Vergleich hinsichtlich der Interpretationsprobleme
IV.2.3) Die Nullpunktenergie in einem Vergleich hinsichtlich der Vakuumkonzepte
V.) Fazit - Wie leer ist das Quantenfeldvakuum und was hat sich seit Aristoteles verändert?
Die vorliegende Arbeit untersucht das physikalische Vakuum in seiner historischen Entwicklung bis zum heutigen Stand des Quantenfeldvakuums. Das zentrale Ziel ist es zu klären, ob das Vakuum als ein absolutes "Nichts" begriffen werden kann oder ob es eine substanzielle Komponente besitzt, wobei kritisch hinterfragt wird, ob das heutige Konzept des Quantenfeldvakuums tatsächlich die endgültige Antwort darstellt oder ob ein konzeptionelles Umdenken in Physik und Philosophie erforderlich ist.
II.1.1) Aristoteles „horror vacui“
Wie bereits angesprochen findet man schon konkrete Hinweise auf die Frage nach dem „Nichts“ im fünften vorchristlichen Jahrhundert. Damals bildeten sich vor allem zwei verschiedene Schulen: Die Anhänger der so genannten Kontinuumslehre sowie die der atomistischen Lehre. Aristoteles gehörte der kontinuumstheoretischen Schule an, die der Auffassung war, dass das Nichts (das Vakuum) nicht vorstellbar erschien. Der hier vertretenen philosophischen Theorie nach wäre die Welt aus den vier Elementen Erde, Wasser, Feuer und Luft aufgebaut. Alle diese Elemente hängen nach Aristoteles` Auffassung kontinuierlich und lückenlos zusammen, durchdringen unsere (einzige) Welt, ohne auch nur eine einzige Lücke freizulassen. Allein der Begriff des Raumes wurde von Aristoteles aufgrund der Welterfüllung durch die vier Elemente bereits abgelehnt. Er glaubte dabei bewiesen zu haben, dass der Raum an sich nicht existiert und folgerte daraus, dass es auch keinen leeren Raum geben kann. Aristoteles sprach also dem leeren Raum die Existenz ab. Dies tat er, indem er annahm, dass der Raum an sich nicht existiert, der als Behälter der Materie dienen kann.
I.) Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass das Vakuum über die Zeit hinweg zahlreiche Umbrüche erfahren hat und eine bis heute nicht eindeutig geklärte Thematik darstellt.
II.) Konzepte vor der Quantentheorie – Das historische und das klassische Vakuum: Dieses Kapitel betrachtet die historischen Auffassungen von Aristoteles über Guericke bis hin zur Äthertheorie und dem klassischen Vakuum der Relativitätstheorie.
III.) Konzepte der Quantentheorie – Vom Dirac-Vakuum zum Quantenfeldvakuum: Der Hauptteil beschreibt die Entwicklung des Vakuumbegriffs durch die Quantentheorie, ausgehend vom Dirac-Vakuum bis hin zum aktuellen Stand der Quantenfeldtheorie.
IV.) Das Quantenfeldvakuum und die vorläufigen Vakuumkonzepte – Ein kritischer Vergleich: Hier erfolgt eine tiefgreifende kritische Auseinandersetzung mit den Problemen des Quantenfeldvakuums und ein Vergleich mit früheren Konzepten.
V.) Fazit - Wie leer ist das Quantenfeldvakuum und was hat sich seit Aristoteles verändert?: Das Fazit stellt die zentrale Frage erneut und postuliert die Notwendigkeit eines Umdenkens in der Philosophie und Physik hinsichtlich der Ontologie des Vakuums.
Vakuum, Quantenfeldvakuum, Dirac-Vakuum, Nullpunktenergie, Quantenfluktuationen, Äther, Relativitätstheorie, Quantenfeldtheorie, Horror vacui, Virtuelle Teilchen, Ontologie, Kosmologische Konstante, Feldquantisierung, Zweitquantisierung, Teilchen-Antiteilchen-Symmetrie
Die Master-Thesis beschäftigt sich mit der physikalischen und philosophischen Definition des Vakuums und der Frage, ob dieses als ein "Nichts" oder als substanzieller Zustand zu verstehen ist.
Die Arbeit deckt die historische Entwicklung des Vakuumbegriffs ab, von antiken Vorstellungen über die klassische Physik bis hin zur modernen Quantenfeldtheorie.
Das Ziel ist die Klärung, ob das heutige Modell des Quantenfeldvakuums die korrekte Beschreibung liefert und welche konzeptionellen Probleme und Inkonsistenzen bei der Definition bestehen.
Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse wissenschaftstheoretischer Konzepte, ergänzt durch eine kritische historische Untersuchung der physikalischen Theorienbildung.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den mathematischen und interpretatorischen Übergängen von der Quantenmechanik zur Quantenfeldtheorie sowie mit den spezifischen Problemen, die das Dirac-Vakuum und das Quantenfeldvakuum aufwerfen.
Zu den prägenden Begriffen zählen unter anderem Quantenfluktuationen, Nullpunktenergie, Dirac-See, Renormalisierung und die ontologische Problematik des Vakuums.
Es verdeutlicht eine Diskrepanz zwischen der theoretisch erwarteten Vakuumenergie und der beobachteten Realität des Universums, was die Konsistenz der Quantenfeldtheorie grundlegend in Frage stellt.
Virtuelle Teilchen entstehen durch Quantenfluktuationen und machen das Vakuum der Quantenfeldtheorie zu einem dynamischen, keineswegs leeren "Medium", was im Widerspruch zur klassischen Vorstellung eines "Nichts" steht.
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