Diplomarbeit, 2004
66 Seiten, Note: 1.3
1 Einleitung
2 Das Teilzeit- und Befristungsgesetz – TzBfG
2.1 Die Europäische Richtlinie
2.2 Umsetzung in das Deutsche Recht
2.3 Entwicklung und Empirie der Teilzeitarbeit in Deutschland
3 Arbeitsangebot
3.1 Das Grundmodell – Die Nutzenfunktion der Haushalte
3.2 Veränderung der Arbeitsanreize durch Transferzahlungen
3.2.1 Die Zahlung von Arbeitslosengeld
3.2.1.1 Voraussetzung für den Erhalt des Transfers
3.2.1.2 Anreiz zur Wiederaufnahme einer Beschäftigung
3.2.2 Grundkonzeption der Arbeitslosenhilfe in Deutschland
3.2.3 Die Zahlung von Sozialhilfe
3.2.3.1 Grundkonzeption und Struktur der Sozialhilfe
3.2.3.2 Lohnabstand und Transferentzugsrate – ein Arbeitsanreiz?
3.2.3.3 Sozialhilfe – der Mindestlohn für Deutschland?
3.2.3.4 Arbeitslosen- und Sozialhilfe im Vergleich
3.2.4 Arbeitsangebot des Zweitverdieners – Die Haushaltstheorie
3.3 Zwischenfazit
4 Arbeitsnachfrage
4.1 Produktionsfunktion der Unternehmen
4.1.1 Anpassungsreaktionen bei Lohnerhöhungen
4.1.1.1 Kurzfristige Arbeitsnachfragefunktion
4.1.1.2 Langfristige Arbeitsnachfragefunktion
4.1.2 Anpassungskosten mit der Wirkung auf die Arbeitsnachfrage
4.1.2.1 Das Optimale Beschäftigungsvolumen
4.1.2.2 Erhöhung der Grenzproduktivität durch Weiterbildung
4.2 Arbeitszeitverkürzung
4.2.1 Arbeitszeitverkürzung und Lohnausgleich
4.2.2 Empirische Evidenz
4.3 Mögliche Produktivitätseffekte der Arbeitszeitverkürzung
4.4 Kompensationsstrategien der Unternehmen bei unfreiwilliger Arbeitszeitverkürzung
4.5 Zwischenfazit
5 Das Vorbild – Die Niederlande
5.1 Der Vertrag von Wassenaar – Die Rahmenbedingungen zur Teilzeitarbeit in den Niederlanden
5.2 Mit erneutem Poldermodell aus der Krise? – Was kann Deutschland von den Niederlanden lernen?
6 Zusammenfassung und Schlußfolgerung
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Auswirkungen des Rechtsanspruchs auf Teilzeitarbeit in Deutschland, wobei insbesondere untersucht wird, ob durch eine gesetzlich forcierte Arbeitszeitverkürzung Arbeitslosigkeit abgebaut werden kann. Dabei steht die ökonomische Bewertung der Anreize auf Seiten von Arbeitgebern und (potenziellen) Arbeitnehmern unter Berücksichtigung des deutschen Sozialsystems im Mittelpunkt.
3.2.1.2 Anreiz zur Wiederaufnahme einer Beschäftigung
Ein Rückblick auf die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in Deutschland, läßt feststellen, daß die Arbeitslosenquote kontinuierlich gestiegen ist. Kritiker sprechen von einer Verfestigung der Arbeitslosigkeit, ausgelöst durch den hohen Standard an sozialen Leistungen (Schäfer, 2003, S. 5). Diese Aussage wird durch Abbildung 5 untermauert, denn die Budgetrestriktion bei Zahlung von Arbeitslosengeld ist nicht mehr ET, sondern hat sich bei Einbeziehung der Zuverdienstmöglichkeit in QRST eingeknickt. Es ist zu erkennen, daß im Punkt S ein Einkommen von C1 erzielt wird, ohne daß die zur Verfügung stehende Zeit durch ein Arbeitsleid gekürzt wird (T=L). Zusätzlich zum Transfereinkommen von TS kann ein Arbeitsloser sein monatliches Transfereinkommen mit max. 165 € auf C3, Strecke RS, erhöhen.
Übertritt der Anspruchsberechtigte diese Grenze, entfällt der gesamte Anspruch auf Unterstützung, die Budgetgerade geht somit in RQ auf die ursprüngliche Gerade ET zurück. Somit ist es für jedes rational handelnde Individuum, welches Arbeitslosengeld bezieht, nutzenmaximal, die Arbeitskraft im Bereich von L1 bis T anzubieten. Dabei ist der Nutzen von U1, durch das verminderte Arbeitsleid sowie das Arbeitslosengeld inkl. des Zuverdienstes höher, als eine Teilzeitbeschäftigung von Nichttransferbeziehern. Diese erreichen mit einem Freizeitverlust von L2 bis T eine geringere Entgelthöhe (C2) sowie einen kleineren Nutzen von U2. Daraus läßt sich schließen, daß es sehr attraktiv ist, eine Beschäftigung von unter 15 Stunden auszuüben, und zusätzlich Arbeitslosengeld zu beziehen.
1 Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, die ökonomische Bewertung des Teilzeit-Rechtsanspruchs unter Berücksichtigung des Arbeitsangebots und der Arbeitsnachfrage zu untersuchen.
2 Das Teilzeit- und Befristungsgesetz – TzBfG: Erläutert den rechtlichen Hintergrund durch die EU-Richtlinie sowie die konkrete Umsetzung und Bedeutung des deutschen TzBfG.
3 Arbeitsangebot: Analysiert theoretisch und empirisch die Arbeitsanreize für Haushalte unter dem Einfluss von Transferzahlungen wie Arbeitslosengeld und Sozialhilfe.
4 Arbeitsnachfrage: Untersucht das Verhalten von Unternehmen hinsichtlich der Arbeitsnachfrage bei Lohnerhöhungen, Anpassungskosten und Arbeitszeitverkürzungen.
5 Das Vorbild – Die Niederlande: Analysiert das niederländische Poldermodell und die Übertragbarkeit seiner Rahmenbedingungen auf die deutsche Situation.
6 Zusammenfassung und Schlußfolgerung: Fasst die Ergebnisse zusammen und zieht das Fazit, dass der Rechtsanspruch auf Teilzeit die Arbeitslosigkeit in Deutschland kaum signifikant senken kann.
Teilzeit- und Befristungsgesetz, TzBfG, Arbeitsangebot, Arbeitsnachfrage, Arbeitslosigkeit, Sozialhilfe, Arbeitslosengeld, Lohnabstand, Arbeitszeitverkürzung, Poldermodell, Niederlande, Beschäftigungspolitik, Transferentzugsrate, Anreizstruktur.
Die Diplomarbeit befasst sich mit den ökonomischen Wirkungen des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) in Deutschland und untersucht dessen Beitrag zur Senkung der Arbeitslosigkeit.
Die zentralen Felder sind die ökonomische Analyse des Arbeitsangebots der Haushalte, die Arbeitsnachfrage der Unternehmen sowie ein kritischer Vergleich mit dem niederländischen Modell der Teilzeitarbeit.
Das Ziel ist es, zu bewerten, ob ein Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit die Beschäftigungsform signifikant erhöhen und dadurch die Arbeitslosigkeit in Deutschland effektiv senken kann.
Die Arbeit nutzt mikroökonomische Standardmodelle, insbesondere Nutzenfunktionen von Haushalten, Produktionsfunktionen von Unternehmen sowie empirische Datenanalysen aus Statistiken und Fachstudien.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Arbeitsangebots und der Arbeitsnachfrage, die Auswirkungen von Sozialtransfers auf den Arbeitsanreiz sowie die Anpassungsstrategien von Unternehmen bei Arbeitszeitverkürzungen.
Wichtige Begriffe sind TzBfG, Arbeitsangebot, Arbeitsnachfrage, Sozialhilfe, Lohnabstand, Arbeitszeitverkürzung und Poldermodell.
Die Armutsfalle führt dazu, dass für Sozialhilfeempfänger der Anreiz zur Arbeitsaufnahme fehlt, da durch die Anrechnung von Erwerbseinkommen auf die Sozialhilfe der finanzielle Gewinn bei Arbeitsaufnahme zu gering ist.
Deutschland kann primär von der Kooperation in der Lohnpolitik lernen, jedoch ist eine direkte Übernahme des Modells aufgrund unterschiedlicher Renten- und Sozialsysteme sowie sektoraler Strukturen nur bedingt möglich.
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