Bachelorarbeit, 2015
72 Seiten, Note: 1,1
1 EINLEITUNG
2 UNTERSUCHUNGSRAHMEN
2.1 SICHERHEITS- UND VERTEIDIGUNGSPOLITIK IN EUROPA
2.2 DEUTSCHLANDS SICHERHEITSPOLITISCHE INTERESSEN IM KONTEXT INTERNATIONALER ORGANISATIONEN
3 DEUTSCHES MACHTSTREBEN
3.1 THEORIE DES (MODIFIZIERTEN) NEOREALISMUS
3.2 ANALYSE DES DEUTSCHEN MACHTSTREBENS
3.2.1 Deutsche Machtposition
3.2.2 Einflusspolitik innerhalb der GSVP
3.2.2.1 Teilnahme an GSVP-geführten Missionen
3.2.2.2 Strategische Stärkung der GSVP
3.3 ZUSAMMENFASSUNG
4 DEUTSCHLANDS SICHERHEITSPOLITISCHE KULTUR
4.1 DER KONSTRUKTIVISTISCHE STRATEGIC-CULTURE-ANSATZ
4.2 ANALYSE DER STRATEGISCHEN KULTUR
4.2.1 Deutsche strategische Kultur
4.2.2 Einflussnahme auf das außenpolitische Verhalten
4.2.2.1 Auslandseinsätze im Rahmen wirtschaftlicher Interessen
4.2.2.2 Die Libyen-Enthaltung
4.3 ZUSAMMENFASSUNG
5 RESÜMEE
Die Arbeit untersucht die Rolle Deutschlands bei der Fortentwicklung der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) und analysiert, inwieweit Deutschland durch einflussmaximierendes Verhalten in internationalen Organisationen seine sicherheitspolitischen Interessen verfolgt, wobei gleichzeitig der Einfluss innergesellschaftlicher Faktoren auf dieses Verhalten beleuchtet wird.
3.2.2 Einflusspolitik innerhalb der GSVP
Wie im Kapitel 3.1 ausgeführt, hängt die Form von Machtpolitik (Abwehr- oder Einflusspolitik) eines Staats im modifizierten Neorealismus davon ab, welcher Sicherheitsbedrohung dieser ausgesetzt ist. Ist die Sicherheit nicht wesentlich gefährdet, kann Einflusspolitik, unter Inkaufnahme von Autonomieverlust, betrieben werden. In der Tat wird Deutschland derzeit von keinem Staat unmittelbar bedroht; es ist umgeben von „befreundeten Staaten“ (Tognoni 2012: 156, vgl. auch BT 1996). Deutschland ist ausschließlich von Industrienationen umgeben, die selbst wenig von militärischen Angriffen bedroht sind. Selbst von der derzeit noch überragenden Machtposition der USA geht keine sicherheitspolitische Bedrohung aus, daher ist Deutschland auch nicht gezwungen, die im traditionellen Neorealismus verankerte balancing-Strategie auszuüben. Zu erwarten wäre daher, dass Deutschland sich stattdessen verstärkt bei der Fortentwicklung der GSVP einbringt und versucht, vermehrt Einfluss auszuüben.
Nachdem die deutsche Machtposition sowie die Sicherheitsbedrohung dargestellt wurden, soll nun anhand von zwei Fällen die abhängige Variable untersucht und damit die erste Hypothese geprüft werden. Die beiden ausgewählten Fallbeispiele „Teilnahme an GSVP-geführten Missionen“ und die „strategische Stärkung der GSVP“ beziehen sich auf das deutsche Politikverhalten innerhalb der GSVP. Ziel der Analyse ist es aufzuzeigen, inwieweit Deutschland eine auf Einflussmaximierung ausgerichtete Außenpolitik in der GSVP betreibt.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung thematisiert den Appell zu mehr Verantwortung Deutschlands in der Welt und stellt die Forschungsfrage nach der Rolle Deutschlands bei der GSVP im Kontext neorealistischer und konstruktivistischer Theorien.
2 UNTERSUCHUNGSRAHMEN: In diesem Kapitel wird der Kontext der GSVP in Europa sowie das Spektrum der deutschen Sicherheitsinteressen im Rahmen internationaler Organisationen wie UN und NATO definiert.
3 DEUTSCHES MACHTSTREBEN: Dieses Kapitel analysiert mittels des modifizierten Neorealismus das deutsche Machtstreben und zeigt auf, wie Deutschland versucht, seine Machtposition durch Einflussnahme in der GSVP auszubauen.
4 DEUTSCHLANDS SICHERHEITSPOLITISCHE KULTUR: Der zweite Teil der Arbeit untersucht anhand des konstruktivistischen Ansatzes, wie innergesellschaftliche militär-skeptische Normen den Handlungsspielraum der deutschen Außenpolitik begrenzen.
5 RESÜMEE: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Deutschlands Einflussstreben sowohl durch eine verbesserte Machtposition als auch durch hemmenende innergesellschaftliche Faktoren geprägt ist.
Deutschland, Außenpolitik, Sicherheitspolitik, GSVP, Europäische Union, Neorealismus, Konstruktivismus, strategische Kultur, Einflussmaximierung, Machtposition, Auslandseinsätze, Krisenprävention, multilaterale Kooperation, Sicherheitsbedrohung, Verteidigungspolitik.
Die Arbeit analysiert die Rolle Deutschlands innerhalb der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) der EU seit dem Jahr 2000 unter Anwendung zweier gegensätzlicher politikwissenschaftlicher Theorien.
Zentrale Themen sind das deutsche Machtstreben im internationalen System, die deutsche Sicherheitspolitik in internationalen Organisationen sowie der Einfluss der nationalen strategischen Kultur auf das außenpolitische Handeln.
Die Arbeit fragt, inwieweit Deutschland seine sicherheits- und verteidigungspolitischen Handlungsmöglichkeiten ausbaut, um Einfluss zu maximieren, und wie dieser Prozess durch gesellschaftliche Faktoren beeinflusst wird.
Die Untersuchung erfolgt empirisch-analytisch durch eine deduktive Herangehensweise. Dabei wird das außenpolitische Verhalten anhand des neorealistischen Ansatzes von Baumann et al. und des konstruktivistischen "Strategic-Culture"-Ansatzes untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine neorealistische Analyse der deutschen Machtposition und Einflusspolitik (Kapitel 3) sowie eine konstruktivistische Untersuchung der deutschen Sicherheitskultur (Kapitel 4), jeweils gestützt auf konkrete Fallbeispiele.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie GSVP, deutsche Außenpolitik, Machtstreben, strategische Kultur, Multilateralismus und Krisenprävention charakterisieren.
Das Abstimmungsverhalten wird primär mit dem konstruktivistischen Ansatz erklärt, wonach die tief verwurzelte "Kultur der militärischen Zurückhaltung" in der deutschen Bevölkerung und Politik den Handlungsspielraum der Regierung maßgeblich einschränkte.
Die Mission dient als Fallbeispiel für ein einflussmaximierendes Verhalten, bei dem Deutschland versucht, seine wirtschaftlichen Interessen (Sicherung der Handelswege) durch ein sichtbares Engagement in einem multilateralen Rahmen zu wahren.
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