Bachelorarbeit, 2011
31 Seiten, Note: 1
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
0. Einleitung: Was ist Schrumpfung?
0.1 Problemstellung & Motivation
0.2 Fragestellung
0.3 Begriffsdefinition
1. Auslösende Ursachen
1.1 Kriege, Krankheiten und Zerstörungen
1.2 Verlust und Verknappung von Ressourcen
1.3 Änderung der Präferenzen von Einwohnern und wirtschaftlichen Aktivitäten
1.4 Demographischer Wandel
2. Ursachen für Schrumpfungsprozesse in Detroit
2.1 Wirtschaftliche Transformation
2.2 Suburbanisierung
2.3 Rassismus
3. Auswirkungen von städtischen Schrumpfungsprozessen
3.1 Schwächung der kommunalen Finanzsituation
3.2 Sozialräumliche Folgen: Entmischung und Polarisierung
3.3 Entstehen von Wohnungsleerstand und Brachflächen
4. Strategien zum Umgang mit schrumpfungsbedingten Brachflächen und Leerstand
4.1 Ideen und Beispiele verschiedener Städte
4.2 Ideen und Beispiele in Detroit
5. Zusammenfassung & Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht das globale Phänomen der schrumpfenden Städte mit einem spezifischen Fokus auf die Stadt Detroit, um Ursachen für Bevölkerungsverluste zu identifizieren und Strategien zum Umgang mit den daraus resultierenden Leerständen und Brachflächen zu analysieren.
2.3 Rassismus
Ein besonderer Faktor, der eng mit der heutigen Situation Detroits im Zusammenhang steht, ist der Rassismus der weißen Einwohner gegenüber der schwarzen Bevölkerung.
Als die Baumwollindustrie im Süden der USA zusammenbrach, wanderten zwischen 1940 und 1970 viele Afroamerikaner auf der Suche nach besseren Chancen in die städtischen Ballungsräume des Nordens aus. Doch durch das Einsetzten der Deindustriealisierung kam es in den Städten, so auch in Detroit, zum Abbau von Arbeitsplätzen in der Produktion. Für viele Detroiter Bürger, vor allem aber für Afroamerikaner, wurde es schwierig gut bezahlte Arbeitsplätze zu finden. Die wirtschaftliche Ungleichheit drückte sich durch "sichtbare Armut, Beengtheit und verfallene Häuser" aus, was von der "Mehrheit der ungebildeten Weißen als Anzeichen mangelnder persönlicher Moral" der Schwarzen gesehen wurde. Die wirtschaftlichen Chancen der Schwarzen wurden beeinträchtigt und durch die Ghettobildung in innerstädtischen Vierteln verschlimmert (Sugrue 2004:235). Die Vorurteile gegenüber schwarzen Einwohnern wurden weiter bestärkt und eine Wohnadresse im Stadtzentrum stigmatisierte. Der "wirtschaftliche[n] Umgestaltungsprozess[es]" brachte eine Verlagerung vieler Fabrikstandorte in ländlichen Regionen oder in die Südstaaten mit sich. Die Schwarzen konnten den Arbeitsplätzen aufgrund der streng getrennten Wohnsituation, Geldmangel und rassistischen Übergriffen nicht nachfolgen. Mit den Rassenunruhen im Jahr 1967, die 43 Todesopfer und über 1000 Verletze forderten, begann die urbane Krise Detroits, die durch die Wahl Colemann Young 1973 zum ersten schwarzen Bürgermeister von Detroit verschlimmert wurde.
Die Rassendiskriminierung sorgte dafür, dass die Schwarzen die Auswirkungen des industriellen Abbaus und die durch den Kapitalismus verursachten Ungleichheiten vermehrt zu spüren bekamen. Als Resultat entstand "eine zutiefst gespaltene Metropole" mit einer Innenstadt die überwiegend von Schwarzen bewohnt wird und beinahe völlig weißen Vorstädten (Fischman 2004:64ff; Sugrue 2004:231ff). Dieses Phänomen findet sich auch in anderen Städten und wird unter dem Begriff "White flight" diskutiert (Wikipedia 2011).
0. Einleitung: Was ist Schrumpfung?: Einführung in das Phänomen schrumpfender Städte und Definition zentraler Begriffe wie "Schrumpfung", "Brachflächen" und "Leerstand".
1. Auslösende Ursachen: Analyse der theoretischen Erklärungsmuster und Faktoren, die städtische Schrumpfungsprozesse global auslösen können.
2. Ursachen für Schrumpfungsprozesse in Detroit: Spezifische Untersuchung der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Prozesse, die den massiven Bevölkerungsverlust in Detroit verursachten.
3. Auswirkungen von städtischen Schrumpfungsprozessen: Beschreibung der Folgen des Bevölkerungsrückgangs auf die kommunale Finanzlage, die Sozialstruktur und den physischen Zustand der Stadt.
4. Strategien zum Umgang mit schrumpfungsbedingten Brachflächen und Leerstand: Übersicht über verschiedene Ansätze, von temporären Zwischennutzungen bis hin zu Rückbaustrategien, mit besonderem Fokus auf Detroit.
5. Zusammenfassung & Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse zur Schrumpfungssituation und Bewertung der Potentiale lokaler Interventionsmaßnahmen.
Städtisches Schrumpfen, Detroit, Deindustrialisierung, Suburbanisierung, Rassismus, Brachflächen, Leerstand, Urban Farming, Stadtumbau, demographischer Wandel, Stadtentwicklung, Segregation, White flight, Zwischennutzung, Standortqualität.
Die Arbeit behandelt das Phänomen städtischer Schrumpfungsprozesse und analysiert, wie Städte, insbesondere Detroit, mit Bevölkerungsverlusten, Leerständen und der Zunahme von Brachflächen umgehen.
Zentrale Themen sind die Ursachenforschung von Stadtschrumpfung (z.B. Suburbanisierung), die sozialen und finanziellen Folgen für betroffene Kommunen sowie praxisnahe Strategien zur Neunutzung städtischer Flächen.
Ziel ist es, die Ursachen für das Schrumpfen von Städten zu verstehen und Strategien aufzuzeigen, wie insbesondere Detroit durch Stadtumbaumaßnahmen und kreative Neunutzung auf diese Krise reagieren kann.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Ansätze der Stadtsoziologie und Stadtplanung mit Fallbeispielen internationaler Städte sowie spezifischen Analysen der Situation in Detroit verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse globaler Ursachen, die spezifische Untersuchung der Faktoren in Detroit (Wirtschaft, Suburbanisierung, Rassismus) und die Darstellung verschiedener Strategien zum Umgang mit Brachflächen.
Städtisches Schrumpfen, Detroit, Deindustrialisierung, Suburbanisierung, Rassismus, Brachflächen, Leerstand, Urban Farming, Stadtumbau und Segregation sind die prägendsten Begriffe.
Urban Farming dient als beispielhaftes Instrument, das nicht nur der lokalen Lebensmittelversorgung dient, sondern durch bürgerschaftliches Engagement zur Verbesserung der Standortqualität und zur Aufwertung brachliegender Gebiete beiträgt.
Die Arbeit beschreibt, wie rassistische Vorurteile und die soziale Spaltung zwischen der Innenstadt und den Vorstädten (White flight) den Niedergang und die wirtschaftliche Polarisierung in Detroit signifikant verschärft haben.
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