Bachelorarbeit, 2010
47 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
2. Die Pogrome
2.1 Chronologie der Pogromwelle von 1348-1350
2.2 Auslöser, Hintergründe und Ursachen der Pogrome
3. Das Rechtsverhältnis zwischen Kaiser und Juden: Der Judenschutz
4. Die machtpolitische Situation Karls IV. 1346-1349
5. Die Urkunden Karls
5.1 Urkunden Karls mit Relevanz für die Juden in Frankfurt a.M.
5.2 Urkunden Karls mit Relevanz für die Nürnberger Juden
5.3 Folgeregelungen Karls für Städte in denen Pogrome stattfanden
5.4 Karls Urkunden zum Judenschutz im Heiligen Römischen Reich
5.5 Urkunden Karls zur Wiederansiedlung von Juden
6. Fazit
7. Quellen- und Literaturverzeichnis
Quellen
Literatur
Die vorliegende Arbeit analysiert die Judenpolitik Kaiser Karls IV. während der Pogromwelle der Jahre 1348 bis 1350, um dessen Handlungsweisen und die zugrunde liegenden politischen Maximen im Kontext seiner prekären Machtsituation im Reich zu bestimmen.
Die machtpolitische Situation Karls IV. 1346-1349
Nachdem die Pogrome und die rechtliche Stellung der Juden gegenüber dem Kaiser dargestellt wurden ist es nun unerlässlich, die machtpolitischen Grundlagen festzustellen, welche als Basis für die noch zu untersuchenden Rechtsakte Karls gelten können. Der Mitte Mai 1316 geborene Sohn Johanns von Böhmen, getauft auf den Namen Wenzel, wurde schon von Kindesbeinen an auf seine spätere Rolle vorbereitet.
Bereits im Alter von sieben Jahren schickte ihn sein Vater nach Frankreich an den Pariser Hof, wo seine Tante Königin geworden war. Dort nahm er bei seiner Firmung den Namen des französischen Herrschers an. Dort wurde er unter anderem zwei Jahre lang von dem späteren Papst Clemens VI. ausgebildet. Bereits mit dreizehn wurde er von seinem Vater mit Blanka von Valois verheiratet, der Schwester des neuen französischen Königs Phillip.
Nach einem Jahr in Luxemburg wurde er von seinem Vater nach Italien geholt, um ihm gegen die aufbegehrenden Städte zu helfen, gegen die er am 25. November des Jahres 1332 einen Sieg am Modeneser Castell von San Felice errang. Von Italien aus Reiste er nach Prag, wo er enge Kontakte mit dem tschechischen Adel knüpfte und mit seinem Vater zusammen die Aussöhnung zwischen Böhmen, Ungarn und Polen im Trentschiner Vertrag abschloss. Sein französisch und kurial geprägtes Umfeld ließ ihn schon früh zu einem Gegner Ludwig des Bayern werden, dennoch ließ er sich nicht zu einem offenen Bruch mit den Fürsten hinreißen, was sein diplomatisches Geschick beweist, das er sich teilweise bei seinem Großonkel Balduin von Trier abgeschaut hatte. Nachdem sein Vater das Augenlicht verloren hatte, übertrug ihm dieser die Verwaltung Böhmens.
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die wissenschaftliche Rezeption Karls IV. und verdeutlicht die bisherige Vernachlässigung der Judenpolitik in der Forschung sowie die Aufgabenstellung der Arbeit.
2. Die Pogrome: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über den zeitlichen Ablauf der Pogromwelle zwischen 1348 und 1350 sowie eine Analyse der religiösen und wirtschaftlichen Ursachen.
3. Das Rechtsverhältnis zwischen Kaiser und Juden: Der Judenschutz: Hier werden die juristischen Grundlagen der Kammerknechtschaft und die Rolle des Kaisers als Schutzherr der jüdischen Bevölkerung erläutert.
4. Die machtpolitische Situation Karls IV. 1346-1349: Dieser Abschnitt beleuchtet den Aufstieg Karls zum König und die finanziellen sowie machtpolitischen Zwänge, die seine Regierungsführung maßgeblich beeinflussten.
5. Die Urkunden Karls: Der Hauptteil analysiert detailliert die Urkundenpolitik Karls IV. für Frankfurt und Nürnberg sowie weitere Städte und stellt die Instrumentalisierung des Judenschutzes dar.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Karls Judenpolitik primär realpolitisch motiviert war und der finanzielle Nutzen stets Vorrang vor dem Schutz der jüdischen Gemeinden hatte.
7. Quellen- und Literaturverzeichnis: Dieses Verzeichnis führt sämtliche herangezogene zeitgenössische Quellen sowie die moderne wissenschaftliche Fachliteratur auf.
Karl IV., Judenverfolgung, Pogrome, Schwarzer Tod, Kammerknechtschaft, Judenschutz, Frankfurt am Main, Nürnberg, Urkundenanalyse, 14. Jahrhundert, Finanzpolitik, Mittelalter, Kaiserreich, Machtpolitik, Wirtschaftsgeschichte.
Die Bachelor-Arbeit untersucht die Politik Karls IV. gegenüber den Juden im Heiligen Römischen Reich in den Jahren 1348 bis 1350, einer Zeit, die von der Pest und schweren Judenpogromen geprägt war.
Zentrale Themen sind die zeitgenössische Judenfeindlichkeit, die rechtliche Stellung der Juden als "Kammerknechte", die machtpolitische Situation des Kaisers und die Analyse kaiserlicher Urkunden.
Ziel ist es, die Handlungsweise Karls IV. sowie die Maximen seiner Politik zu bestimmen und herauszuarbeiten, inwieweit sein Handeln von finanziellen oder machtpolitischen Motiven geleitet wurde.
Der Autor stützt sich primär auf die kritische Analyse und Auswertung historischer Urkunden und Dokumente, ergänzt durch den Vergleich mit zeitgenössischen Chroniken und moderner Forschungsliteratur.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Analyse der kaiserlichen Urkunden für Frankfurt und Nürnberg sowie weiteren Städten und legt die Entwicklung von Schutzversprechen hin zur Duldung und Förderung von Pogromen offen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Karl IV., Judenschutz, Kammerknechtschaft, 14. Jahrhundert, Pestpogrome und Realpolitik charakterisieren.
Der Autor argumentiert, dass Karl IV. die Juden in Frankfurt für einen hohen Betrag an die Stadt verpfändete und ihr im Falle eines Pogroms sogar Straffreiheit zusicherte, um seine eigenen finanziellen Interessen zu wahren.
Dieser Begriff, oft in der Literatur für Karls Rolle verwendet, wird vom Autor als Euphemismus kritisiert, da der Kaiser aktiv an der Vorbereitung von Maßnahmen nach dem Pogrom beteiligt war und von der Konfiszierung jüdischen Eigentums direkt profitierte.
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