Bachelorarbeit, 2010
47 Seiten, Note: 3,0
Die vorliegende Arbeit analysiert die Politik von Kaiser Karl IV. gegenüber den Juden im Kontext der Pogrome von 1348-1350. Sie untersucht seine Handlungsweise und seine Maxime in Bezug auf den Judenschutz, die sich sowohl durch rechtliche als auch durch machtpolitische Faktoren gestalten. Im Fokus stehen die Urkunden Karls, insbesondere für Frankfurt am Main und Nürnberg, die Einblicke in seine politische Strategie im Umgang mit der Judenverfolgung bieten.
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die die bisherige Forschungslage zum Thema Karl IV. und die Judenverfolgung beleuchtet und die Notwendigkeit einer detaillierteren Untersuchung hervorhebt. Im Anschluss werden die Pogrome im 14. Jahrhundert genauer betrachtet, wobei die Chronologie der Verfolgungswellen und die Ursachen und Hintergründe der Pogrome im Fokus stehen. Kapitel 3 behandelt das Rechtsverhältnis zwischen Kaiser und Juden, insbesondere den Judenschutz und die Kammerknechtschaft der Juden. Kapitel 4 beleuchtet die machtpolitische Situation Karls IV. in der Zeit der Pogrome, die für seine Handlungsweise von Bedeutung war.
Die folgenden Kapitel beschäftigen sich mit den Urkunden Karls: Kapitel 5.1 und 5.2 analysieren die Urkunden, die Karl für Frankfurt am Main und Nürnberg ausstellte. Kapitel 5.3 behandelt seine Folgeregelungen für Städte, in denen Pogrome stattfanden. Kapitel 5.4 und 5.5 untersuchen Karls Urkunden zum Judenschutz im Heiligen Römischen Reich und seine Bemühungen um die Wiederansiedlung von Juden. Abschließend wird in einem Fazit die Handlungsweise Karls IV. gegenüber den Juden zusammengefasst und die Bedeutung seiner Urkunden für die Forschung herausgestellt.
Die Arbeit thematisiert die Judenverfolgung im 14. Jahrhundert, die Rolle von Kaiser Karl IV. im Kontext der Pogrome, den Judenschutz im Heiligen Römischen Reich, die Urkunden Karls für Frankfurt am Main und Nürnberg, die Kammerknechtschaft der Juden, die machtpolitische Situation Karls IV. und die Analyse von Quellenmaterial.
Kaiser Karl IV. profitierte teilweise von den Greueltaten und machte sich in einigen Fällen zum Verbündeten der Verfolger, anstatt seiner Schutzverpflichtung gegenüber den Juden vollumfänglich nachzukommen.
Die Kammerknechtschaft war eine Rechtsstellung, nach der die Juden direkt dem Kaiser unterstellt waren. Er war zu ihrem Schutz verpflichtet, konnte im Gegenzug aber über ihre Steuern und Besitztümer verfügen.
Die Arbeit untersucht, ob seine noch ungefestigte machtpolitische Stellung im Reich ihn dazu bewegte, den Forderungen der Städte nachzugeben und die Judenverfolgung politisch zu instrumentalisieren.
Die Urkunden belegen oft finanzielle und machtpolitische Abmachungen, die im Vorfeld oder Nachgang von Pogromen getroffen wurden, und zeigen seine strategische Herangehensweise an die "Judenfrage".
Ja, Karl IV. stellte Urkunden zur Wiederansiedlung von Juden aus, was jedoch oft weniger aus humanitären Gründen, sondern aus wirtschaftlichem Interesse an deren Steuerkraft geschah.
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