Bachelorarbeit, 2014
45 Seiten, Note: 2,0
EINLEITUNG
GESCHLECHTSSPEZIFISCHE SOZIALISATION ALS TEIL DER ERZIEHUNG
DIE HERAUSKRISTALLISIERUNG „TYPISCH MÄNNLICHER“ EIGENSCHAFTEN WÄHREND DER (FRÜHEN) SCHULZEIT
DIE GESCHLECHTERROLLE MANN
BERUFSWAHL UND GESCHLECHT
FAZIT
Diese Bachelorarbeit untersucht den Einfluss der männlichen Sozialisation auf das Berufsverhalten und die Identitätskonstruktion von Männern in der Sozialen Arbeit. Sie geht der Forschungsfrage nach, wie Männer in einem historisch als weiblich konnotierten Berufsfeld Fuß fassen, mit welchen Stigmatisierungen sie konfrontiert sind und wie sie ihre männliche Rolle im Arbeitsalltag definieren und behaupten.
Die Herauskristallisierung „typisch männlicher“ Eigenschaften während der (frühen) Schulzeit
Der Psychoanalytiker Erikson (1970) steht Pate für eine Betrachtungsweise der Formung des Selbstkonzeptes während der Adoleszenz. Jenes befindet sich in einem Spannungsverhältnis zwischen dem Subjekt, inklusive dessen „Anlagen und Reifungsmöglichkeiten“ sowie „den gesellschaftlichen Einflüssen“ und natürlich den „gezielten pädagogischen Einwirkungen“ auf dieses (vgl. Büttner und Dittmann 1990, S.21).
Zur Veranschaulichung von Lernerfahrungen während der Erziehung als einer jener prägenden Faktoren, lohnt zunächst ein erneuter Blick in familiäre Gefilde. Schließlich beinhaltet die sekundäre Sozialisation nicht nur das Geschehen in der Schule, sondern auch jenes daheim (vgl. Tillmann 2010, S. 26).
Der Ablösungsprozess aus der engen Bindung zur Mutter ging bereits vonstatten. Nun beginnt bei den Jungen das „Verlangen nach“ einer männlichen Vaterfigur (vgl. Böhnisch und Funk 2002, S.85). Vor allem in Familien mit klassischer, konservativer Rollenverteilung (die Mutter ist Hausfrau oder arbeitet nur halbtags) ist dieser die meiste Zeit „räumlich“ und „mental“ abwesend (ebd.). „Für den Jungen“ sind die Sorgen und Nöte aus dem Arbeitsleben des Vaters „nicht sichtbar“ (vgl. Böhnisch und Funk 2002, S.86). Lediglich die Mutter zeigt sich ihrem Sohn, wenn dieser aus der Schule kommt, „in ihren Stärken und Schwächen“ (vgl. Böhnisch und Funk 2002, S.85). Auf diese Weise bildet sich für den adoleszenten Jungen ein unwahrer Geschlechtsstereotyp, welcher zur „´Idolisierung´ des Mannseins“ und zur „Abwertung des Gefühlsmäßigen, Schwachen, ´Weiblichen´“ führt (vgl. Böhnisch und Funk 2002, S.86).
EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Autorin, die durch eigene Praktika und die Beobachtung von Vorurteilen gegenüber männlichen Sozialarbeitern geprägt wurde, und skizziert die zentralen Fragestellungen der Arbeit.
GESCHLECHTSSPEZIFISCHE SOZIALISATION ALS TEIL DER ERZIEHUNG: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Sozialisation theoretisch und analysiert, wie bereits in der Kindheit geschlechtsspezifische Rollenbilder und Verhaltensmuster durch das soziale Umfeld konstruiert werden.
DIE HERAUSKRISTALLISIERUNG „TYPISCH MÄNNLICHER“ EIGENSCHAFTEN WÄHREND DER (FRÜHEN) SCHULZEIT: Der Fokus liegt auf der Adoleszenz, der Ablösung von der Mutter und dem Mangel an männlichen Vorbildern, was bei Jungen zur Idealisierung männlicher Stärke und zur Abwertung weiblicher Attribute führt.
DIE GESCHLECHTERROLLE MANN: Hier wird die Entwicklung des Mannes im Erwachsenenalter betrachtet, wobei Mechanismen wie Externalisierung, Rationalisierung und die Suche nach biographischer Integrität als Bewältigungsstrategien männlicher Identitätskrisen analysiert werden.
BERUFSWAHL UND GESCHLECHT: Dieses Kapitel untersucht den Übergang in das Berufsleben und die spezifische Situation männlicher Fachkräfte in der Sozialen Arbeit, die sich in einem Spannungsfeld zwischen weiblich dominierten Teams und dem eigenen Anspruch an Männlichkeit befinden.
FAZIT: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, traditionelle Männlichkeitsbilder aufzubrechen, um Männern in sozialen Berufen eine authentische und ressourcenorientierte Identitätsentwicklung zu ermöglichen.
Männliche Sozialisation, Soziale Arbeit, Geschlechterrolle, Identitätsbildung, Hegemoniale Männlichkeit, Externalisierung, Berufswahl, Geschlechtsspezifische Erziehung, Soziale Identität, Rollenverständnis, Sozialisationsforschung, Geschlechtermigration, Männerbilder, Pädagogik, Identitätskrisen.
Die Arbeit befasst sich mit den soziologischen und psychologischen Grundlagen der männlichen Sozialisation und analysiert, wie diese Prozesse das Auftreten und Selbstverständnis von Männern im Berufsfeld der Sozialen Arbeit beeinflussen.
Zu den Kernbereichen gehören die geschlechtsspezifische Sozialisation im Kindesalter, die Entwicklung der männlichen Geschlechterrolle, Mechanismen männlicher Identitätsbewältigung (Externalisierung) sowie die spezifische Gruppendynamik in frauendominierten sozialen Einrichtungen.
Das Ziel ist es, die Beweggründe und Herausforderungen von Männern zu verstehen, die in einen sozialen Beruf einsteigen, und zu beleuchten, wie diese Männer mit gesellschaftlichen Stigmatisierungen und ihren eigenen traditionellen Männlichkeitsvorstellungen umgehen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender sozialwissenschaftlicher Theorien, insbesondere aus den Bereichen der Sozialisationsforschung, der Männlichkeitsforschung und der Soziologie der Sozialen Arbeit.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der frühkindlichen Sozialisation, die Analyse von Erwachsenen-Sozialisationsmodellen und eine vertiefende Betrachtung der "Geschlechtsmigration" von Männern in das Berufsfeld der Sozialen Arbeit.
Wichtige Begriffe sind hegemoniale Männlichkeit, Gender-Konstruktion, Externalisierungsprinzip, Rollenspannung und die kritische Auseinandersetzung mit dem Bild des "rettenden Engels" oder "harten Durchsetzers" in der Sozialarbeit.
Die Arbeit zeigt, dass Männer in diesem Bereich häufig Stigmatisierungen ausgesetzt sind, weil soziale Arbeit traditionell als weiblich besetzt gilt und männliche Mitarbeiter fälschlicherweise mit Vorurteilen wie mangelnder Empathie oder pädophilen Tendenzen konfrontiert werden.
Das Externalisierungsprinzip bezeichnet eine Bewältigungsstrategie, bei der Männer Probleme oder Gefühle nicht intern reflektieren, sondern nach außen projizieren – beispielsweise durch berufliche Leistungsorientierung –, um ihre männliche Identität vor vermeintlich "weiblicher" Schwäche zu schützen.
Die Autorin argumentiert, dass der Mangel an männlichen Bezugspersonen (z.B. Lehrer oder Sozialarbeiter) dazu führt, dass Jungen sich verstärkt an einem idealisierten, teilweise aggressiven Männerbild orientieren, da ihnen eine differenziertere Auseinandersetzung mit ihrer Gefühlswelt fehlt.
Nein, die Autorin widerlegt dieses Stigma. Sie plädiert dafür, dass Männer durch ihre Beteiligung die Soziale Arbeit bereichern und dazu beitragen können, dass Geschlechterrollen in der pädagogischen Arbeit flexibler und vielfältiger gelebt werden.
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