Diplomarbeit, 2004
112 Seiten, Note: 1,4
1 Einführung
1.1 Überblick
1.2 Ziele und Aufbau der Arbeit
2 Die Neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung
2.1 Historie
2.2 Ziele der neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung
2.3 Drei Säulen: Inhalt von Basel II
2.3.1 Säule 1: Mindestkapitalanforderungen
2.3.2 Säule 2: Aufsichtliches Überprüfungsverfahren
2.3.3 Säule 3: Marktdisziplin
2.4 Auswirkungen auf den Mittelstand
3 Die Finanzierungssituation des deutschen Mittelstands
3.1 Definition des Mittelstands
3.1.1 Quantitative Merkmale
3.1.2 Qualitative Merkmale
3.2 Finanzierungsstruktur von KMU
3.3 Probleme des deutschen Mittelstands
3.3.1 EK-Ausstattung
3.3.2 Ertragslage
3.3.3 Personalkosten
3.3.4 Gesamtkapitalverzinsung
3.4 Kreditfinanzierung im Wandel
4 Alternative Finanzierungsmöglichkeiten
4.1 Eigenkapitalerhöhung
4.2 Beteiligungsfinanzierung
4.3 Kreditsubstitute
4.3.1 Leasing
4.3.2 Factoring und Forfaitierung
4.3.3 Asset Backed Securities
4.4 Öffentliche Förderprogramme
4.5 Mezzanine Finanzierungsinstrumente
4.6 Kapitalmarkt
5 Empirische Untersuchung
5.1 Methodik der Untersuchung
5.1.1 Erläuterung der Vorgehensweise
5.1.2 Auswertungsverfahren
5.1.3 Aufbau des Fragebogens
5.2 Auswertung der empirischen Untersuchung
5.2.1 Angaben zum Unternehmen
5.2.2 Angaben zu Basel II
5.2.3 Angaben zum Ratingprozess
5.2.4 Angaben zur Finanzierungssituation
5.2.5 Angaben über das Verhältnis zur Bank
5.3 Kritische Begutachtung der Untersuchungsergebnisse
6 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) auf die Finanzierungssituation kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in Deutschland. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, ob durch die neuen Richtlinien mit einer Benachteiligung des Mittelstands sowie einer generellen Verteuerung von Bankkrediten zu rechnen ist, und welche alternativen Finanzierungsmöglichkeiten für diese Unternehmen zur Verfügung stehen.
4.3.1 Leasing
Der Begriff Leasing stammt aus dem englischen und bedeutet Miete. „Unter Leasing versteht man die entgeltliche Nutzungsüberlassung eines Wirtschaftsguts auf Zeit durch Finanzinstitute und andere Unternehmen, die das Vermietungsgeschäft gewerbsmäßig betreiben.“
Grundsätzlich lassen sich zwei Typen von Leasingverträgen unterscheiden, Operate-Leasing-Verträge und Finance-Leasing-Verträge. Ferner sollte auch die spezielle Form des sale-and-lease-back-Leasing erwähnt werden. Hierbei werden firmeneigene Anlagegüter an eine Leasinggesellschaft verkauft und gleichzeitig zurückgeleast. Der Vorteil besteht in der schnellen Beschaffung von Liquiden Mitteln, wobei zugleich das vorhandene Anlagevermögen weiterhin genutzt werden kann.
Die Operate-Leasing-Verträge sind grundsätzlich nichts anderes als normale Mietverträge im Sinne des BGB. Hierbei steht die kurzfristige Vermietung von Investitionsgütern im Vordergrund. Die Verträge sind i.d.R. jederzeit unter der Einhaltung gewisser Fristen kündbar. Eine feste Grundmietzeit gibt es hier nicht. Darüber hinaus hat die Leasinggesellschaft auch für die Wartung und die Instandhaltung zu sorgen. Die Leasinggesellschaft trägt hier das gesamte Investitionsrisiko, da sich das Objekt unter Umständen beim Leasingnehmer nur teil-amortisiert und es dadurch eventuell mehrmals verleast werden muss.
1 Einführung: Hinführung zur Problematik der Kreditversorgung im Mittelstand unter Berücksichtigung der Baseler Eigenkapitalvereinbarung.
2 Die Neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung: Erläuterung der Entstehung, der drei Säulen sowie der Auswirkungen der neuen Eigenkapitalregeln auf den Kreditsektor.
3 Die Finanzierungssituation des deutschen Mittelstands: Analyse der Struktur, der spezifischen Probleme und des Wandels in der Kreditfinanzierung für mittelständische Unternehmen.
4 Alternative Finanzierungsmöglichkeiten: Aufzeigen und Bewertung von Finanzierungsalternativen zum Bankkredit, wie Eigenkapitalerhöhung, Leasing, Factoring oder Mezzanine-Kapital.
5 Empirische Untersuchung: Methodische Darlegung und Auswertung einer Befragung mittelständischer Unternehmen zu deren Einschätzung und Erwartungen gegenüber Basel II.
6 Zusammenfassung: Fazit der Untersuchung mit der Erkenntnis, dass für die Mehrheit der Unternehmen keine kritische Kreditklemme droht, jedoch eine stärkere Bonitätsprüfung erforderlich ist.
Basel II, Mittelstand, KMU, Finanzierung, Kredit, Eigenkapitalquote, Rating, Banken, Bankenaufsicht, Leasing, Factoring, Mezzanine Capital, Kreditklemme, Unternehmensinsolvenzen, Bonität.
Die Arbeit untersucht, wie sich die regulatorischen Änderungen durch Basel II auf die Kreditfinanzierung und das betriebswirtschaftliche Umfeld deutscher mittelständischer Unternehmen auswirken.
Die zentralen Themen sind Basel II, die Finanzierungssituation kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) sowie alternative Finanzierungsstrategien und die Durchführung einer empirischen Unternehmensbefragung.
Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob durch Basel II eine Verteuerung von Krediten droht und inwiefern der deutsche Mittelstand von den neuen Anforderungen benachteiligt wird.
Der Autor wählte einen empirischen Ansatz und führte eine Befragung von mittelständischen Unternehmen durch, um deren Einschätzungen und Erwartungen bezüglich Basel II und ihrer Finanzierungssituation zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse des Baseler Regelwerks, eine detaillierte Beschreibung der Finanzierungssituation deutscher KMU sowie eine kritische Prüfung von Finanzierungsalternativen.
Wichtige Schlagworte sind Basel II, Mittelstand, Eigenkapitalquote, Rating, Banken, Leasing, Factoring, Mezzanine Capital und Kreditfinanzierung.
Überraschenderweise fielen die Noten für die Hausbanken im Durchschnitt recht positiv aus (Schulnote 2,5), wobei der persönliche Kontakt und das Vertrauen eine große Rolle spielen.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Basel II nicht als alleinige Ursache für restriktive Kreditvergabe gelten kann, sondern vielmehr ein strukturelles Problem der Eigenkapitalausstattung im deutschen Mittelstand aufdeckt.
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