Diplomarbeit, 2004
82 Seiten, Note: 2,0
1.Einleitung
2.Wichtige Stationen in der Entwicklung des russischen Geldwesens
2.1.Das sowjetische Geldwesen und der Einfluss der Perestroika auf ihn
2.2.Die Hyperinflation in Russland
2.2.1.Ursachen, Verlauf und Auswirkungen
2.2.2.Theoretische Hintergründe der russischen Hochinflation
2.3.Die Währungsunion der ehemaligen sowjetischen Republiken
2.4.Die Finanz-, Währungs- und Bankenkrise vom August 1998
3.Die Finanzintermediäre in Russland und ihre Rolle beim Übergang zur Marktwirtschaft
3.1.Geld- und Währungspolitik der CBR
3.2.Die Bankenreform
3.3.Struktur des russischen Geschäftsbankensektors
3.4.Die Praxis der Kreditvergabe in Russland
3.5.Zahlungssystem
3.6.Wertpapiermarkt
4.Wirtschaftsdelikte im russischen Finanzsektor
4.1.Korruptionsnetzwerke
4.2.Anlegerbetrug
4.3.Falschmünzerei
4.4.Geldwäsche und Kapitalexport
5.Die Schuldensituation Russlands
6.Ausländische Investitionen
7.Rechtliche Einflussfaktoren auf das russische Geldwesen
7.1.Die Konkursgesetzgebung
7.2.Recht an Grund und Boden
7.3.Das Steuersystem
8.Zusammenfassung
Die Arbeit analysiert die monetäre Entwicklung Russlands von 1990 bis 2004 und untersucht den Übergang vom sozialistischen Finanzsystem zu marktwirtschaftlichen Strukturen sowie die damit verbundenen Herausforderungen und Krisen.
2.2.1. Ursachen, Verlauf und Auswirkungen
Um die gestaute Inflation aus den Zeiten der Perestroika freizugeben, beschloss die Regierung von Jegor Gaidar, die Preise zu liberalisieren (ca. 80 % der Großhandelspreise und 90 % der Verbraucherpreise). Diese Strategie war auch Teil des Programms zur Transformation Russlands in eine Marktwirtschaft, die mit westlicher Hilfe ausgearbeitet wurde. Wirtschaftsfachleute wie der schwedische Ökonom Anders Aslund, Prof. Jeffrey Sachs aus Harvard, sowie Mitarbeiter des IWF standen dem Ministerpräsidenten Gaidar mit Rat und Tat zur Seite.
Um das Maß der Preissteigerung zu verdeutlichen, wird auf den Verlauf der jährlichen Wachstumsrate des CPI verwiesen. Direkt nach der Preisfreigabe anfangs 1992 betrug die Inflationsrate 645 % gegenüber dem Vormonat, dabei blieb es aber nicht. Der Regierung gelang es nicht, die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zu stabilisieren. Die niedrigen Refinanzierungszinsen erleichterten die Liquiditätsaufnahme durch die Geschäftsbanken, die diese Mittel zur Kreditvergabe an die verschuldeten Betriebe benutzten. Die Kreditexpansion war verantwortlich für den Geldmengenanstieg in der RF. Deswegen kam es zu weiteren Preiswellen im Sommer und vor allem im Monat Dezember 1992.
1.Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Entwicklung des russischen Geldwesens von der späten Perestroika bis 2004 und thematisiert Reformbedarf sowie strukturelle Ineffizienzen.
2.Wichtige Stationen in der Entwicklung des russischen Geldwesens: Dieses Kapitel behandelt das sowjetische Geldwesen, die Hyperinflation nach der Preisliberalisierung 1992 sowie das Scheitern der Rubelzone und die Finanzkrise von 1998.
3.Die Finanzintermediäre in Russland und ihre Rolle beim Übergang zur Marktwirtschaft: Der Fokus liegt auf der Zentralbankpolitik, der Bankenreform, dem Kreditwesen sowie der Rolle des Zahlungsverkehrs und der Wertpapiermärkte.
4.Wirtschaftsdelikte im russischen Finanzsektor: Hier werden kriminelle Phänomene wie Korruptionsnetzwerke, Anlegerbetrug, Falschmünzerei sowie Kapitalflucht und Geldwäsche analysiert.
5.Die Schuldensituation Russlands: Dieses Kapitel erörtert die Entwicklung der Auslandsverschuldung, Umschuldungsmaßnahmen und die Rolle internationaler Organisationen wie des IWF.
6.Ausländische Investitionen: Hier werden die Rahmenbedingungen für Direkt- und Portfolioinvestitionen sowie die Bedeutung ausländischer Banken für den russischen Markt bewertet.
7.Rechtliche Einflussfaktoren auf das russische Geldwesen: Die rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere Konkursrecht, Grundbesitzrecht und das Steuersystem, werden als Faktoren für die wirtschaftliche Stabilität untersucht.
8.Zusammenfassung: Den Abschluss bildet eine Synthese der zentralen Ergebnisse bezüglich der monetären Stabilisierung und der notwendigen weiteren Reformschritte.
Russland, Geldwesen, Hyperinflation, Zentralbank, Bankenreform, Rubel, Marktwirtschaft, Korruption, Geldwäsche, Auslandsverschuldung, IWF, Investitionen, Transformation, Finanzkrise, Zahlungsverkehr.
Die Arbeit untersucht die monetären Entwicklungen und die Transformation des russischen Finanzsektors in der Zeit von 1990 bis 2004.
Die zentralen Felder umfassen die Geldpolitik, die Rolle der Banken, die Inflationsbekämpfung, die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie den Einfluss von Wirtschaftsdelikten auf die ökonomische Stabilität.
Das Ziel ist es, den Transformationsprozess des russischen Geldwesens nachzuvollziehen und die Ursachen für Krisen sowie die Schwierigkeiten beim Aufbau eines stabilen Finanzsystems aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung makroökonomischer Daten und der Untersuchung institutioneller Reformprozesse im russischen Finanzsektor.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Stationen des russischen Geldwesens, die Finanzintermediäre, die Ausprägungen von Wirtschaftskriminalität, die Schuldensituation und die Rolle ausländischer Investitionen.
Wichtige Begriffe sind Transformation, Hyperinflation, Zentralbankpolitik, Bankenkrise, Korruptionsnetzwerke und Kapitalflucht.
Hausbanken von Wirtschaftskonglomeraten dienten vor allem der Finanzierung ihrer Konzerne, unterstützten deren Investitionsvorhaben und sicherten durch politische Verbindungen den privilegierten Zugang zu staatlichen Mitteln.
Trotz Reformen, wie des neuen Bodengesetzbuches oder Steuerreformen, bleibt die Rechtsunsicherheit durch widersprüchliche Gesetze und staatliche Interventionen eine Hürde für ausländisches Kapital.
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