Bachelorarbeit, 2014
52 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Ein Trade-Off zwischen Umweltschutz und Wirtschaftswachstum?
2.1 Wachstum
2.1.1 Das Bruttoinlandsprodukt als Maßeinheit für das Wachstum
2.1.2 Das BIP pro Kopf als Wohlstandsindikator
2.2 Umweltschutz
2.2.1 Umweltschutz als wirtschaftspolitisches Ziel
2.2.2 Maßeinheit für den Umweltschutz?
2.3 Ist eine höhere Umweltqualität bei gleichzeitigem Wachstum möglich?
2.3.1 Umwelt als Ressource
2.3.2 Das selektive Wachstum
3 Das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien
3.1 Geschichtliche Einordnung
3.1.1 Der Weg zum EEG (1973-2000)
3.1.2 Reformen des EEG (2000-2014)
3.2 Funktionsweise
3.2.1 Grundsätzliche Regelungen
3.2.2 Die EEG-Umlage
3.3 Das EEG und der „Strompreis“
3.3.1 Der Merit-Order-Effekt
3.3.2 Einfluss des Börsenstrompreises auf die EEG-Umlage
3.3.3 Gewinner und Verlierer des niedrigen Börsenstrompreises
4 Besondere Ausgleichsregelungen für stromintensive Unternehmen
4.1 Zweck der besonderen Ausgleichsregelungen
4.2 Welche Unternehmen gelten als stromintensiv im Sinne des EEG?
4.2.1 Alte Fassung des EEG
4.2.2 Neue Fassung des EEG
4.3 Höhe der Begünstigung durch die Begrenzung der EEG-Umlage
4.3.1 Alte Fassung des EEG
4.3.2 Neue Fassung des EEG
4.4 Tatsächliche Wirkung der Rabatte auf die EEG-Umlage
4.5 Anreizwirkung der Rabatte
5 Einfluss der BesAR auf Wachstum und Umwelt
6 Fazit
Die Arbeit untersucht die theoretische und praktische Wechselwirkung zwischen Umweltschutz und Wirtschaftswachstum im Kontext der deutschen Energiewende. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den besonderen Ausgleichsregelungen (BesAR) des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und deren Auswirkungen auf Anreizstrukturen für Unternehmen sowie die gesamtwirtschaftliche Kostenverteilung.
2.3.1 Umwelt als Ressource
Möchte man das Verhältnis von Umwelt und Wachstum in seinen Grundzügen verstehen, so ist es notwendig, den Faktor Umwelt in einer klassischen Wachstumstheorie zu berücksichtigen und ihn auf eine Größe zu beschränken. Nach der klassischen Wachstumstheorie ergibt sich die aggregierte Produktion (Y) als Funktion aus den beiden Faktoren Arbeit (N) und Kapital (K). Integriert man nun den Faktor Umwelt als den Verbrauch von natürlichen Ressourcen (R) in die aggregierte Produktionsfunktion, dann folgt daraus:
Y = F(N,K,R)
Ob die Integration des Verbrauchs natürlicher Ressourcen in das klassische Wachstumsmodell funktioniert, hängt ganz davon ab, ob sie (insbesondere solche, die als externe Effekte klassifiziert werden können) zu angemessenen Kosten berechnet wurden. Die Funktion F wird dabei vom technischen Wissen der Volkswirtschaft bestimmt. Eine technisch hoch entwickelte Volkswirtschaft wird bei gleichem Input (K,N,R) einen höheren Output (Y) produzieren als eine technisch weniger entwickelte Volkswirtschaft. Durch die Reduktion des Faktors Umwelt auf den Verbrauch natürlicher Ressourcen ist es außerdem möglich, mathematische Bedingungen herzuleiten, unter denen die Umweltqualität auf einem konstanten Niveau verbleibt. Diese Bedingungen basieren auf der sogenannten IPAT Gleichung, die erstmals 1970 von Paul R. Ehrlich und John Holdren in einer Debatte über die Einflussfaktoren der Umwelt formuliert wurde.
1 Einleitung: Einführung in das zentrale Thema des Trade-Offs zwischen Wirtschaftswachstum und Umweltschutz sowie Vorstellung des EEG und der besonderen Ausgleichsregelungen.
2 Ein Trade-Off zwischen Umweltschutz und Wirtschaftswachstum?: Vermittlung theoretischer Grundlagen zu den Begriffen Wachstum und Umwelt sowie deren theoretische Vereinbarkeit mittels Modellen wie der Umwelt-Kuznets-Kurve.
3 Das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien: Beschreibung der Entstehungsgeschichte, Funktionsweise des Gesetzes und der Systematik der EEG-Umlage inklusive des Merit-Order-Effekts.
4 Besondere Ausgleichsregelungen für stromintensive Unternehmen: Detaillierte Analyse der Ausnahmeregelungen für die Industrie, deren Voraussetzungen in alter und neuer Fassung sowie deren Einfluss auf die EEG-Umlage.
5 Einfluss der BesAR auf Wachstum und Umwelt: Verknüpfung der erarbeiteten Grundlagen, um mittels Szenarien die Auswirkungen der Ausgleichsregelungen auf ökologische und ökonomische Ziele zu evaluieren.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und kritische Reflexion der bisherigen regulatorischen Ansätze im Hinblick auf das Nachhaltigkeitsparadigma.
Umweltschutz, Wirtschaftswachstum, EEG, EEG-Umlage, BesAR, Merit-Order-Effekt, Ressourcenproduktivität, nachhaltige Entwicklung, Umwelt-Kuznets-Kurve, Strompreis, stromintensive Unternehmen, Industriepolitik, Energiepolitik, externe Effekte, Marktversagen.
Die Arbeit untersucht, ob ein grundlegender Zielkonflikt zwischen Umweltschutz und Wirtschaftswachstum besteht und wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) diesen Konflikt in Deutschland beeinflusst.
Zentrale Themen sind die theoretische Begründung von Umweltschutz in der Makroökonomie, die Funktionsweise des EEG, der Merit-Order-Effekt sowie die Ausgestaltung und Wirkung der besonderen Ausgleichsregelungen (BesAR) für die Industrie.
Das primäre Ziel ist es zu analysieren, wie sich die Ausgleichsregelungen des EEG auf die Anreizstrukturen für stromintensive Unternehmen auswirken und ob diese mit dem Ziel einer nachhaltigen Energieversorgung vereinbar sind.
Der Autor nutzt eine literaturbasierte Analyse wirtschaftstheoretischer Konzepte (wie das IPAT-Modell) und vergleicht diese mit den realen gesetzlichen Rahmenbedingungen und Daten der Energiewirtschaft.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte: theoretische Grundlagen von Wachstum und Umwelt, die detaillierte Funktionsweise des EEG inklusive des Merit-Order-Effekts sowie eine intensive Prüfung der Industrierabatte (BesAR).
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie EEG-Umlage, Ressourcenproduktivität, nachhaltige Entwicklung, Industrierabatte und Merit-Order-Effekt beschreiben.
Die neue Fassung schränkt den Kreis der begünstigten Branchen stärker ein, erhöht die Anforderungen an die Stromkostenintensität und führt ein zertifiziertes Energie- und Umweltmanagementsystem als Voraussetzung ein.
Der Merit-Order-Effekt beschreibt, wie die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien – die aufgrund ihrer niedrigen Grenzkosten vorrangig erfolgt – die Angebotskurve verschiebt und dadurch den Börsenstrompreis an der Strombörse sinken lässt.
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