Bachelorarbeit, 2004
40 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Internationale Klimapolitik
2.1. Institutionalisierung des Klimaschutzes
2.2. Bedeutendsten Konferenzen der Vertragsstaaten
2.3. Kyoto-Protokoll
2.4. Instrumente des Kyoto-Protokolls
2.5. Reduktionsverpflichtungen der Europäischen Union
3. Das Emissionshandelssystem der Europäischen Union
3.1. Grundprinzip des Emissionshandels
3.2. Vorteile des Emissionshandels
3.3. Politischer Umsetzungsprozess
3.4. Richtlinienvorschlag der EU-Kommission vom 23.10.2001
3.4.1. Rahmenbedingungen
3.4.2. Kritische Betrachtung der Ausgestaltung
3.4.2.1. Kreis der Marktteilnehmer
3.4.2.2. Verpflichtung zur Teilnahme
3.4.2.3. Primärverteilung der Emissionsrechte
3.4.2.4. Berücksichtigung von Neueinsteigern
3.4.2.5. Berücksichtigung früherer Vermeidungsleistungen
3.4.2.6. Überwachung und Sanktionierung
Exkurs: Der Richtlinienvorschlag aus rechtlicher Sicht
3.5. Dänischer Kompromissvorschlag vom 28.08.2002
3.6. Endgültige Fassung der Richtlinie vom 25.10.2003
4. Praktische Erfahrungen: Der Handel mit SO2-Emissionen in den USA
4.1. Ausgestaltung
4.2. Preisentwicklung und Zielerreichung
4.3. Bedeutung für das EU-Modell
5. Fazit
Die Arbeit analysiert kritisch die Einführung und Ausgestaltung des Emissionshandelssystems der Europäischen Union im Kontext internationaler Klimaschutzvereinbarungen. Das zentrale Ziel besteht darin, den politischen Umsetzungsprozess sowie die strittigen Aspekte des Entwurfs zu erörtern und auf Basis praktischer Erfahrungen aus den USA Rückschlüsse auf die Effektivität des EU-Modells zu ziehen.
3.4.2.1. Kreis der Marktteilnehmer
Das Emissionshandelssystem der EU ist zunächst auf große, standortfeste CO2-Quellen eingeschränkt, da deren Überwachung und Kontrolle relativ einfach durchzuführen ist. Europaweit werden dadurch ca. 4000 bis 5000 Anlagen aus den Bereichen Energieerzeugung, Stahl-, Zement-, Keramik-, Glas-, Zellstoff- und Papierindustrie bzw. ca. 46 % der CO2-Emissionen innerhalb der EU erfasst (BMU 2003, S. 96 f.; Froning 2003, S. 6). Neusten Schätzungen zufolge wird die Anzahl der Teilnehmer jedoch weitaus höher – bei etwa 10.000 Anlagen – liegen, da schon allein in Deutschland 4.000 Anlagen betroffen sind (Siemer 2003, S. 31).
Was aus Praktikabilitätsgründen sinnvoll erscheint, birgt im theoretischen Ansatz ein Problem: Die Effizienz eines Marktes für Umweltzertifikate vergrößert sich mit steigender Teilnehmerzahl, so dass umgekehrt eine Begrenzung zu Effizienzverlusten führt (Weimann 1995, S. 233). Dem EU-Markt liegt aber wie bereits erwähnt eine zweifache Begrenzung zugrunde: Zum einen wird er regional auf die Mitgliedsländer der EU und zum anderen sektoral auf ausgewählte Industriebranchen begrenzt (Voss 2003, S. 41). Die Gefahr eines uneffizienten Marktgleichgewichts kann nun damit erklärt werden, dass auf einem derartig „dünnen“ Markt das Risiko strategischen Verhaltens besteht (Weimann 1995, S. 229).
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Hintergrund des steigenden Treibhausgasausstoßes, die Bedeutung des Kyoto-Protokolls und skizziert den Aufbau der Untersuchung zur Analyse des EU-Emissionshandelssystems.
2. Internationale Klimapolitik: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung der globalen Klimaschutzinstitutionen, den Abschluss des Kyoto-Protokolls und die spezifischen Reduktionsverpflichtungen für die Europäische Union.
3. Das Emissionshandelssystem der Europäischen Union: Das Hauptkapitel behandelt die Funktionsweise des Handels, den politischen Prozess von der ersten Idee bis zur Richtlinie sowie eine detaillierte kritische Betrachtung der Ausgestaltung und rechtlichen Rahmenbedingungen.
4. Praktische Erfahrungen: Der Handel mit SO2-Emissionen in den USA: Dieses Kapitel analysiert das US-amerikanische Schwefeldioxid-Programm als praxisnahes Modell, um Erfahrungen für das geplante EU-System abzuleiten.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Chancen und Risiken des europäischen Emissionshandels im Hinblick auf seine ökologische und ökonomische Zielerreichung.
Emissionshandel, Europäische Union, CO2-Reduktion, Klimapolitik, Kyoto-Protokoll, Zertifikate, Allokationsplan, Benchmarking, Umweltschutz, Effizienz, Sanktionierung, Marktteilnehmer, Treibhauseffekt, Nachhaltigkeit, Vermeidungskosten.
Die Arbeit untersucht kritisch die Konzeption und Einführung eines EU-weiten Systems zum Handel mit CO2-Emissionsrechten.
Die zentralen Felder sind die internationale Klimapolitik, die ökonomische Theorie des Emissionshandels, die politische Ausgestaltung in der EU sowie praktische Erfahrungen aus den USA.
Ziel ist es, den Einführungsprozess des EU-Systems zu erörtern und zu analysieren, ob die geplante Ausgestaltung den Anforderungen an Effizienz und Treffsicherheit genügt.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse sowie eine vergleichende Betrachtung anhand der Erfahrungen aus dem SO2-Emissionshandel in den USA.
Im Hauptteil werden das Grundprinzip des Handels, der politische Umsetzungsprozess sowie kritische Punkte wie Allokation, Monitoring und Sanktionierung detailliert diskutiert.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Emissionshandel, Kyoto-Protokoll, CO2-Zertifikate, Allokationsplan und Kosteneffizienz.
Es dient der kostenlosen Zuteilung von Zertifikaten basierend auf früheren Emissionen, was zwar Planungssicherheit schafft, aber auch zu strategischem Verhalten oder Wettbewerbsverzerrungen führen kann.
Da die IVU-Richtlinie auf die beste verfügbare Technik für einzelne Anlagen abzielt, während der Emissionshandel eher flexibel dort zur Anwendung kommen soll, wo Reduktionen am kostengünstigsten sind, entstehen hier regulatorische Spannungsfelder.
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