Bachelorarbeit, 2015
36 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Okun‘s Law
2.1 Theorie
2.2 Datensatz
2.3 Ergebnisse der Differenzversion
2.4 Okun‘s Gesetz während der Finanzkrise: Prognose und Vergleich
3. Jugendarbeitslosigkeit in Polen
3.1 Jugendarbeitslosigkeit und Genderproblematik
3.2 Migrationsbewegungen seit 2004
3.3 Der Arbeitsmarkt
3.4 Junge Menschen im Übergang zwischen Ausbildung und Arbeitsmarkt
4. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Arbeitslosigkeit in Polen unter Anwendung des Okun'schen Gesetzes, mit einem spezifischen Fokus auf geschlechterspezifische Unterschiede bei verschiedenen Altersklassen. Ziel ist es, die empirische Anwendbarkeit des Modells für den Zeitraum der Finanzkrise ab 2008 zu prüfen, Prognoseabweichungen zu analysieren und strukturelle Arbeitsmarktbedingungen als Erklärungsfaktoren für die Diskrepanzen heranzuziehen.
3.1 Jugendarbeitslosigkeit und Genderproblematik
Der polnische Arbeitsmarkt war, wie schon in Kapitel 2 beschrieben, bereits in den Jahren vor der Krise durch eine vergleichsweise hohe Jugendarbeitslosigkeit gekennzeichnet. Diese betrug anfangs der 2000er im Vergleich zum EU-Durchschnitt mehr als das Doppelte. (vgl. Polakowski, 2012). 2009 sah die OECD für Polen die Gefahr, dass die junge Generation während der Finanzkrise durch Langzeitarbeitslosigkeit gänzlich den Kontakt zum Arbeitsmarkt verliert, weil die Unternehmen in Zeiten des Aufschwungs „frische“ Schulabgänger bevorzugt einstellen (vgl. OECD, 2009, S. 11).
Erwartungsgemäß sticht bei den polnischen Arbeitslosenzahlen die der Jugendlichen am deutlichsten heraus und ist auch sensibler gegenüber Veränderungen bei der Nachfrage für Arbeit. Dafür gibt es verschiedene Gründe (vgl. OECD, 2009, S.83-84):
• Bei einer Rezession reagieren die Unternehmen im ersten Schritt mit einem Einstellungsstopp und gehen erst im nächsten und teureren Schritt den Personalabbau an. Infolgedessen, dass der Großteil der Arbeitssuchenden der jüngeren Altersklassen angehört, sind diese von vorübergehenden Beschäftigungseinschränkungen stärker betroffen.
• Für Unternehmen ist es günstiger junge Mitarbeiter zu entlassen. Diese sind noch nicht lange im Unternehmen angestellt und haben daher weniger Erfahrung als ältere Kollegen. Zudem macht es der hohe Anteil befristeter Arbeitsverträge bei Jugendlichen den Arbeitgebern leichter diese zu entlassen.
• Junge Menschen sind eher dazu veranlagt ihren Arbeitsplatz freiwillig zu wechseln als Ältere. Sie sind auf der Suche nach einer besser bezahlten Arbeitsstelle und zudem unabhängiger, weil in der Regel noch keine Familie zu ernähren ist (vgl. Duszczyk, 2013).
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach dem Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Jugendarbeitslosigkeit in Polen unter Berücksichtigung der Finanzkrise und struktureller Arbeitsmarktbesonderheiten vor.
2. Okun‘s Law: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Okun'schen Gesetzes sowie die verwendete Differenzversion und führt eine Regressionsanalyse zur Schätzung der Koeffizienten sowie eine Prognose für die Jahre 2009 bis 2013 durch.
3. Jugendarbeitslosigkeit in Polen: Hier werden spezifische Rahmenbedingungen des polnischen Arbeitsmarktes, wie Genderproblematiken, Migrationsbewegungen und der Übergang von der Ausbildung in den Beruf, untersucht, um die Prognoseergebnisse zu kontextualisieren.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Regressionsanalyse zusammen, interpretiert die Prognosefehler und diskutiert die Notwendigkeit aktiver arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen für junge Menschen in Polen.
Polen, Jugendarbeitslosigkeit, Okun's Law, Wirtschaftswachstum, Finanzkrise, Regressionsanalyse, Arbeitsmarkt, Migration, Geschlechterunterschiede, Arbeitslosenquote, Arbeitsmarktstruktur, Humankapital, befristete Arbeitsverträge, Brain Drain, Beschäftigungspolitik
Die Arbeit analysiert, wie stark der Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Arbeitslosigkeit in Polen ist, wobei der Fokus auf jungen Menschen und geschlechterspezifischen Unterschieden liegt.
Die zentralen Themen sind die Anwendung des Okun'schen Gesetzes, die Auswirkungen der Finanzkrise auf den polnischen Arbeitsmarkt, Migrationsbewegungen sowie der Übergang von Jugendlichen aus der Ausbildung in das Erwerbsleben.
Das Ziel ist es, die empirische Eignung des Okun'schen Gesetzes für Polen zu testen, Prognosen für die Jahre 2009 bis 2013 zu erstellen und zu erklären, warum diese Vorhersagen teilweise stark von der tatsächlichen Entwicklung abweichen.
Es wird eine empirische Regressionsanalyse in Excel auf Basis von OECD-Daten unter Verwendung der Differenzversion des Okun'schen Gesetzes durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in die ökonomische Modellierung des Okun'schen Gesetzes sowie eine detaillierte Analyse struktureller Arbeitsmarktfaktoren wie Bildung, befristete Verträge und Abwanderung.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Jugendarbeitslosigkeit, Okun's Law, polnische Arbeitsmarktstruktur, Konjunktureinflüsse und geschlechterspezifische Beschäftigungsunterschiede definiert.
Die Arbeit deutet darauf hin, dass die Entwicklung der Frauenarbeitslosigkeit nicht allein durch das Wirtschaftswachstum erklärt werden kann, sondern durch Faktoren wie den Mangel an Kindergartenplätzen und die Angst vor Arbeitsplatzverlust bei Schwangerschaften beeinflusst wird.
Die Migration, insbesondere seit dem EU-Beitritt 2004, führte einerseits zu einem Rückgang der Arbeitslosigkeit, verursachte jedoch andererseits einen Arbeitskräftemangel in bestimmten Branchen und trug zu einem "Export der Arbeitslosigkeit" bei.
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