Bachelorarbeit, 2013
29 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Basel I – III
3. Systematik der Bankenaufsicht
3.1. Begriff der Bankenaufsicht
3.1.1. Schutz des Bankensystems
3.1.2. Einlegerschutz
3.2. BaFin und die Deutsche Bundesbank
3.3. European Banking Authority (EBA)
3.4. Neue europäische Bankenaufsicht
4. Beurteilung der Konsequenzen einer europäischen Bankenaufsicht
4.1. Sichtweise deutscher Banken
4.1.1. Sparkassen und Genossenschaftsbanken
4.1.2. Private Banken
4.2. Ansiedlung bei der EZB
4.2.1. Interessenkonflikte zwischen Bankenaufsicht und Geldpolitik
4.2.2. Juristische Bedenken
5. Schlussbetrachtung
Diese Arbeit beurteilt die Auswirkungen der geplanten europäischen Bankenaufsicht auf deutsche Kreditinstitute. Zentral ist dabei die Untersuchung, ob ein einheitlicher Aufsichtsmechanismus unter der Europäischen Zentralbank (EZB) angemessen ist und wie die verschiedenen Bankengruppen in Deutschland – von Sparkassen bis zu Privatbanken – auf diese regulatorische Neuausrichtung reagieren.
3.1.1. Schutz des Bankensystems
Kreditinstitute ermöglichen einen Ausgleich zwischen Anlage- und Finanzierungsbedarf und gewähren somit Kapital für neue Finanzinvestitionen. Dieses freigesetzte Kapital ist für eine volkswirtschaftliche Weiterentwicklung notwendig. Banken sind auf die Finanzanlagen der Einleger angewiesen. Bei einem fehlerhaften Handeln der Bank durch zum Beispiel riskante Geschäfte, besteht die Gefährdung der Stabilität der Bank bis hin zu einer Insolvenz. Durch eine Insolvenz und die Verstrickung der Banken untereinander kann es schnell zu einer Destabilisierung des gesamten Finanzsystems kommen. Die Hauptvoraussetzung für eine funktionierende Wirtschaft und eine wohlhabende Bevölkerung ist in Gefahr.
Die Kosten für die Wiederherstellung eines funktionierenden Finanzsystems sind von allen Beteiligten des Wirtschaftssystems und der Gesellschaft zu tragen. Dies führt zu Einbußen im volkswirtschaftlichen Wachstum und gefährdet die gesamte Wirtschaft bis hin zu einer ökonomischen Unsicherheit des Staates. Da sich eine Insolvenz nicht nur auf die Bankeinlagen auswirkt, sondern auch auf die gesamte Wirtschaft, ist ein risikoreiches Handeln der Banken durch Regulierungen und Beaufsichtigungen zu vermeiden. Es muss durch ein ordnungsgemäß geführtes Finanzsystem eine Finanzmarktstabilität vorliegen, um die Ziele des Wirtschaftsraumes zu verwirklichen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Motivation der EU-Kommission ein, durch eine Bankenunion Vertrauen in den Sektor zurückzugewinnen, und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Basel I – III: Dieses Kapitel erläutert die historischen Reformpakete des Basler Ausschusses, deren Ziel die Etablierung internationaler Mindeststandards für Banken ist.
3. Systematik der Bankenaufsicht: Der Abschnitt analysiert die Funktionsweise der Aufsicht, stellt die Akteure BaFin, Bundesbank und EBA vor und beschreibt die geplante neue europäische Architektur.
4. Beurteilung der Konsequenzen einer europäischen Bankenaufsicht: Hier werden die unterschiedlichen Sichtweisen deutscher Bankengruppen, das Ansiedlungsproblem bei der EZB und die juristischen Implikationen der Übertragung von Aufsichtsbefugnissen kritisch bewertet.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass eine Ablehnung durch den Sparkassensektor und rechtliche sowie geldpolitische Bedenken gegen eine pauschale Ansiedlung der Aufsicht bei der EZB sprechen.
Bankenunion, Bankenaufsicht, EZB, BaFin, Deutsche Bundesbank, EBA, Basel III, Einlagensicherung, Systemrelevanz, Finanzmarktstabilität, Geldpolitik, Kreditinstitute, Bankengruppen, Finanzkrise, Bankenregulierung.
Die Arbeit untersucht die Einführung einer europäischen Bankenaufsicht und deren Auswirkungen sowie die Akzeptanz durch deutsche Kreditinstitute.
Die zentralen Felder umfassen die Systematik der Bankenaufsicht, die Rolle europäischer Behörden und die unterschiedlichen Interessen der deutschen Bankenlandschaft.
Das Ziel ist die Beurteilung der Konsequenzen der europäischen Aufsicht und die Klärung, ob einheitliche Regeln für alle deutschen Banken sinnvoll sind.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle Gesetzgebungsvorschläge, Positionspapiere der Verbände und fachwissenschaftliche Publikationen ausgewertet werden.
Im Hauptteil werden die Systematik der Aufsicht, die Positionen von Sparkassen und Privatbanken sowie potenzielle Interessenkonflikte bei der EZB detailliert erörtert.
Wichtige Begriffe sind Bankenunion, EZB, Finanzmarktstabilität, Einlagensicherung und die Abgrenzung zwischen nationaler und europäischer Aufsichtskompetenz.
Sie befürchten den Verlust ihrer regionalen Unabhängigkeit und vor allem die Mitverantwortung für ausländische Institute durch eine gemeinsame europäische Einlagensicherung.
Privatbanken erhoffen sich eine stärkere Harmonisierung und bei Bedarf einen direkteren Zugang zu europäischen Rettungsmechanismen wie dem ESM.
Es wird befürchtet, dass die EZB bei ihren geldpolitischen Entscheidungen (z.B. Leitzins) Rücksicht auf die Stabilität der von ihr beaufsichtigten Banken nehmen könnte.
Der Autor argumentiert, dass eine vollständige Abgabe der Kernkompetenzen von nationalen Behörden an die EZB juristisch unzulässig sein könnte, da die EU-Verträge hierfür keine ausreichende Basis bieten.
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