Masterarbeit, 2013
88 Seiten, Note: 1,0
1 Problemstellung und Gang der Untersuchung
2 Grundlagen der Unternehmensbewertung
2.1 Werttheorien
2.2 Barwertermittlung und Zukunftserfolgsverfahren
2.2.1 Bewertungskonzepte
2.2.2 Ertragswert- und DCF-Verfahren
2.3 Theoretische Anforderungen an Kapitalkostenmodelle
2.4 Ermittlung der Eigenkapitalkosten mittels CAPM
3 Gleißners Konzept einer risikogerechten Unternehmensbewertung
3.1 Vorbemerkungen
3.1.1 Begriffsdefinitionen
3.1.2 Risikoanalyse
3.2 Gleißners Kapitalkostenmodell
3.2.1 Bernoulliprinzip
3.2.2 Risiko-Wert-Modelle
3.2.3 Bewertungskonzepte
3.2.4 Risikogerechter Kapitalkostensatz
3.3 Gleißners Replikationsansatz
4 Kritische Analyse
4.1 Zur theoretischen Basis der Gleißner Gleichungen
4.1.1 Risiko-Wert Modelle im Sinne des Bernoulliprinzips
4.1.2 Theoretische Fundierung der Sicherheitsäquivalentmethode
4.1.3 Zeitinvariante Kapitalkostensätze
4.1.4 Finanzierungspolitik und DCF
4.1.5 Arbitragefreie Bewertung
4.2 Zur empirischen Basis von Gleißner
4.2.1 Fehlende formale Definition der Kapitalkosten
4.2.2 Bewertungsrelevante Zahlungen
4.2.3 Praktische Schätzung der Risikoprämie
4.2.4 Duplizierung und Kapitalmarkt
5 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Masterarbeit verfolgt das Ziel, das von Werner Gleißner entwickelte Konzept einer risikogerechten Unternehmensbewertung kritisch zu analysieren. Dabei wird insbesondere die theoretische und empirische Fundierung des Kapitalkostenmodells sowie des Replikationsansatzes untersucht, um deren Validität und Realitätstreue im Vergleich zu etablierten Bewertungsverfahren zu prüfen.
3.1.1 Begriffsdefinitionen
Gleißner versteht Unternehmenswerte als Zukunftserfolgswert des Bewertungsobjekts. Für die Wertermittlung beruft er sich auf die DCF-Methode und das Ertragswertverfahren. Für beide Methoden sei es charakteristisch, zukünftige unsichere Zahlungen mittels eines Kapitalkostensatzes auf einen Barwert zu verdichten. Dieser Zusammenhang zeige sich in einer üblichen Kapitalwertformel der Form
Hierbei wird der Barwert künftiger Cashflows mit W0(Z) gekennzeichnet, der durch Diskontierung des Erwartungswert unsicherer Zahlungen E(Zt) mit den Kapitalkosten k ermittelt wird.
Zukünftige unsichere Zahlungen Eine Unterscheidung von Ertragswertverfahren und unterschiedlichen Ausprägungen der DCF-Methode wird von Gleißner grundsätzlich nicht vorgenommen. Die unsicheren Zahlungen Z können die Form des EBIT, Flow to Equity bzw. Ertrag, Cashflows oder freien Cashflows annehmen. Es lässt sich ferner beobachten, dass unsichere Größen offenbar mit einer Tilde versehen werden. Für die Berechnung des freien Cashflows verweist Gleißner schließlich auf folgendes Berechnungsschema:
1 Problemstellung und Gang der Untersuchung: Einleitung in die Thematik der Unternehmensbewertung und Erläuterung der Forschungsziele hinsichtlich der Analyse von Gleißners Ansatz.
2 Grundlagen der Unternehmensbewertung: Überblick über bestehende Werttheorien, Bewertungskonzepte sowie das Capital Asset Pricing Model (CAPM) als Standardverfahren.
3 Gleißners Konzept einer risikogerechten Unternehmensbewertung: Detaillierte, deskriptive Darstellung von Gleißners Ansatz, einschließlich seiner Begriffsdefinitionen, seines Kapitalkostenmodells und des Replikationsansatzes.
4 Kritische Analyse: Fundierte wissenschaftliche Überprüfung der theoretischen Basis und der empirischen Fundierung von Gleißners Konzept, unter anderem durch Abgleich mit dem Bernoulliprinzip.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Synthese der Analyseergebnisse und abschließende Einschätzung der Relevanz von Gleißners Modell für die Praxis.
Unternehmensbewertung, Kapitalkostenmodell, Replikationsansatz, Gleißner, Bernoulliprinzip, Risikoanalyse, CAPM, Sicherheitsäquivalent, Risikozuschlag, Value-at-Risk, risikogerechte Bewertung, DCF-Verfahren, Ertragswertverfahren, Finanzierungspolitik.
Die Arbeit untersucht das von Werner Gleißner entwickelte Konzept zur risikogerechten Unternehmensbewertung und setzt es kritisch in den Kontext bestehender finanzwirtschaftlicher Theorien.
Zentrale Themen sind die Unternehmensbewertung unter Unsicherheit, die Kritik am traditionellen CAPM, sowie die detaillierte Darstellung und Analyse von Gleißners Kapitalkostenmodell und Replikationsansatz.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, inwiefern Gleißners risikogerechte Unternehmensbewertung theoretisch fundiert ist und ob sie eine praxistaugliche sowie methodisch korrekte Alternative zu etablierten Ansätzen wie dem CAPM darstellt.
Der Autor nutzt primär eine Literatur- und Theorieanalyse sowie einen Vergleich zwischen verschiedenen bewertungstheoretischen Modellen, ergänzt durch eine kritische Auseinandersetzung mit der mathematischen Herleitung der Gleißner-Gleichungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine neutrale Beschreibung der Gleißner-Verfahren (Kapitel 3) und eine umfassende kritische Analyse dieser Verfahren hinsichtlich ihrer theoretischen Basis und empirischen Fundierung (Kapitel 4).
Unternehmensbewertung, Kapitalkosten, Risikogerechtigkeit, Gleißner, CAPM, Replikationsansatz, Sicherheitsäquivalent und Risikoanalyse.
Der Autor kritisiert unter anderem das Auslassen wichtiger Annahmen zu Finanzierungspolitik und Marktdefinitionen sowie die teilweise unzureichende entscheidungstheoretische Fundierung im Vergleich zum klassischen Bernoulliprinzip.
Der Autor stellt fest, dass Gleißners Versuche, seine Risiko-Wert-Modelle direkt mit dem Bernoulliprinzip zu vereinbaren, wissenschaftlich problematisch sind, da die gewählten Risikomaße (wie VaR) oft nicht mit den Axiomen des Bernoulliprinzips kompatibel sind.
Da Gleißner bei negativen Erwartungswerten zu methodischen Inkonsistenzen gelangt, stuft der Autor die Risikozuschlagsmethode in diesem speziellen Modellrahmen als weniger empfehlenswert ein als die Sicherheitsäquivalentmethode.
Sie dient als exemplarisches Anwendungsbeispiel, an dem der Autor aufzeigt, wie Gleißner in der Praxis – teilweise unter Vernachlässigung präziser Modellannahmen – sein Kapitalkostenmodell umsetzt.
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