Bachelorarbeit, 2014
81 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Gang der Untersuchung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsbestimmung
2.1.1 Spekulationsblasen
2.1.2 Erwartungen
2.1.3 Mikroökonomische Begriffe
2.1.3.1 Bedürfnis, Bedarf und Nachfrage
2.1.3.2 Gütermarkt
2.1.3.3 Polypol
2.1.4 Makroökonomische Begriffe
2.1.4.1 Konjunkturzyklus
2.1.4.2 Konjunkturwellen
2.2 Preisbildung im polypolistischen Gütermarkt
2.2.1 Polypolistisches Gütermarktgleichgewicht
2.2.2 Nachfrageverschiebung
2.2.3 Angebotsverschiebung
3 Analytische Betrachtung
3.1 Analyse ausgewählter Aktien- und Rohstoffblasen
3.1.1 Die Südseeblase
3.1.1.1 Ursachen der Südseeblase
3.1.1.2 Entwicklung der Südseeblase
3.1.1.3 Auswirkungen der Südseeblase
3.1.2 Die Silberblase
3.1.2.1 Ursachen der Silberblase
3.1.2.2 Entwicklung der Silberblase
3.1.2.3 Auswirkungen der Silberblase
3.1.3 Die Dotcomblase
3.1.3.1 Ursachen der Dotcomblase
3.1.3.2 Entwicklung der Dotcomblase
3.1.3.3 Auswirkungen der Dotcomblase
3.2 Ursachenvergleich
3.3 Preisentwicklung
3.3.1 Analyse des Zusammenhangs zwischen Zeit und Preis
3.3.2 Phasen spekulativer Blasen
3.3.3 Preisentwicklung im Gütermarktmodell
3.3.3.1 Modellannahmen
3.3.3.2 Modellerläuterung
3.4 Vergleich ökonomischer Konsequenzen
4 Auswertung und Lösungsansatz
4.1 Voraussetzungen zur Entstehung und Verstärkung spekulativer Aktien- und Rohstoffblasen
4.1.1 Monetäre Bedingungen
4.1.1.1 Niedrige Zinsen und neue Anlageperspektiven
4.1.1.2 Kreditvergabe
4.1.2 Verhaltensbedingte Kriterien
4.1.2.1 Erwartungsbild der Marktteilnehmer
4.1.2.2 Herdenverhalten und Medienpräsenz
4.2 Notwendigkeit der Eindämmung spekulativer Aktien- und Rohstoffblasen
4.3 Möglichkeiten der Prävention
4.3.1 Maßnahmen seitens der Politik
4.3.1.1 Staatlicher Höchstpreis
4.3.1.2 Angebotsausweitung mittels Subventionen
4.3.1.3 Temporäre Besitzbeschränkung
4.3.1.4 Regulierung des Bankeneinflusses auf Privatanleger
4.3.2 Maßnahmen zur Risikoreduktion seitens der Nachfrager
4.4 Möglichkeiten zur Vermeidung eines Crashs
4.4.1 Temporäre Handelsbeschränkungen
4.4.2 Staatlicher Mindestpreis
4.5 Aktuelle Aktien- und Rohstoffblasen
4.5.1 Solarindustrie am Beispiel der SolarWorld AG
4.5.2 Der Rohstoff Gold
5 Zusammenfassung
Die Arbeit analysiert die Ursachen und den Verlauf historischer Spekulationsblasen bei Aktien und Rohstoffen, um daraus Lehren für die Gegenwart zu ziehen, die Auswirkungen auf das Wirtschaftssystem zu bewerten und theoretische Präventionsansätze zu entwickeln.
3.1.1.1 Ursachen der Südseeblase
Anfang des 18. Jahrhunderts tobte ein Krieg zwischen England und Frankreich. Das löste einen hohen Geldbedarf in der englischen Staatskasse aus. Geld sollte mittels Staatsobligationen in den Staatshaushalt fließen, doch eine Nachfrage kam aufgrund geringer Verzinsung kaum zu Stande. Deshalb wurde 1711 die South-Sea Company, übersetzt die Südseegesellschaft, in Form einer Aktiengesellschaft durch einen Parlamentsentschluss gegründet. Aufgabe des Unternehmens war es, die Staatsschulden zu übernehmen und diese mit der Ausgabe von Aktien zu finanzieren. Damit die Aktien für die Anleger attraktiver für den Kauf gestaltet wurden, erhielt die Südseegesellschaft das Monopol für den Südseehandel, also zur damaligen Zeit der Handel mit Südamerika und spanischen Kolonien. Die Vermutung von Edelmetallvorkommen in Peru und Chile, sowie die Planung der Erweiterung der Kolonien weckten die Erwartung einer äußerst positiven Aktienentwicklung. Seitdem wurden die ersten Aktien für 100 Pfund pro Stück verkauft und auch Spekulanten stiegen in den Markt ein, um von Kursgewinnen zu profitieren. Der Vorstandsvorsitzende äußerte gegenüber der Öffentlichkeit, die Südseegesellschaft werde zum größten und einflussreichsten Unternehmen der Welt. Mit dieser Propaganda sollten weitere Menschen zum Kauf der Aktien angeregt werden. Doch die eigentliche Idee dahinter war es, den Kurs künstlich nach oben zu treiben, um sich selbst zu bereichern.
1 Einleitung: Definition der Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit zur Analyse von Spekulationsblasen im Kontext von Aktien und Rohstoffen.
2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung volkswirtschaftlicher Begrifflichkeiten und Marktmodelle, die als Basis für das Verständnis von Spekulationsblasen dienen.
3 Analytische Betrachtung: Historische Analyse der Südsee-, Silber- und Dotcomblase hinsichtlich ihrer Ursachen, Entwicklung und ökonomischen Auswirkungen.
4 Auswertung und Lösungsansatz: Identifikation übereinstimmender Ursachen sowie Diskussion politischer und individueller Maßnahmen zur Prävention und Crash-Vermeidung.
5 Zusammenfassung: Synthese der Kernergebnisse bezüglich der Ursachen, Phasen und Auswirkungen von Spekulationsblasen sowie Ausblick auf die notwendige weiterführende Forschung.
Spekulationsblase, Südseeblase, Silberblase, Dotcomblase, Aktienmarkt, Rohstoffe, Herdenverhalten, Preisbildung, Gütermarkt, Marktmodell, Geldpolitik, Kreditvergabe, Rezession, Prävention, Marktmanipulation.
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Spekulationsblasen bei Aktien und Rohstoffen, analysiert deren Entstehungsursachen anhand historischer Beispiele und bewertet Möglichkeiten zu deren Eindämmung.
Die Arbeit behandelt die ökonomischen Grundlagen der Marktpreisbildung, die psychologischen Faktoren bei Marktteilnehmern sowie die Rolle von geldpolitischen Maßnahmen und staatlichen Regulierungen bei der Entstehung und dem Platzen von Blasen.
Ziel ist die Charakterisierung von Spekulationsblasen, die Erklärung ihrer Preisverläufe auf volkswirtschaftlicher Basis und die Entwicklung theoretischer Ansätze zur Prävention.
Es wird eine historische ex post Analyse dreier ausgewählter Spekulationsblasen (Südseeblase, Silberblase, Dotcomblase) durchgeführt, ergänzt durch eine theoretische Modellierung mittels Gütermarktbetrachtung.
Im Hauptteil erfolgen die detaillierte Analyse der historischen Blasen, ein Ursachenvergleich, die Untersuchung von Preisentwicklungen in fünf Phasen sowie die Auswertung von Lösungsansätzen.
Zu den zentralen Begriffen gehören Spekulationsblase, Herdenverhalten, Markteffizienz, Geldpolitik, Krisenprävention und Asset-Allokation.
Die Silberblase hatte aufgrund der geringeren Involvierung von Personen und Institutionen lokal begrenzte Auswirkungen, während die Dotcomblase durch eine breite Masse an Anlegern und Banken eine größere konjunkturelle Rezession auslöste.
Das Herdenverhalten führt dazu, dass Anleger blind positiv gestimmten Marktmeinungen oder Medienberichten folgen, was die Nachfrage künstlich in die Höhe treibt und die Preisspirale ohne fundamentale Basis verstärkt.
Niedrige Zinsen und eine Ausweitung der Geldmenge senken die Finanzierungskosten für Investitionen, was Marktteilnehmer dazu verleitet, risikoreicheres Kapital in Spekulationsgüter zu investieren, um höhere Renditen zu erzielen.
Maßnahmen wie Höchstpreise oder Handelsbeschränkungen werden oft als ungeeignet eingestuft, da sie zu Schwarzmarkthandel führen und marktkonträr wirken, während indirekte Förderungen oder eine Regulierung der Bankengröße diskutiert werden.
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