Bachelorarbeit, 2015
65 Seiten, Note: 2.0
1. Einleitung
1.1 Problembeschreibung
1.2 Zielsetzung
2. Die Internationalisierung der Volksrepublik China
2.1 Die Going Global Strategie
2.2 Deutschland der Investitionsstandort
3. Forschungsstand
3.1 Internationalisierung chinesischer Unternehmen
3.2 Eine empirische Studie über die Entscheidungsautonomie chinesischer Tochtergesellschaften in Deutschland (2012)
3.3 Deutschland und China – Wahrnehmung und Realität. Die Huawei Studie 2014
4. Begriffliche Abgrenzung
4.1 Investmentportfolio
4.2 Mergers & Aquisitions
4.3 Mergers & Aquisitions Strategien
5. Der Mergers & Aquisitions Prozess
5.1 Erfolgsmodelle der Post Merger Integration
5.2 Das 7 K-Modell nach Jansen
5.3 Sieben Schlüsselfaktoren erfolgreicher Fusion nach A.T. Kearney
5.4 Gegenüberstellung beider Modelle
5.5 Studie PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
6. Kultur, Kommunikation und Führung
6.1 Unternehmenskultur
6.2 Kommunikation
6.3 Führung
6.4 Traditionelle Werte unter westlichem Einfluss der Moderne
5.5 Abschließende eigene Empfehlungen
7. Waldrich Coburg & Beijing No.1 Machine Tool Plant
7.1 Geschichte
7.2 Die Unternehmensübernahme
7.3 Unternehmenskultur / Kommunikation / Führung
8. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, ob chinesische Investoren bei ihrem Engagement in Deutschland an einer langfristigen, ernsthaften Mergers & Acquisitions-Strategie interessiert sind oder Unternehmen primär als kurzfristige Finanzbeteiligungen betrachten, wobei ein besonderer Fokus auf den Erfolgsfaktoren der Post-Merger-Integration liegt.
4.3 Mergers & Aquisitions Strategien
Wenn chinesische Unternehmen grenzüberschreitende Akquisitionen tätigen, gehen sie behutsam und in kleinen Schritten vor, da Sie den Angriff mit großen und noch nicht erfahrungsträchtigen Märkten scheuen. Bereits getätigte Akquisitionen weisen einheitliche Muster auf, aus denen sich fünf Strategien herausgebildet haben. Diese sind nach bedeutenden Übernahmen benannt und für das chinesische Management ein fester Begriff.63 Im Folgenden sollen chinesische Strategien mit Strategien westlicher Akquisitionen verglichen werden. Es sei vorweggenommen, dass eine hundertprozentige Übereinstimmung der Strategien nicht erfolgt.
Haier Strategie: Nach der Akquisition eröffnet das Unternehmen im Heimatland eine Fabrik, um dort eine eigene Marke etablieren zu können. Es wird aber auch eine Akquisition getätigt, um fremde Marken und Vertriebskanäle zu erhalten.64 Diese Strategie kommt der westlichen Know-How Akquisition gleich. Dabei wird Know How in Form von bestimmten Produktionsverfahren, patentierten Technologien, Markennamen oder über den Markt selbst erlangt, um das eigene Unternehmen voran zu bringen.65
Greencool-Strategie: Ausländische Unternehmen werden akquiriert, um mit deren Technologie auf dem heimischen Markt, und zu günstigeren Kosten, produzieren zu können.66 Auch diese Strategie könnte man mit der Know-How Akquisition vergleichen. Eine weitere mögliche Strategie wäre die ergänzungsorientierte Akquisition, die auf den Zugriff der neusten technologischen Entwicklung abzielt.67
Sinopec-Strategie: Es werden speziell ausländische Energie- und Rohstoffunternehmen akquiriert, um den Rohstoffverbrauch im eigenen Land zu sichern.68 In westlichen Ländern kommt dies der beschaffungsorientierten Akquisition gleich, in der der Akquisiteur Zugang zu natürlichen Ressourcen erhält, welche benötigt werden, um im Heimatland Halb- oder Fertigfabrikate herzustellen.69
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Wahrnehmung chinesischer Investoren in Deutschland, geprägt von Ängsten vor Know-how-Verlust und dem Vorwurf rein finanzieller Interessen, und setzt den Fokus auf die erfolgskritische Post-Merger-Phase.
2. Die Internationalisierung der Volksrepublik China: Dieses Kapitel erläutert Chinas ökonomische Öffnung, die "Going Global"-Strategie zur Schaffung globaler Champions und die Position Deutschlands als attraktiver Investitionsstandort.
3. Forschungsstand: Hier werden wissenschaftliche Ansätze wie das OLI-Paradigma und empirische Studien zur Entscheidungsautonomie chinesischer Tochtergesellschaften sowie die "Huawei Studie" zur gegenseitigen Wahrnehmung analysiert.
4. Begriffliche Abgrenzung: Es erfolgt eine theoretische Definition der Begriffe Investmentportfolio, Mergers & Acquisitions sowie die systematische Einordnung verschiedener M&A-Strategien chinesischer Unternehmen.
5. Der Mergers & Aquisitions Prozess: Dieses Kapitel beschreibt den idealtypischen Drei-Phasen-Prozess einer Akquisition und stellt Erfolgsmodelle wie das "7 K-Modell" nach Jansen sowie die Faktoren von A.T. Kearney zur Integration vor.
6. Kultur, Kommunikation und Führung: Die Untersuchung konzentriert sich hier auf die weichen Erfolgsfaktoren, wobei kulturelle Wurzeln, Kommunikationsstandards (Gesichtswahrung) und Führungsstile als zentrale Herausforderungen für chinesische Investoren identifiziert werden.
7. Waldrich Coburg & Beijing No.1 Machine Tool Plant: Anhand dieses spezifischen Unternehmensbeispiels wird die Übernahme in der Praxis evaluiert, um zu prüfen, wie sich theoretische Erfolgsfaktoren im realen Integrationsprozess bewährt haben.
8. Fazit und Ausblick: Zusammenfassend wird festgestellt, dass chinesische Investitionen ein komplexes Paradox darstellen, das durch interkulturelle Lernprozesse und die Kombination von Managementstilen langfristig erfolgreich gestaltet werden kann.
Mergers & Acquisitions, Going Global, Chinesische Investoren, Post-Merger-Integration, Unternehmenskultur, Wissensmanagement, Technologietransfer, Waldrich Coburg, Strategisches Management, Interkulturelle Kommunikation, Institutionelle Umwelt, Auslandsinvestitionen, Unternehmenskontrolle, Wirtschaftsforschung, Erfolgsfaktoren.
Die Thesis untersucht die Hintergründe und Auswirkungen chinesischer Direktinvestitionen in deutsche Unternehmen, insbesondere unter der Fragestellung, ob diese als ernsthafte Unternehmensübernahmen oder als bloße Finanzbeteiligungen zu bewerten sind.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Internationalisierungsstrategien Chinas, den M&A-Prozess, die Bedeutung interkultureller Faktoren wie Führung und Kommunikation sowie die staatliche Steuerung chinesischer Auslandsinvestitionen.
Ziel ist es, durch die Analyse theoretischer Modelle und praktischer Beispiele ein besseres Verständnis für das Handeln chinesischer Manager zu gewinnen, um die Motive hinter den Unternehmensübernahmen objektiv bewerten zu können.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse bestehender Studien und M&A-Theorien sowie eine qualitative Auswertung von Fallbeispielen, insbesondere der Übernahme von Waldrich Coburg durch Beijing No.1.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ökonomische Kontextanalyse (Chinas Außenwirtschaft), die theoretische Betrachtung von M&A-Strategien und Integrationsmodellen sowie eine tiefgehende Untersuchung kultureller Einflussfaktoren auf das Management.
Zentrale Begriffe sind Mergers & Acquisitions, Post-Merger-Integration, "Going Global", chinesische Investoren, Unternehmenskultur und strategisches Management.
Das von Jansen entwickelte Modell dient dazu, weiche Integrationsfaktoren wie Koordination, Kultur und Kommunikation quantifizierbar zu machen, um die Kosten und die Kapitalwirkung einer Übernahme besser zu identifizieren.
Die PWC-Studie zeigt, dass die befragten deutschen Manager die Zusammenarbeit mit chinesischen Investoren trotz anfänglicher Vorbehalte gegenüber dem Führungsstil meist als vertrauensvoll und positiv bewerten, insbesondere wenn eine langfristige Perspektive erkennbar ist.
Sie ist ein zentraler kultureller Faktor, der besagt, dass starke Gefühlsausbrüche in der Öffentlichkeit vermieden werden müssen, was westliche Partner oft als indirekt oder undurchsichtig wahrnehmen, für den chinesischen Geschäftserfolg jedoch essenziell ist.
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