Masterarbeit, 2015
113 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problem- und Zielstellung
1.2 Methodisches Vorgehen
2 Nachhaltigkeit
2.1 Nachhaltigkeit und Wirtschaften
2.2 Nachhaltigkeitsprinzipien
3 Vergleich des Nachhaltigkeitsmanagements im deutschen Bankensektor
3.1 Definitorische Grundlagen
3.2 Das Kriterien- und Indikatorenmodell (KIM) als Vergleichsgrundlage zur Bewertung der Nachhaltigkeit
3.2.1 Modelleignung für den Institutsvergleich
3.2.2 Zielgruppenkonforme Adaption der Fragestellungen
3.2.3 Ergänzung theoretisch und praktisch relevanter Fragestellungen und Kennzahlen
3.3 Vorgehensweise beim Vergleich
3.4 Empirische Auswertung
3.4.1 Ökonomie
3.4.1.1 Wirtschaftlichkeit
3.4.1.2 Wettbewerbsfähigkeit
3.4.1.3 Kundenzufriedenheit
3.4.1.4 Innovation und Stellenwert der Ressourceneffizienz
3.4.2 Ökologie
3.4.2.1 Umweltleistung und -managementsysteme
3.4.2.2 Energie und Klimaschutz
3.4.2.3 Ressourcen
3.4.2.4 Beschaffung
3.4.2.5 Logistik
3.4.3 Soziales
3.4.3.1 Stakeholderdialog und Verhaltenskodex
3.4.3.2 Arbeitszufriedenheit und Gesundheit
3.4.3.3 Vergütung und Sicherheit
3.4.3.4 Sozialkapital und Work-Life-Balance
3.4.3.5 Wissensmanagement und Diversity
3.4.3.6 Weiterentwicklung der Mitarbeiter
3.4.4 Corporate Governance
3.4.4.1 Steuerung und Integration
3.4.4.2 Kommunikation und Kooperationen
3.4.4.3 Regionale Nähe und ethisch faire Werbung
3.4.4.4 Gesellschaftliches Engagement
3.5 Schlussfolgerungen aus den empirischen Untersuchungen
3.5.1 Kernaussagen und Auswertung
3.5.2 Motive nachhaltigen Wirtschaftens
3.5.3 Widerstände nachhaltigen Wirtschaftens
4 Kundenpotentiale für nachhaltig wirtschaftende Banken
5 Fazit
Die Masterarbeit analysiert das Nachhaltigkeitsmanagement von 20 Kreditinstituten im deutschen Bankensektor, um zu untersuchen, mit welcher Intensität diese das Thema in ihre Geschäftsstrategien integrieren und welche Kennziffern und Verhaltensweisen sie dabei anwenden. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, inwieweit das Management der Banken mit den Prinzipien nachhaltigen Wirtschaftens vereinbar ist und welche Herausforderungen dabei bestehen.
1.1 Problem- und Zielstellung
„Stell dir vor, du entdeckst eines Tages auf deinem Gartenteich eine Seerose. Du freust dich an ihrer wunderbar zarten Blütenpracht, weißt andererseits, dass diese Pflanze stark wuchert und ihre Blattfläche jeden Tag verdoppelt. Wenn sie ungehindert wächst, werden ihre Schwimmblätter eines Tages den gesamten Teich bedecken. Dann werden sie in kurzer Zeit alle anderen Lebensformen ersticken. Die Seerose scheint freilich in den folgenden Tagen und Wochen ziemlich zierlich und harmlos zu bleiben. Du machst dir keine großen Sorgen. Im Gegenteil, du freust dich an ihrer wachsenden Pracht. Am 29. Tag stellst du plötzlich fest, dass ihre Blätter die Wasserfläche des Teiches zur Hälfte bedecken. Wie viel Zeit bleibt dir noch, um den Teich zu retten?“
Schon im Jahr 1972 veranschaulicht Dennis Meadows und sein Forscherteam mit der Seerosen-Metapher das Dilemma der heutigen ressourcen- sowie emissionsintensiven Industriegesellschaft. Das Problem liegt in der nicht linearen, sondern exponentiellen oder gar super-exponentiellen Entwicklung. Die Wachstumsgetriebenheit der Menschheit führt das komplexe, geschlossene und materiell nicht wachsende System Erde an seine Grenzen, da einerseits die biophysikalische Tragfähigkeit schwindet und andererseits die Ressourcen aufgebraucht werden. Dieses Ökosystem wird den Nachhaltigkeitsmegatrends infolge eines gleichbleibenden Ressourcenverbrauchs, des primär gewinnorientierten Wirtschaftens sowie der exponentiellen Wachstumsbestrebungen in absehbarer Zukunft nicht standhalten.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Dringlichkeit der Nachhaltigkeit durch die Seerosen-Metapher ein und erläutert die besondere Verantwortung des Bankensektors.
2 Nachhaltigkeit: Dieses Kapitel definiert den Nachhaltigkeitsbegriff, seine historische Entwicklung und die daraus resultierenden Prinzipien für ein ressourcenökonomisches Handeln.
3 Vergleich des Nachhaltigkeitsmanagements im deutschen Bankensektor: Dieser Hauptteil beschreibt das angewendete Kriterien- und Indikatorenmodell (KIM) und wertet die Nachhaltigkeitsleistungen von 20 Instituten in den vier Dimensionen Ökonomie, Ökologie, Soziales und Governance detailliert aus.
4 Kundenpotentiale für nachhaltig wirtschaftende Banken: Das Kapitel beleuchtet die Zielgruppen mit sozial-ökologischen Präferenzen und deren Anforderungen an das moderne Banking.
5 Fazit: Das Fazit fasst die empirischen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer international gültigen Nachhaltigkeitslehre sowie klarer gesetzlicher Standards.
Nachhaltigkeitsmanagement, Bankensektor, Kriterien- und Indikatorenmodell, KIM, CSR-Management, Ökonomie, Ökologie, Soziales, Corporate Governance, Nachhaltige Produkte, Mitarbeitervergütung, Stakeholderdialog, Compliance, Unternehmenskultur, Existenzsicherung
Die Arbeit untersucht, wie deutsche Banken Nachhaltigkeitsmanagement in ihre Geschäftsstrategien integrieren und welche Intensität sowie Qualität dieses Management in der Praxis aufweist.
Zentrale Themen sind die ökonomische Leistungsfähigkeit, ökologische Managementsysteme, soziale Standards im Personalwesen sowie Governance-Strukturen wie Compliance und Stakeholder-Kommunikation.
Ziel ist es, den Status quo des Nachhaltigkeitsmanagements bei 20 ausgewählten Kreditinstituten zu erfassen und zu bewerten, um Erkenntnisse über die Vereinbarkeit von Bankgeschäft und Nachhaltigkeit zu gewinnen.
Die Arbeit nutzt das Kriterien- und Indikatorenmodell (KIM), das spezifisch für den Bankensektor angepasst wurde, um eine standardisierte empirische Auswertung und einen Vergleich der Institute zu ermöglichen.
Der Hauptteil analysiert detailliert die vier Dimensionen Ökonomie, Ökologie, Soziales und Governance sowie die daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen zu Motiven und Widerständen.
Wichtige Begriffe sind Nachhaltigkeitsmegatrends, starke Nachhaltigkeit, Intermediärsfunktion von Banken, Compliance, Stakeholderansatz und Corporate Citizenship.
Compliance wird als notwendige Basis der Corporate Governance angesehen, die für gesetzestreues und ethisches Handeln unerlässlich ist und zunehmend an Bedeutung im betrieblichen Gesamtgefüge gewinnt.
Unterschiede ergeben sich oft aus der Größe und Struktur der Institute; während Großbanken umfangreiche, aber teils standardisierte Programme anbieten, zeigen kleinere oder spezialisierte Ethikbanken andere Schwerpunkte bei der Mitarbeiterbindung.
Die Autorin folgert, dass aufgrund fehlender strenger gesetzlicher Rahmenbedingungen das Nachhaltigkeitsmanagement aktuell noch stark von freiwilligen Anreizen und Unternehmenskonsens abhängt, was eine Standardisierung erschwert.
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