Bachelorarbeit, 2012
49 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Definitionsansätze
2.1 Das Genre Horrorfilm
2.2 Die Subgenres
3. Weibliche Gewalttätigkeit in Soziologie und Medien
3.1 Wider die Weiblichkeit – Zur Unmöglichkeit weiblicher Gewalt
3.2 Der Fall Monika Weimar
4. Weiblichkeit in der Theoriebildung
4.1 Sigmund Freud und der Mythos der Vagina Dentata
4.2 Julia Kristeva – Der weibliche Körper als Abjekt
5. Inszenierung von Weiblichkeit im Horrorfilm
5.1 Das Final Girl
5.2 The Monstrous Feminine
5.2.1 Die archaische Mutter
5.2.2 Das besessene Monster
5.2.3 Der monströse Mutterleib
5.2.4 Die Vampirin
5.2.5 Die Hexe
5.2.6 Die Femme Castratrice
5.2.7 Die kastrierende Mutter
6. Filmanalysen
6.1 High Tension (Haute Tension)
6.2 Audition (Ōdishon)
6.3 The Loved Ones – Pretty in Blood (The Loved Ones)
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung weiblicher Monstrosität im Horrorfilm und hinterfragt, warum Frauen in diesem Genre bevorzugt in der Opferrolle dargestellt werden, obwohl weibliche Gewalt gesellschaftlich existiert. Dabei wird analysiert, wie filmische Repräsentationen weiblicher Täterinnen mit gesellschaftlichen Geschlechterstereotypen und psychoanalytischen Theorien korrespondieren.
3.1 Wider die Weiblichkeit – Zur Unmöglichkeit weiblicher Gewalt
Die Rezeption weiblicher Gewalt in den Medien wird stark von stereotypen Geschlechterbildern beeinflusst. Gewalttätigkeit an sich wird als männlich konnotiert wahrgenommen und widerspricht somit der Vorstellung der Frau als passives und nicht aggressives Wesen (Klein 1998a: 9). Werden dem Mann also Attribute wie Ernst, Härte, Kraft und Unabhängigkeit zugeschrieben, erweisen sich Schönheit, Freundlichkeit, Zartheit und Hilfsbedürftigkeit als typisch weibliche Merkmale (Klein 1998a: 18). Gewalt wird in diesem Zusammenhang nicht nur eher im Bereich des Männlichen verortet, sondern verstärkt in ihrer Ausübung sogar noch die Maskulinität eines Mannes ebenso sehr, wie sie die Feminität einer Frau beeinträchtigt (Neroni 2005: 42). Frauen, welche Gewaltverbrechen verüben, stehen somit dem Stereotyp von Weiblichkeit entgegen (Klein 1998a: 18). Die Problematik, die sich aus diesem Widerspruch ergibt, erklärt Neroni (2005) wie folgt : „We deem violence so antithetical to feminity that when a woman murders someone it doesn’t make sense within our symbolic system” (Neroni 2005: 62). Die Reaktion der Medien und der Gesellschaft auf diese Verletzung der symbolischen Ordnung ist fast immer hysterischer Natur (Neroni 2005: 60). Diese Hysterie äußert sich dergestalt, dass immer wieder erneut die Beweggründe der Tat diskutiert und hinterfragt werden. Die Frage nach dem ‚Warum?‘ vermag jedoch nicht beantwortet werden: Das gesellschaftlich erlittene Trauma, bedingt durch die von einer Frau begangene Gewalt-
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Darstellung von Frauen im Horrorfilm und Formulierung der Forschungsfrage zur Unterrepräsentation weiblicher Gewaltakteure.
2. Definitionsansätze: Überblick über die Schwierigkeiten einer einheitlichen Genredefinition des Horrorfilms sowie eine Einführung in dessen Subgenres.
3. Weibliche Gewalttätigkeit in Soziologie und Medien: Untersuchung der gesellschaftlichen Reaktionen auf reale weibliche Gewalt am Fallbeispiel Monika Weimar.
4. Weiblichkeit in der Theoriebildung: Vorstellung psychoanalytischer Konzepte von Freud, Kristeva und Creed zur Analyse monströser Weiblichkeit.
5. Inszenierung von Weiblichkeit im Horrorfilm: Analyse der filmischen Figurenkonzeptionen, insbesondere des Final Girls und der verschiedenen Facetten des Monstrous Feminine.
6. Filmanalysen: Detaillierte Untersuchung von "High Tension", "Audition" und "The Loved Ones" hinsichtlich der Darstellung weiblicher Monstrosität.
7. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Genres.
Horrorfilm, Weiblichkeit, Monstrosität, Gewalt, Psychoanalyse, Final Girl, Abjektion, Geschlechterstereotypen, Vagina Dentata, Kastrationsangst, Filmanalyse, Soziologie, Medienwirkung, Geschlechterrollen, Horror-Subgenres.
Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung von Frauen im Horrorfilm, insbesondere mit der Frage, warum weibliche Figuren selten als aktive Gewalttäterinnen oder Psychopathinnen inszeniert werden.
Zentral sind die soziologische Betrachtung von realer weiblicher Gewalt, psychoanalytische Deutungsmuster von Monstrosität und die mediale Inszenierung von Frauen in verschiedenen Horror-Subgenres.
Die Arbeit hinterfragt, warum das Genre Frauen überwiegend in der Opferrolle präsentiert und welche gesellschaftlichen oder theoretischen Gründe eine monströse Darstellung von Frauen erschweren oder als Bedrohung definieren.
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche und filmtheoretische Analyse, ergänzt durch psychoanalytische Ansätze, um Filmbeispiele und mediale Diskurse zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Freud, Kristeva, Creed) sowie in eine detaillierte Filmanalyse von drei exemplarischen Horrorfilmen, in denen Frauen die Rolle des Täters einnehmen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Monstrous Feminine", "Final Girl", "Kastrationsangst", "Abjektion" und "Geschlechterrollen" definiert.
Der Fall dient als reales Beispiel, um aufzuzeigen, wie die Medien auf gewalttätige Frauen reagieren und diese durch stereotype Konstruktionen als "Un-Frauen" oder "Hexen" diskreditieren, um das eigene Weltbild zu schützen.
Die Arbeit rezipiert die Analyse von Carol J. Clover kritisch und diskutiert, ob das "Final Girl" tatsächlich ein emanzipatorisches Potenzial besitzt oder lediglich eine männlich konnotierte Projektionsfläche bleibt.
In "High Tension", "Audition" und "The Loved Ones" brechen die Protagonistinnen mit den klassischen Mustern des Horrorfilms, indem sie selbst zu den gewalttätigen Akteurinnen werden, wobei jede Frau eine unterschiedliche Form der Monstrosität repräsentiert.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

