Bachelorarbeit, 2014
33 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Laclos’ Les Liaisons dangereuses
3. Die Rolle der Frau im Ancien Régime
4. Die Libertinage – ein Gesellschaftsspiel
5. Der Geschlechterkrieg in Les Liaisons dangereuses
5.1 Sprache als Kampfmittel
5.2 Hypokrisie als Machtmittel
5.3 Wandel der Komplizenschaft zum offenen Krieg
6. Merteuil - der weibliche Libertin
6.1 Der Sprachgebrauch der Merteuil und dessen Bedeutung
6.2 Der Machtwille der Merteuil und ihre Methodik zum Erreichen derselben
6.2.1 Schein und Sein
6.2.2 Die phallokratische Ordnung
6.3 Einschätzung der Merteuil
7. Sensualistischer Materialismus: Die geistige Grundlage zum Verständnis Valmonts
7.1 Valmont – der gottgleiche Libertin
7.2 Widerspiegelung des libertinen Verhaltens in seinem Sprachgebrauch
7.3 Modalitäten der Verführung der Tourvel durch Valmont
7.4 Einschätzung des Verhältnisses Valmont – Tourvel
8. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Figur der Marquise de Merteuil im Briefroman „Les Liaisons dangereuses“ von Choderlos de Laclos als eine feministische Gestalt interpretiert werden kann, die sich durch die bewusste Entlarvung und Untergrabung der androzentrierten Gesellschaftsordnung auszeichnet.
6.2.1 Schein und Sein
Es ist die Figur der Merteuil, die Laclos dazu ernannt hat, die Wahrheit ans Licht zu bringen, eine Wahrheit, die nicht die ihre ist, sondern die Wahrheit der Gesellschaft. Sie wird zwar entlarvt und verurteilt, aber mehr als sie entlarvt sich die Gesellschaft selbst in der Öffentlichkeit der Comédie Italiente, einem Theater, als Theater, was einer Bestätigung gleichkommt, dass ihr Sein Schein ist.
Das „neugierige Auge“ der Merteuil hat als einziges den „wesensmäßigen Trugcharakter“ erkannt. Nur sie als die ebenso Trügerische kann diese Wahrheit erkennen. Durch den Schein kann sie das, was als Wahrheit hingestellt wird, als Schein identifizieren. „Die Wahrheit kann innerhalb eines ... Verblendungszusammenhangs nicht truglos zutage gefördert werden, sondern bedarf des Truges, um als Wahrheit zu erscheinen.“
Die Ironie besteht darin, dass die Merteuil die Gesellschaft demaskiert, indem sie selbst demaskiert wird. Ihr eigenes Spiegelbild demaskiert also die Gesellschaft. Die folgende Beschreibung ihres entstellten Gesichts nach der Pockenerkrankung entspricht der Entartung der Gesellschaft.
1. Einleitung: Vorstellung des Romans und der zentralen These, dass die Marquise de Merteuil als Feministin durch die Entlarvung gesellschaftlicher Strukturen agiert.
2. Laclos’ Les Liaisons dangereuses: Historische Einordnung des Romans als moralkritische Darstellung des korrupten Hochadels.
3. Die Rolle der Frau im Ancien Régime: Darstellung der patriarchalischen Strukturen und der Erziehungsziele, die Frauen auf den privaten Bereich beschränkten.
4. Die Libertinage – ein Gesellschaftsspiel: Erläuterung der Entwicklung der Libertinage von spielerischer Galanterie zur zerstörerischen psychischen Gewalt.
5. Der Geschlechterkrieg in Les Liaisons dangereuses: Analyse des Wandels zwischenmenschlicher Beziehungen hin zu einem bewussten Krieg der Geschlechter unter Anwendung von Sprache und Hypokrisie.
6. Merteuil - der weibliche Libertin: Untersuchung der spezifischen Methoden der Marquise, ihre Unabhängigkeit zu wahren und phallische Macht zu okkupieren.
7. Sensualistischer Materialismus: Die geistige Grundlage zum Verständnis Valmonts: Analyse der philosophischen Basis von Valmonts Handeln, das auf Eigeninteresse und der Ablehnung christlicher Moral basiert.
8. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Merteuil als emanzipierte Frau und Relevanz des Romans als implizite Gesellschaftskritik.
Les Liaisons dangereuses, Choderlos de Laclos, Marquise de Merteuil, Valmont, Feminismus, Libertinage, Ancien Régime, Hypokrisie, phallokratische Ordnung, sensualistischer Materialismus, Geschlechterkrieg, Machtspiele, Schein und Sein, Literaturanalyse, Aufklärung.
Die Arbeit analysiert Choderlos de Laclos’ Roman „Les Liaisons dangereuses“ unter dem speziellen Fokus, die Marquise de Merteuil als eine feministische Protagonistin zu betrachten, die gesellschaftliche Machtstrukturen hinterfragt.
Zentrale Themen sind die Rolle der Frau im 18. Jahrhundert, die Funktionsweise der Libertinage als Machtinstrument, der Geschlechterkrieg sowie die philosophischen Grundlagen der Protagonisten.
Die Arbeit untersucht, ob der Kampf der Marquise de Merteuil gegen die weibliche Ohnmacht in der patriarchalen Gesellschaft sie zu einer feministischen Frauengestalt macht.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, wobei Erklärungsmodelle von Theoretikern wie Barbara Vinken und Jürgen von Stackelberg zur Interpretation der Handlungen und Sprache der Figuren herangezogen werden.
Der Hauptteil behandelt die Analyse des Briefromans, die Dekonstruktion der libertinen Sprache, die Intrigen der Merteuil sowie den Vergleich mit dem sensualistischen Materialismus.
Die Arbeit ist durch eine kritische Auseinandersetzung mit der männlich definierten Gesellschaftsordnung und der Subversion dieser Ordnung durch die Hauptfigur geprägt.
Dieser Brief ist der autobiographische Schlüssel zur Figur der Merteuil; er durchbricht die Ebene der Täuschung und offenbart ihre Vita sowie ihre bewusste, analytische Aneignung von Macht.
Weil sie erkennt, dass Macht in ihrer Zeit männlich definiert ist, und sie sich diese symbolische Macht aneignet, um ihre libertinen Gegner zu kastrieren und so deren Überlegenheit zu brechen.
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