Bachelorarbeit, 2013
51 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Begrifflichkeiten und theoretische Grundlagen
2.1 Merkmale des politischen Extremismus
2.2 Rechtsextremismus per definitionem – konkretisiert auf die Einstellungsebene
2.3 Die Mehrdimensionalität rechtsextremer Einstellungen
3. Rechtsextreme Einstellungen unter Thüringer Bürgern
3.1 Grundlegende Probleme empirischer Studien über rechtsextreme Einstellungen
3.2 Auswertende Interpretation der Ergebnisse des „Thüringen-Monitor 2012“ – bezüglich rechtsextremer Einstellungen
3.3 Genese rechtsextremer Einstellungen
3.3.1 Individualisierungstheoretischer Ansatz
3.3.2 Politischer Einflussfaktor
4. Strategien gegen rechtsextreme Einstellungen
4.1 Strategien von [Name geschwärzt]
4.2 Zusammenfassung des leitfadengestützten Interviews
4.3 Auswertung des Interviews
5. Fazit
Die Arbeit untersucht das Ausmaß und die Ursachen rechtsextremer Einstellungen innerhalb der Thüringer Bevölkerung, um zu klären, ob es sich hierbei um ein gesellschaftliches Randphänomen oder ein gesamtgesellschaftliches Problem handelt.
2.2 Rechtsextremismus per definitionem – konkretisiert auf die Einstellungsebene
Politischer Extremismus und Rechtsextremismus stehen in einem »Subordinationsverhältnis« zueinander, weshalb die eben aufgeführten Merkmale, Strukturen und Formen auf Rechtsextremismus grundlegend übertragbar sind, sich jedoch aufgrund ihrer politischen Orientierung und ideologischen Weltbilder ganz eigenständig ausdifferenzieren. Sichtet man diverse Literatur zu dieser Thematik, stößt man auf zahlreiche Definitionen. Zwar besteht im Kern kaum Dissens, jedoch werden jeweils unterschiedliche Merkmalsausprägungen akzentuiert, woraus eine begriffliche Unschärfe resultiert. Damit wird ersichtlich, dass eine allgemein gültige und sämtliche Merkmale einschließende Definition, infolge der Komplexität dieses Phänomens nicht möglich ist. Trotz dieser Grundproblematik, sticht in diesem fast schon unüberschaubaren Angebot von Definitionen, die des Politikwissenschaftlers Prof. Dr. Hans-Gerd Jaschke heraus, welche auf den ersten Blick ein wenig umfangreich erscheinen mag, jedoch als wissenschaftliche Definition, umfassend unterschiedlichste Merkmalsausprägungen aufzeigt. Jaschke versteht unter Rechtsextremismus, per definitionem:
„...die Gesamtheit von Einstellungen, Verhaltensweisen und Aktionen, organisiert oder nicht, die von der rassisch oder ethnisch bedingten sozialen Ungleichheit der Menschen ausgehen, nach ethnischer Homogenität von Völkern verlangen und das Gleichheitsgebot der Menschenrechts-Deklaration ablehnen, die den Vorrang der Gemeinschaft vor dem Individuum betonen, von der Unterordnung des Bürgers unter die Staatsräson ausgehen und die den Individualismus aufheben wollen Demokratisierung rückgängig machen wollen. [sowie] den Individualismus aufheben wollen Demokratisierung zugunsten einer völkischen, kollektivistischen, ethnisch homogenen Gemeinschaft in einem starken Nationalstaat und in Verbindung damit den Multikulturalismus ablehnen und entschieden bekämpfen. Rechtsextremismus ist eine antimodernistische, auf soziale Verwerfungen industriegesellschaftlicher Entwicklung reagierende, sich europaweit in Ansätzen zur sozialen Bewegung formierende Protestform.“
1. Einleitung: Die Einleitung bettet das Thema in den gesellschaftlichen Kontext ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Verbreitung und Einordnung rechtsextremer Einstellungen in Thüringen.
2. Begrifflichkeiten und theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel klärt zentrale Begriffe wie Extremismus und Rechtsextremismus und arbeitet die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung auf Handlungs- und Einstellungsebene heraus.
3. Rechtsextreme Einstellungen unter Thüringer Bürgern: Hier werden empirische Probleme der Messung diskutiert, Ergebnisse des "Thüringen-Monitor 2012" interpretiert und soziologische Ansätze zur Entstehung rechtsextremer Einstellungen beleuchtet.
4. Strategien gegen rechtsextreme Einstellungen: Das Kapitel stellt Ansätze der Prävention vor, analysiert Strategien vor Ort und wertet ein Experteninterview mit einer Beraterin aus.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bekräftigt die Notwendigkeit, Rechtsextremismus nicht als bloßes Randphänomen, sondern als gesamtgesellschaftliches Problem zu adressieren.
Rechtsextremismus, Thüringen-Monitor, Einstellungsebene, Politische Bildung, Prävention, Gesellschaftlicher Wandel, Soziale Desintegration, Mehrdimensionalität, Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus, Zivilgesellschaft, Empirische Sozialforschung, Demokratie, Rechtspopulismus, Extremismusforschung
Die Arbeit befasst sich mit der Verbreitung rechtsextremer Einstellungen in der Bevölkerung von Thüringen und hinterfragt deren gesellschaftliche Einordnung.
Zentrale Themen sind die theoretische Definition von Rechtsextremismus, die Analyse empirischer Daten zur Einstellungslage sowie die Bewertung von Präventionsstrategien.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, in welchem Ausmaß rechtsextreme Einstellungen in der Thüringer Bevölkerung existieren und ob dies als "nur" gesellschaftliches Randphänomen oder als tiefgreifendes gesellschaftliches Problem zu bewerten ist.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer auswertenden Interpretation vorhandener empirischer Studien (Thüringen-Monitor) sowie einer qualitativen Analyse durch ein leitfadengestütztes Experteninterview.
Der Hauptteil analysiert begriffliche Grundlagen, interpretiert Studienergebnisse zu rechtsextremen Einstellungen, beleuchtet Entstehungsursachen und evaluiert die praktische Arbeit gegen Rechtsextremismus.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Rechtsextremismus, Thüringen, gesellschaftliches Randphänomen, Prävention und demokratische Zivilgesellschaft.
Da Rechtsextremismus kein eindimensionales Phänomen ist, dient die Aufteilung in Dimensionen wie Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus oder Nationalismus dazu, die Vielschichtigkeit und unterschiedliche Ausprägungsformen präziser zu erfassen.
Diese Prozesse führen laut Arbeit zu Verunsicherung und Statusängsten, die den Boden für einfache, populistische Erklärungsmuster und die Identifikation mit extremen Ideologien bereiten können.
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