Magisterarbeit, 2003
157 Seiten, Note: 1,0
1 Online-Methodenforschung als interdisziplinäres Erkenntnisgebiet
2 Online-Befragung: Darstellung des Forschungsgegenstandes
2.1 Abgrenzung von anderen Befragungsverfahren
2.1.1 Eine neue Variante der selbst-administrierten Befragung
2.1.2 Merkmale der Online-Technologie
2.1.3 Anwendungsgebiete für Online-Befragungen
2.2 Gütekriterien und Fehlermodelle in der Umfrageforschung
2.2.1 Gütekriterien der Methodenforschung
2.2.2 Das Fehlermodell von Groves
2.2.3 Typologie von Teilnahmeverhalten bei Web-Befragungen
2.3 Verfahren zur Teilnehmerrekrutierung
2.3.1 Deterministische Verfahren
2.3.2 Zufallsverfahren
2.4 Status Quo der empirischen Online-Fragebogenforschung
2.4.1 Befunde zu Merkmalen der Befragten
2.4.2 Befunde zu Merkmalen des Instruments
2.4.3 Bemerkung zur Vorgehensweise in der Methodenforschung
3 Theorien zur Beantwortung von Umfragen
3.1 Theorien zur Erklärung der Teilnahme an Befragungen
3.1.1 Teilnahme als rationale Entscheidung
3.1.2 Teilnahme als heuristische Entscheidung
3.1.3 Teilnahme als sozialer Austausch
3.1.4 Handlungstheoretische Ansätze
3.2 Theorien zur Erklärung der Beantwortung von Fragen
3.2.1 Psychometrische Ansätze
3.2.2 Antwortselektion als Nutzenmaximierung
3.2.3 Das kognitionspsychologische Strukturmodell
3.2.4 Theorien paralleler Verarbeitungswege
3.2.5 Konversationstheoretische Überlegungen
4 Experimentelle Untersuchung der Wirkung von Fragebogenmerkmalen bei Online-Befragungen
4.1 Fragestellung und Hypothesen
4.1.1 Fragenkomplex animierte Skalen
4.1.2 Fragenkomplex Fortschrittsanzeige
4.1.3 Fragenkomplex Kontexteffekte
4.2 Methode
4.2.1 Beschreibung des Instruments
4.2.2 Vorgehensweise und Ergebnisse der Pretests
4.2.3 Feldphase und Stichprobencharakteristik
4.2.4 Datenaufbereitung
4.3 Ergebnisse
4.3.1 Fragenkomplex animierte Skalen
4.3.2 Fragenkomplex Fortschrittsanzeige
4.3.3 Fragenkomplex Kontexteffekte
4.4 Zusammenfassende Diskussion
5 Schlussfolgerung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht systematisch Fragebogeneffekte bei Online-Befragungen, mit dem Ziel, die methodologischen Besonderheiten dieses Mediums theoretisch zu fundieren und empirisch zu prüfen. Dabei wird insbesondere der Einfluss von grafischen Elementen (animierten Icon-Skalen), Fortschrittsanzeigen und Kontexteffekten auf das Antwortverhalten und die Datenqualität analysiert.
2.1.1 Eine neue Variante der selbst-administrierten Befragung
Online-Befragungen sind in der Literatur unterschiedlich abgegrenzt. Der Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute (ADM) verwendet eine relativ weite Definition, die folgende Spezialfälle umfasst (vgl. ADM, 2001, S. 1):
(1) Teilnehmer füllen einen auf einem Server abgelegten Fragebogen im Internet online aus.
(2) Teilnehmer laden den Fragebogen von einem Server herunter und schicken ihn ausgefüllt per E-Mail zurück, und
(3) Forscher versenden Fragebögen per E-Mail und erhalten sie ausgefüllt ebenfalls per E-Mail zurück.
Batinic und Bošnjak (2000, S. 288) sowie Batagelj, Lozar Manfreda und Vehovar (1998, S. 2) differenzieren weniger stark und unterscheiden die Web-Befragung, bei der ein im Internet abgelegter Fragebogen online von den Befragten ausgefüllt wird, von der E-Mail-Befragung. Da Letztere im Gegensatz zur Web-Befragung einige Nachteile aufweist (siehe Tuten, Urban und Bošnjak, 2002, S. 9f., auch Schaefer und Dillman, 1998, S. 4, Dillman, Tortora und Bowker, 1998, S. 5) attestiert ihr Starsetzki (2001, S. 43) Bedeutungslosigkeit in der praktischen Anwendung. Sie ist daher nicht Gegenstand der vorliegenden Arbeit.
1 Online-Methodenforschung als interdisziplinäres Erkenntnisgebiet: Einleitung in die Bedeutung der Online-Befragung und Begründung der Notwendigkeit einer methodologischen Auseinandersetzung.
2 Online-Befragung: Darstellung des Forschungsgegenstandes: Definition und Abgrenzung der Online-Befragung sowie Diskussion von Gütekriterien, Fehlermodellen und Rekrutierungsverfahren.
3 Theorien zur Beantwortung von Umfragen: Überblick über theoretische Ansätze zur Erklärung von Teilnahmeverhalten und kognitiven Prozessen bei der Fragebeantwortung.
4 Experimentelle Untersuchung der Wirkung von Fragebogenmerkmalen bei Online-Befragungen: Detaillierte Beschreibung der experimentellen Untersuchung, der Hypothesen sowie der Ergebnisse zu Icon-Skalen, Fortschrittsanzeigen und Kontexteffekten.
5 Schlussfolgerung und Ausblick: Zusammenführende Einordnung der Ergebnisse in den methodischen Kontext und Plädoyer für eine interdisziplinäre Online-Forschung.
Online-Befragung, Online-Forschung, Fragebogeneffekte, Datenerhebung, Web-Befragung, Fehlermodell, Item-Nonresponse, Dropout, Icon-Skalen, Fortschrittsanzeige, Kontexteffekte, Antwortverhalten, Methodenforschung, Survey-Design, Online-Methodik.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Qualität von Online-Befragungen und analysiert, wie spezifische Merkmale des Online-Fragebogens, wie beispielsweise visuelle Skalen oder Fortschrittsbalken, das Antwortverhalten und die Abbruchquoten der Teilnehmer beeinflussen.
Zentrale Themen sind die methodischen Grundlagen der Online-Forschung, Theorien der Umfrageforschung, Techniken der Teilnehmerrekrutierung sowie die experimentelle Überprüfung von Design-Merkmalen eines Online-Fragebogens.
Das primäre Ziel ist es, die theoretische Fundierung für Online-Befragungen zu verbessern und durch eine experimentelle Untersuchung aufzuzeigen, wie konkrete Gestaltungselemente die Datenqualität (z.B. Abbruchraten und Antwortverzerrungen) beeinflussen.
Der Autor führt ein umfangreiches Feldexperiment durch, wobei er einen eigens konzipierten Online-Fragebogen nutzt, in dem verschiedene experimentelle Treatments (Split-Ballot Design) zur Anwendung kommen, um Wirkungszusammenhänge kausal zu analysieren.
Im Hauptteil werden zunächst der Status Quo und die theoretischen Grundlagen erläutert, gefolgt von der experimentellen Untersuchung selbst, in der die Wirkungen von Icon-Skalen, Fortschrittsanzeigen und Kontexteffekten anhand von Daten aus einer Online-Studie detailliert ausgewertet werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Online-Befragung, Fragebogeneffekte, Datenqualität, Nonresponse, kognitive Prozesse der Fragebeantwortung und Survey-Design beschreiben.
Überraschenderweise zeigen die Ergebnisse, dass grafische Icon-Skalen nur einen geringen positiven Effekt auf die Motivation haben und in manchen Fällen sogar zu stärkeren Reihenfolgeeffekten führen können, anstatt die Datenqualität signifikant zu verbessern.
Der Autor stellt fest, dass die Fortschrittsanzeige die subjektive Zufriedenheit der Befragten steigert und daher empfohlen wird, jedoch muss die Berechnung der Anzeige präzise sein, da eine ungenaue oder degressive Anzeige Abbruchraten negativ beeinflussen kann.
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