Masterarbeit, 2015
145 Seiten, Note: 1,5
Einleitung
1. Die Migrationsroute der Zentralamerikaner durch Mexiko
2. Der Migrationsprozess von guatemaltekischen Migranten
2.1 Die wichtigsten Emigrationsmomente seit 1980
2.2 Die aktuelle Migrationssituation
2.3 Die Grenze Mexiko – Guatemala, ein Schmelztiegel verschiedener Migrationsprozesse
2.4 Die Rolle der Frau im guatemaltekischen Migrationsprozess
2.5 Die Geldsendungen der guatemaltekischer Emigranten
2.6 Faktoren, die den guatemaltekischen Migrationsprozess beeinflussen
3. Der Migrationsprozess von salvadorianischen Migranten
3.1 Die wichtigsten Emigrationsmomente seit Beginn des Bürgerkriegs 1980
3.2 Die aktuelle Migrationssituation
3.3 Das Migrationsmotiv Gewalt
3.4 Die Rolle der Frau im salvadorianischen Migrationsprozess
3.5 Die Geldsendungen der salvadorianischen Emigranten
4. Der Migrationsprozess von honduranischen Migranten
4.1 Die wichtigsten Emigrationsmomente seit 1990
4.2 Die aktuelle Migrationssituation
4.3 Das Migrationsmotiv Gewalt
4.4 Die Geldsendungen der honduranischen Emigranten
5. Die Zusammenfassung der drei zentralamerikanischen Länder
5.1 Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Geschichte der Migrationsprozesse
5.2 Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im aktuellen Migrationsprozess
5.2.1 Die Herkunft der Transitmigranten in Mexiko
5.2.2 Die weiblichen Transitmigranten in Mexiko
5.2.3 Der Familienstand der Transitmigranten in Mexiko
5.2.4 Das Alter der Transitmigranten in Mexiko
5.2.5 Die schulische Bildung und Lohnbeschäftigung der Transitmigranten vor Beginn ihrer Reise
5.2.6 Die Push- und Pull-Faktoren der Transitmigranten von Mexiko
5.2.7 Die intervenierenden Hindernisse im Transit durch Mexiko
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die komplexen Migrationsströme aus Guatemala, El Salvador und Honduras durch Mexiko. Im Zentrum steht die Analyse der unterschiedlichen Ursachen (Push- und Pull-Faktoren) sowie der sozioökonomischen Bedingungen der Migranten, um zu verstehen, warum sie ihr Heimatland verlassen und welchen Risiken sie während der irregulären Transitmigration ausgesetzt sind.
2.1 Die wichtigsten Emigrationsmomente seit 1980
Zu den bedeutenden guatemaltekischen Emigrationsmomenten der letzten Jahre zählen die Wirtschaftskrise und der seit den 60er Jahren andauernde sogenannte interne bewaffnete Konflikt,1 der zu Beginn der 80er Jahre schätzungsweise 200.000 Guatemalteken dazu bewegte, nach Südmexiko zu fliehen. Das Militär ging während des Konflikts nach der sogenannten política de tierra arrasada vor, unter der es nicht nur Guerilla-Einheiten bekämpfte und Zivilisten tötete, sondern auch weite Landstriche unbrauchbar machte, in dem es die Ackerflächen abbrannte und die Nutztieren der dort ansässigen meist indigenen Bevölkerung umbrachte.2 Nicht nur aus Angst um ihr Leben, sondern auch, weil ihnen die Lebensgrundlage genommen wurde, war die Bevölkerung somit zur Flucht gezwungen. Nach Schätzungen der UNO, gehörten 83% der getöteten Guatemalteken der indigenen Bevölkerung an.3
Die Autorinnen Freyermuth und Godfrey fassen die Auswirkungen der 80er Jahre wie folgt zusammen: „Como resultados de estas políticas, para 1990, unos 440 pueblos habían sido borrados del mapa, un millón de personas habían sido desplazadas dentro del país, 250.000 niños estaban huérfanos y había 40.000 desaparecidos.”4
Da der Flüchtlingsstrom in den frühen 80er Jahren somit rasant zunahm, kamen 46.000 guatemaltekische Flüchtlinge zunächst in UN-Flüchtlingsunterkünften in den mexikanischen Bundesstaaten Chiapas, Campeche und Quintana Roo unter.5 Bis zum Ende des Jahres 1982 wurde ein wöchentlicher Flüchtlingsstrom von bis zu 400 Personen verzeichnet, bei dem die Mehrheit ebenfalls die Bevölkerung aus dem landwirtschaftlich genutzten Hochland bildete. „According to the army's own figures, its operations destroyed 440 highlands villages during the most intense period (1981-83). Some 150,000 (primarily highlands Mayas) were killed or "disappeared" in the early 1980s [...].”6
Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die irreguläre Transitmigration zentralamerikanischer Migranten durch Mexiko basierend auf Dokumentationen in Migrantenherbergen und Migrationsforschung.
1. Die Migrationsroute der Zentralamerikaner durch Mexiko: Dieses Kapitel beschreibt die Routen und die prekäre Lage der Migranten auf ihrem Weg durch Mexiko, inklusive der Nutzung von Güterzügen.
2. Der Migrationsprozess von guatemaltekischen Migranten: Das Kapitel analysiert die spezifischen Migrationsgründe, die wirtschaftliche Lage und die Auswirkungen des internen bewaffneten Konflikts in Guatemala.
3. Der Migrationsprozess von salvadorianischen Migranten: Hier wird der Fokus auf die Auswirkungen des Bürgerkriegs, die Rolle der Gewalt durch Banden und die Bedeutung der Geldsendungen für salvadorianische Familien gelegt.
4. Der Migrationsprozess von honduranischen Migranten: Der Fokus liegt auf der wirtschaftlichen Instabilität als Hauptfluchtgrund und der verheerenden Rolle des Hurrikans Mitch sowie der wachsenden Gewaltproblematik.
5. Die Zusammenfassung der drei zentralamerikanischen Länder: Ein Vergleich der Länder, der demografische Gemeinsamkeiten bei Transitmigranten sowie länderspezifische Migrationsmuster und Risiken im Transit aufzeigt.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz unterschiedlicher historischer Ausgangslagen heute ähnliche Push-Faktoren dominieren und die Migration ein zentraler Bestandteil der ökonomischen Überlebensstrategie ist.
Zentralamerika, Guatemala, El Salvador, Honduras, Transitmigration, Mexiko, Remesas, Geldsendungen, Fluchtursachen, Pandillas, Gewalt, Migrantenherbergen, Armut, Arbeitslosigkeit, Kettenmigration
Die Arbeit analysiert die Migrationsprozesse von Menschen aus Guatemala, El Salvador und Honduras, die auf ihrem Weg in die USA Mexiko durchqueren. Dabei werden historische Hintergründe und aktuelle Motive detailliert beleuchtet.
Die zentralen Felder umfassen die sozioökonomischen Push-Faktoren, die Auswirkungen von Gewalt durch kriminelle Banden (Pandillas), die Bedeutung von Geldsendungen für die Heimatländer sowie die Bedingungen des Transits durch Mexiko.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis der komplexen Gründe für die Migration aus diesen drei Ländern zu schaffen und aufzuzeigen, wie sich diese Migrationsströme aktuell gestalten, ohne dabei pauschale Generalisierungen vorzunehmen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung von Migrationsstatistiken, Berichten von Migrantenherbergen in Mexiko, Expertenstudien und Interviews mit betroffenen Migranten.
Der Hauptteil bietet eine länderspezifische Analyse der Migrationsursachen, vergleicht demografische Daten der Migranten und untersucht das Phänomen der Kettenmigration sowie die Rolle von Remesas.
Begriffe wie "Transitmigration", "Remesas", "Push-Faktoren", "Pandillas", "Kettenmigration" und "irreguläre Migration" sind für das Verständnis dieser Arbeit essenziell.
Die Gewalt durch kriminelle Banden stellt insbesondere in El Salvador und Honduras einen massiven Fluchtgrund dar, da sie das alltägliche Leben bedroht und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes stark behindert.
Während viele Migranten die USA als endgültiges Ziel anstreben, dient Mexiko für viele aufgrund der Nähe (insbesondere für Guatemalteken) oder aufgrund des Scheiterns der Reise als temporärer oder dauerhafter Aufenthaltsort, um dort Arbeit zu finden.
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