Diplomarbeit, 2002
118 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Was sind Bewegungsmängel? Woran kann man sie erkennen?
3. Entstehung von Bewegungsdefiziten durch mangelnde Bewegungsmöglichkeiten
3.1 Familie
3.2 Umwelt
3.3 Kindergarten
4. Auswirkungen von Bewegungsmängeln auf die Gesamtpersönlichkeit des Kindes
4.1 Statistiken und Werte
4.2 Eingeschränkte Entwicklung der körperlichen und motorischen Grundfähigkeiten
4.3 Gestörte Persönlichkeitsentwicklung
4.4 Mangelhaftes Sozialverhalten
4.5 Defizitäre kognitive Entwicklungsschritte
4.6 Wahrnehmungsstörungen
4.7 Fehlende Spannungsregulation
4.8 Eingeschränkter Spracherwerb
5. Psychomotorik – ein Lösungsansatz
5.1 Begriffsbestimmung und Grundgedanken der psychomotorischen Arbeitsweise
5.2 Entstehung und Entwicklung der Psychomotorik
5.3 Zielvorstellungen und Inhalte
5.4 Psychomotorische Geräte und Materialien
6. Prävention und Gesundheitsförderung durch Psychomotorik im Kindergarten
7. Kinder lernen spielerisch
8. Praxisbezogene Beispiele für psychomotorische Bewegungserziehung im Kindergarten
8.1 Allgemeine Grundlagen der Bewegungserziehung
8.2 Situationsbezogene Anlässe
8.3 Offene Bewegungsangebote
8.4 Angeleitete Bewegungszeiten
9. Bewegungskindergarten – ein sinnvolles Konzept
10. Schlussfolgerung
Die Arbeit untersucht die Ursachen und Auswirkungen von Bewegungsdefiziten auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und zeigt Möglichkeiten auf, wie Psychomotorik als pädagogischer Lösungsansatz im Kindergartenalltag integriert werden kann.
Die Bedeutung der Bewegung in der kindlichen Entwicklung
Ebenso schaut ein Kind sich die Umwelt und seine Mitmenschen nicht nur an um sie (Quelle: K. Balster 1996, S. 5 & 7) kennen zu lernen, es will sie „begreifen“. Es wird befühlt, geschmeckt, experimentiert und ausprobiert. So sammelt es Erfahrungen, Eindrücke und kann sich weiter entwickeln.
Das gesamte „Lernen und Begreifen“ eines kleinen Kindes vollzieht sich somit durch Bewegung. Es ist ständig bewegt durch Gefühle und Eindrücke, ebenso wie es sich, andere Menschen und ihre Reaktionen, Räume und Gegenstände durch Bewegung ausprobiert.
Nach Balster bedeutet „Bewegung Leben und Kindheit ist zuallererst eine bewegte Zeit“ (Vortrag beim Aktionstag des Ev. Kindergartens Nikodemus Nürnberg/Regenbogen e. V. am 1.5.1999 in Nürnberg).
Der Bewegung kommt somit eine Schlüsselfunktion in der gesamten Entwicklung des Kindes zu. Und doch ist es häufig den Kindern nicht möglich, auf Grund familiärer und gesellschaftlicher Strukturen, sich frei zu entfalten und diesen Bewegungsdrang auszuleben, (vgl. BzgA 1998, S. 98).
Es kann davon ausgegangen werden, wenn dieser zu wenig Raum geboten wird, dass schwerwiegende Folgen (mangelndes Selbstvertrauen, Konzentrationsmangel, soziale Schwächen, etc.) zu erwarten sind.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik des Bewegungsmangels und die Zielsetzung der Arbeit.
2. Was sind Bewegungsmängel? Woran kann man sie erkennen?: Definition des Begriffs Gesundheit im Kontext kindlicher Entwicklung und erste Ansätze zur Identifikation von Auffälligkeiten.
3. Entstehung von Bewegungsdefiziten durch mangelnde Bewegungsmöglichkeiten: Analyse der Einflussfaktoren wie Familie, Umwelt und die Rolle des Kindergartens auf die Bewegungsentwicklung.
4. Auswirkungen von Bewegungsmängeln auf die Gesamtpersönlichkeit des Kindes: Untersuchung der Folgen wie körperliche Defizite, gestörte Persönlichkeitsentwicklung und soziale Schwierigkeiten.
5. Psychomotorik – ein Lösungsansatz: Vorstellung der Psychomotorik als ganzheitliches Konzept zur Förderung kindlicher Kompetenzen.
6. Prävention und Gesundheitsförderung durch Psychomotorik im Kindergarten: Strategien zur Vermeidung von Bewegungsdefiziten durch salutogenetische Ansätze.
7. Kinder lernen spielerisch: Erörterung der Lerntheorien im Kontext des kindlichen Spiels.
8. Praxisbezogene Beispiele für psychomotorische Bewegungserziehung im Kindergarten: Konkrete methodische Umsetzungsvorschläge wie situationsbezogene Angebote oder angeleitete Bewegungsstunden.
9. Bewegungskindergarten – ein sinnvolles Konzept: Darstellung des Modells des Bewegungskindergartens als Form ganzheitlicher Erziehung.
10. Schlussfolgerung: Resümee über die Notwendigkeit von Bewegungsmöglichkeiten und das Fazit zur psychomotorischen Arbeit.
Psychomotorik, Bewegungsmangel, Persönlichkeitsentwicklung, Kindheit, Kindgerechtigkeit, Bewegungsförderung, Spiel, Kindzentriertheit, ganzheitliche Erziehung, Wahrnehmung, Sozialverhalten, Motorik, Entwicklungsdefizite, Gesundheit, Kindergarten.
Die Arbeit analysiert die Ursachen und Folgen von Bewegungsdefiziten bei Kindern und zeigt, wie Psychomotorik als integratives pädagogisches Konzept im Kindergartenalltag zur ganzheitlichen Förderung eingesetzt werden kann.
Die Arbeit beleuchtet die Veränderung der Kindheit durch eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten, die Auswirkungen auf die Gesamtpersönlichkeit (Sozialverhalten, Kognition) und die Rolle der Psychomotorik als präventiver und therapeutischer Lösungsansatz.
Ziel ist es, ein Verständnis für die Notwendigkeit natürlicher Bewegungserfahrungen zu schaffen und Wege aufzuzeigen, wie Erziehende im Kindergartenalltag durch psychomotorische Prinzipien aktiv gegen Fehlentwicklungen entgegenwirken können.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, die Einbeziehung pädagogischer Studien und Expertenmeinungen sowie die theoretische Aufbereitung des psychomotorischen Fachwissens.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenforschung der Bewegungsdefizite, eine Analyse der Auswirkungen auf die kindliche Persönlichkeit, die Vorstellung psychomotorischer Theorien sowie die praktische Anwendung in Form von Spielbeispielen und Organisationsformen wie dem Bewegungskindergarten.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Psychomotorik, Bewegungsmangel, Ganzheitlichkeit, Kindzentriertheit und Entwicklungsförderung.
Das Körperkonzept beschreibt das durch Bewegung gewonnene Bild des eigenen Körpers, das es dem Kind ermöglicht, sich von der Umwelt abzugrenzen und die eigene Individualität zu begreifen.
Das Funktionsspiel (frühe Phase) dient dem Kennenlernen des eigenen Körpers und der Eigenschaften von Materialien durch Wiederholung, während das Rollenspiel (spätere Phase) die soziale Auseinandersetzung, Perspektivwechsel und die Verarbeitung von Alltagserlebnissen in den Vordergrund stellt.
Er dient als strukturelles Konzept, in dem Bewegung nicht als Störfaktor, sondern als Basis jeder kindlichen Bildungsarbeit fest in den Kindergartenalltag integriert ist.
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