Diplomarbeit, 2004
76 Seiten, Note: 1,7
1 Problemstellung
2 Ursachen für Regelverstöße im externen Rechnungswesen
2.1 Komplexität
2.2 Interessengegensätze und deren Auswirkungen auf die Handlungen des Managements
3 Konsequenzen der Regelverstöße
3.1 Überblick
3.2 Vermögensschäden
3.3 Vertrauensschäden
4 Maßnahmen zur Durchsetzung der Rechnungslegung – Enforcement
4.1 Überblick
4.2 Die Qualität der Rechnungslegungsstandards
4.2.1 Mögliche Kriterien zur Beurteilung der Qualität von Rechnungslegungsstandards
4.2.2 Prinzipienorientierung vs. Regelorientierung
4.3 Zur Durchsetzung der IAS/IFRS in der EU durch unabhängige Durchsetzungsinstanzen
4.3.1 Generelle Überlegungen zum Enforcement in der EU
4.3.2 Ausgestaltung einer europäischen Enforcement-Instanz
4.4 Enforcement in den USA - Durchsetzung durch die SEC
4.4.1 Institutionelle Grundlagen
4.4.2 Kontroll- und Durchsetzungspolitik der SEC
4.4.3 Verfahrensschritte und Sanktionierung
4.5 Enforcement in GB - Durchsetzung durch das FRRP
4.5.1 Institutionelle Grundlagen
4.5.2 Kontroll- und Durchsetzungspolitik des FRRP
4.6 Kurzer Vergleich von SEC und FRRP
4.7 Eine Enforcement-Institution in Deutschland – Entwurf des Bilanzkontrollgesetzes
4.7.1 Vorangegangene Diskussionen und die Grundidee des Bilanzkontrollgesetzes
4.7.2 Das Zwei-Sufen-Modell im Überblick
4.7.3 Ziele des Enforcement nach dem BilKoG
4.7.4 Gegenstand der Prüfung
4.7.5 Die Finanzierung des Enforcement nach BilKoG
4.7.6 Die personelle Zusammensetzung der Prüfstelle
4.7.7 Sanktionierung und Fehlerbeseitigung
5 Schlussfolgerungen und Ausblick
Die Arbeit analysiert die Ursachen und Konsequenzen fehlerhafter Finanzberichterstattung bei kapitalmarktorientierten Unternehmen und untersucht Mechanismen zur effektiven Durchsetzung (Enforcement) von Rechnungslegungsstandards. Ziel ist es, bestehende Aufsichtsinstitutionen in den USA, Großbritannien und Deutschland zu vergleichen und deren Eignung zur Qualitätssicherung kritisch zu bewerten.
4.4.2 Kontroll- und Durchsetzungspolitik der SEC
Die SEC betreibt sowohl proaktive, als auch reaktive Überwachungspolitik. Dabei bedient sie sich einer Vielzahl von Informationsquellen.
Die proaktive Tätigkeit der SEC beinhaltet z.B. die systematische Kontrolle der, gemäß securities act (SA) und SEA, regelmäßig einzureichenden Unterlagen. Diese stichprobenhaften Kontrollen werden von der Division of Corporation Finance (DCF) durchgeführt. Dabei wird hinsichtlich der Intensität, nach stichprobenartigen Kontrollen (cursory review) und einer vollständigen Prüfung aller Unterlagen (full review) unterschieden. Es werden etwa 10% der Unterlagen einem full review unterworfen. Ferner wird die Einhaltung der SFAS durch Plausibilitätskontrollen, Abweichungsanalysen und ökonometrischer Verfahren überprüft.
1 Problemstellung: Einführung in das Thema Bilanzdelikte und die Notwendigkeit von Enforcement-Maßnahmen.
2 Ursachen für Regelverstöße im externen Rechnungswesen: Untersuchung von Komplexität und Interessengegensätzen als Treiber für Manipulationen.
3 Konsequenzen der Regelverstöße: Darstellung der Vermögens- und Vertrauensschäden für die betroffenen Akteure.
4 Maßnahmen zur Durchsetzung der Rechnungslegung – Enforcement: Detaillierte Analyse von Qualitätsstandards und Vergleich der Durchsetzungsmodelle in den USA, GB und Deutschland.
5 Schlussfolgerungen und Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der Wirksamkeit verschiedener Enforcement-Strategien und regulatorischer Ansätze.
Enforcement, Rechnungslegung, Bilanzdelikte, Prinzipal-Agenten-Beziehung, SEC, FRRP, Bilanzkontrollgesetz, Abschlussprüfung, Finanzberichterstattung, Marktversagen, Standards, Manipulation, Sanktionierung, Aufsichtsinstitutionen, Kapitalmarkt.
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit von Kontrollstrukturen zur Sicherung der Qualität der Rechnungslegung bei kapitalmarktorientierten Unternehmen angesichts auftretender Bilanzskandale.
Die Schwerpunkte liegen auf den Ursachen für Bilanzmanipulationen, den daraus resultierenden ökonomischen Konsequenzen sowie dem Vergleich nationaler und internationaler Aufsichtsbehörden.
Das Hauptziel ist die Untersuchung der Frage, welche Maßnahmen und Institutionen – zusammengefasst unter dem Begriff Enforcement – am besten geeignet sind, Rechnungslegungsregeln durchzusetzen und damit Vertrauen zu schaffen.
Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Institutionenanalyse, um bestehende Aufsichtsmodelle (SEC, FRRP, BilKoG) zu vergleichen und deren jeweilige Vor- und Nachteile zu evaluieren.
Im Hauptteil werden neben der theoretischen Fundierung (Qualität von Standards) insbesondere die konkreten Enforcement-Modelle der USA (SEC), Großbritanniens (FRRP) und der geplante deutsche Ansatz (BilKoG) detailliert dargestellt.
Enforcement, Bilanzdelikte, Rechnungslegungsstandards, Prinzipal-Agenten-Problematik und Qualitätssicherung sind die zentralen Begriffe.
Während die SEC eine staatliche Behörde mit weitreichenden Kompetenzen ist, setzt das deutsche BilKoG auf ein zweistufiges Modell, das eine privatrechtliche Prüfstelle mit einer staatlichen Aufsichtsinstanz (BAFin) kombiniert.
Obwohl sie eine abschreckende Wirkung hat, kann sie laut Arbeit auch unbeteiligte Aktionäre durch fallende Kurse bestrafen und im Falle von Adecco sogar den Marktwert eines Unternehmens vor Abschluss einer Untersuchung massiv schädigen.
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