Examensarbeit, 2004
108 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Was ist Demokratie?
2.1 Von der Relevanz politischer Beteiligung
2.1.1 Der Demokratiebegriff von Alexis de Tocqueville
2.1.2 Das Bürgerbild in der partizipatorischen Demokratietheorie
2.2 Demokratie als Lebensform
2.2.1 „Demokratie und Erziehung“ bei John Dewey
2.2.2 „Staatsbürgerliche Erziehung“ bei Georg Kerschensteiner
2.3 Demokratie als Gesellschaftsform
2.3.1 Pluralismus
2.3.2 Konflikt und Konfliktregulierung
2.3.3 Öffentlichkeit
2.3.4 Zivil- und Bürgergesellschaft
2.4 Demokratie als Herrschaftsform
2.5 Warum Demokratie-Lernen?
2.5.1 Politikverdrossenheit und Demokratieakzeptanz: Die 14. Shell Jugendstudie: „Jugend 2002“
2.5.2 Demokratieverständnis der Jugendlichen: „Projekt Civic Education“
2.5.3 Rechtsextremismus und Fremdenhass
2.5.4 Politische Handlungsbereitschaft Jugendlicher
2.5.5 Demokratie-Lernen oder Politik-Lernen?
2.6 Zwischenresümee
3. Ziele der schulischen politischen Bildung
3.1 Der allgemeine Bildungsauftrag
3.2 Der Bildungsauftrag des Sozialkundeunterrichts
3.3 Ziele des Sozialkundeunterrichts – Bürgerleitbilder
4. Bestandsaufnahme
4.1 Institutionelle und strukturelle Voraussetzungen
4.2 Sozialkundeunterricht im Fokus
4.3 Schulische Partizipationsmöglichkeiten
5. Demokratisches Lernen im Unterricht
5.1 Grundsätzliche Aspekte des demokratischen Lernens
5.1.1 Beziehungsdidaktik
5.1.2 Positive Eigenschaften des Lehrers aus Sicht der Schüler
5.1.3 Der ideale Sozialkundelehrer
5.1.4 Handlungsorientierung
5.1.5 Schülermitbestimmung am Beispiel Klassenrat
5.2 Ausgewählte Konzepte des Demokratie-Lernens
5.2.1 Das Konzept von Gerhard Himmelmann
5.2.2 Das BLK-Projekt „Demokratie lernen und leben“
5.2.3 „Schülerdemokratie und Schulentwicklung“
5.2.4 Das “Civics-Modell“
5.2.5 „Eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen“
6. Ausgewählte Praxisprojekte zum Demokratie-Lernen
6.1 Beispiele aus der Unterrichtspraxis
6.1.1 „Projekt: aktive Bürger“
6.1.2 Planspiele
6.1.3 „Jugend debattiert“
6.1.4 „Achtung (+) Toleranz“
6.1.5 „Miteinander – Erfahrungen mit Betzavta“
6.1.6 „Selbstvertrauen und soziale Kompetenz“
6.2 Schulische Projekte
6.2.1 Das Projekt „Schule als Staat“
6.2.2 „Erziehung durch Demokratie“ – Ein Projekt des Staatlichen Schulamts Reutlingen an Hauptschulen
6.2.3 Das Jugendprojekt „LUPO“
6.2.3 „Erfahrene Demokratie“ – Das Förderprogramm Demokratisch Handeln
6.2.5 Das BLK-Projekt in der Grundschule Süd in Landau
7. Schlussbetrachtung
Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen des "Demokratie-Lernens" in der Schule, führt eine Bestandsaufnahme der aktuellen schulischen Praxis durch und bewertet verschiedene didaktische Ansätze sowie konkrete Praxisprojekte hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit im Schulalltag.
1. Einleitung
„Politik ist, wenn man keine Zeit hat. Politik ist, wenn man Hände schüttelt. Politik ist, wenn man dabei Fotos macht. Politik ist, wenn Politiker nicht begreifen, dass sie sich mit solchen Auftritten mehr schaden als nützen.“ (Supp 2004: 148) Gemeint ist ein Auftritt des Bundeskanzlers in einer Ganztagsschule in Ludwigsfelde, der bei den Schülern dieses Bild hinterließ.
Dass Schüler kein gutes Bild von Politik und Politikern haben, ist keine neue Erkenntnis. Lange schon klagen Parteien über mangelnden Nachwuchs. Aber selbst in Bereichen, welche die Jugendlichen direkt betreffen, wird über mangelndes Interesse geklagt. So haben selbst Schülervertretungen über fehlende Beachtung ihrer Arbeit zu berichten. Dies reicht bis in die Studierendenvertretung hinein.
Die Idee für das Thema der vorliegenden Arbeit entstand aus einem Besuch mit einer Seminargruppe im Sommersemester 2003 an der Grundschule Süd in Landau, die am Projekt „Demokratie lernen und leben“ der Bund-Länder-Kommission teilnimmt. Die Atmosphäre in der Schule, der Umgang der am Schulleben Beteiligten miteinander, die Selbstständigkeit, die Eigenverantwortlichkeit und vor allem das Engagement der Kinder hinterließen einen tiefen Eindruck. Hier scheint eine Generation heranzuwachsen, die der Politikverdrossenheit entgegentritt, die bereit ist, sich für ihre Interessen stark zu machen. Zwar muss man mit solchen Prognosen vorsichtig sein, doch sollte der vielversprechende Ansatz des Demokratie-Lernens weiterverfolgt werden. Dazu will diese Arbeit einen Beitrag leisten.
1. Einleitung: Beschreibt den Anlass der Arbeit, das Interesse an "Demokratie-Lernen" und den Aufbau der Untersuchung.
2. Was ist Demokratie?: Erläutert das theoretische Fundament durch die Dreiteilung in Demokratie als Lebens-, Gesellschafts- und Herrschaftsform sowie die aktuelle jugendpolitische Lage.
3. Ziele der schulischen politischen Bildung: Untersucht den allgemeinen Bildungsauftrag der Schule und die spezifischen Ziele des Sozialkundeunterrichts.
4. Bestandsaufnahme: Analysiert kritisch die Diskrepanz zwischen den institutionellen Vorgaben und der Realität des Unterrichts sowie die schulischen Partizipationsmöglichkeiten.
5. Demokratisches Lernen im Unterricht: Diskutiert methodische Grundaspekte, die Rolle des Lehrers und verschiedene didaktische Ansätze zur Demokratiebildung.
6. Ausgewählte Praxisprojekte zum Demokratie-Lernen: Stellt konkrete Projekte aus der Unterrichtspraxis und schulische Gesamtprojekte vor und bewertet deren Nutzbarkeit.
7. Schlussbetrachtung: Fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Möglichkeiten des Sozialkundelehrers unter den gegebenen Rahmenbedingungen.
Demokratie-Lernen, Politische Bildung, Sozialkundeunterricht, Partizipation, Bürgergesellschaft, Handlungsorientierung, Demokratieverständnis, Jugendforschung, Schule als Staat, Klassenrat, Politische Handlungsbereitschaft, Fachdidaktik, Schulkultur
Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit, der theoretischen Herleitung und der praktischen Umsetzung von "Demokratie-Lernen" in der deutschen Schullandschaft.
Im Fokus stehen das Demokratieverständnis, die politische Beteiligung Jugendlicher, die Ziele schulischer Bildung sowie die Evaluation verschiedener didaktischer Konzepte und Praxisprojekte.
Das Ziel ist es, Lehrkräften konkrete, handlungsorientierte Hilfestellungen und Konzepte anzubieten, um Demokratiebildung innerhalb der bestehenden schulischen Rahmenbedingungen effektiver zu gestalten.
Die Arbeit stützt sich auf eine politikwissenschaftliche und fachdidaktische Analyse sowie die Auswertung empirischer Jugendstudien und vorhandener Projektkonzeptionen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Bestandsaufnahme des Ist-Zustands, die Diskussion verschiedener didaktischer Ansätze und die detaillierte Vorstellung ausgewählter Praxisprojekte.
Kernbegriffe sind Demokratie-Lernen, Politische Bildung, Handlungsorientierung, Partizipation, Bürgergesellschaft und Sozialkundeunterricht.
Die Arbeit argumentiert, dass das selektive, dreigliedrige Halbtagsschulsystem in Deutschland strukturelle Hemmnisse für die Umsetzung demokratischer Partizipationsmöglichkeiten darstellt.
Die Rolle der Lehrkraft ist entscheidend; sie muss vom Wissensvermittler zum Moderator werden, der Schüler zur Eigenverantwortung befähigt und eine demokratische Unterrichtskultur fördert.
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