Diplomarbeit, 1999
198 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Stand der Gründungsforschung
1.3 Konzeption der Untersuchung
2. Diskussion begrifflicher Grundlagen
2.1 Die Unternehmung
2.1.1 Begriffliche Abgrenzung
2.1.2 Die Unternehmung als System
2.1.3 Kleine und mittlere Unternehmen
2.2 Die Gründung
2.2.1 Die Unternehmensgründung als Prozeß
2.2.2 Eine entscheidungstheoretische Sichtweise der Unternehmensgründung
2.2.3 Gründungsarten
2.3 Zusammenfassung: Der Untersuchungsgegenstand
3. Motive für gründungsbegleitende Maßnahmen
3.1 Sozioökonomische Funktionen der KMU
3.1.1 Die marktwirtschaftliche Ordnungsfunktion
3.1.2 Struktur- und konjunkturpolitische Funktionen
3.1.3 Die technologische Funktion
3.1.4 Die gesellschaftspolitische Funktion
3.1.5 Sonstige qualitative Bedeutungen von KMU in der Volkswirtschaft
3.2 Bedeutungen von Unternehmensgründungen
3.2.1 Die wettbewerbspolitische Funktion
3.2.2 Die Bedeutung im Revitalisierungsprozeß einer Volkswirtschaft
3.2.3 Die beschäftigungspolitische Bedeutung
3.2.4 Die Aufgaben im Innovationsprozeß
3.3 Risikofaktoren einer Gründung
3.3.1 Eine systematische Betrachtung der Risikofaktoren
3.3.2 Die Personenmerkmale des Unternehmensgründers
3.3.3 Die Informationsdefizite
3.3.4 Die Planungsdefizite
3.3.5 Die kritischen Umweltbedingungen
3.3.6 Das ,Innovationsdilemma‘
3.3.7 Die Finanzierungsbedingungen
3.4 Zusammenfassung: Die Begleitungsmotivation
4. Ein heuristischer Bezugsrahmen für das Begleitungskonzept
4.1 Ansätze einer Gründungstheorie
4.1.1 Die Theorie der Institution und der Gründung von HAURIOU
4.1.2 Ein sprachlogischer Ansatz von LIPP
4.1.3 Gründungs- und begleitungstheoretische Implikationen
4.2 Der Ansatz einer Theorie autopoietischer Systeme
4.2.1 Soziale Systeme im Konzept der Autopoiesis
4.2.2 Die Unternehmung als autopoietisches System
4.2.3 Gründungs- und begleitungstheoretische Implikationen
4.3 Eine transaktionskostenökonomische Betrachtung
4.3.1 Der Transaktionskostenansatz von COASE
4.3.2 Der Transaktionskostenansatz von WILLIAMSON
4.3.3 Der Transaktionskostenansatz von PICOT, LAUB und SCHNEIDER
4.3.4 Gründungs- und begleitungstheoretische Implikationen
4.4 Zusammenfassung: Gestaltungsvorschläge für einen Bezugsrahmen
5. Eine Beurteilung der aktuellen Begleitungspraxis
5.1 Ein Überblick über die Gründungsbegleitung in Deutschland
5.2 Die Gründungsoffensive in NRW
5.2.1 Darstellung des Konzeptes der Gründungsoffensive
5.2.2 Beurteilung des Konzeptes der Gründungsoffensive
5.3 Technologie- und Gründerzentren
5.3.1 Darstellung des Konzeptes der Technologie- und Gründerzentren
5.3.2 Beurteilung des Konzeptes der Technologie- und Gründerzentren
5.4 Zusammenfassung: Die Relevanz der Begleitungspraxis
6. Empfehlungen für die Gründungsbegleitung
6.1 Die Konzeptionierungsphase
6.2 Der Bewertungsprozeß von Idee und Person
6.2.1 Die Beurteilung der Gründungsidee
6.2.2 Die Beurteilung der Personenmerkmale
6.3 Die Planung des Begleitungsprozesses
6.4 Die Gründungsvorbereitung und -durchführung
6.4.1 Die Qualifizierung des Unternehmensgründers
6.4.2 Die Ressourcenkoordination
6.5 Zusammenfassung: Der Ansatz eines Begleitungskonzeptes
7. Fazit und Ausblicke
7.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
7.2 Forschungsstrategische Ausblicke
Die Arbeit verfolgt das Ziel, basierend auf einer fundierten Analyse des Gründungsprozesses ein tragfähiges und vermarktungsfähiges Dienstleistungskonzept für die Gründungsbegleitung zu entwickeln. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Unternehmensberater und Begleiter einen substanziellen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung einer Gründungsidee leisten können, insbesondere vor dem Hintergrund der Spezifität von Gründungsproblemen.
Die Gründung als Prozeß
Unter dem Begriff Prozeß soll der Ablauf einer Entwicklung verstanden werden, dem ein Anfang und ein Ende zugeordnet werden können. Der Prozeß einer Unternehmensgründung beinhaltet verschiedenartige Aufgabenstellungen, die sich einzelnen sukzessiven Gründungsphasen zuweisen lassen. Eine solche Phaseneinteilung kann aufgrund gleichläufiger Entwicklungslinien relativ unabhängig von der Gründungsart vorgenommen werden. Dabei finden sich bei verschiedenen Autoren sehr unterschiedliche Phasenmodelle. Zunächst sollen Anfang und Ende des Gründungsprozesses festgelegt werden.
Der Beginn des Gründungsprozesses wird in der Gründungsliteratur häufig im Gründungsentschluß gesehen. Gerade unter dem Aspekt einer möglichen Gründungsbegleitung kann aber auf eine Betrachtung des Zeitraumes vor dem Entschluß nicht verzichtet werden. Hier liegt der erste Beratungs- und Unterstützungsbedarf vor. Bei einem fehlenden Beratungsangebot zu diesem Zeitpunkt bestehen zwei Gefahren. Entweder kann es zum Gründungsentschluß und somit zu Folgekosten kommen, obwohl die vorliegenden Bedingungen einen Gründungserfolg unwahrscheinlich machen, oder der Schritt zur Gründungsentscheidung wird trotz aussichtsreicher Situation nicht gewagt. In der vorliegenden Arbeit wird der Zeitpunkt als Anfang des Gründungsprozesses betrachtet, in dem ein potentieller Gründer eine Gründungsidee hat.
Kapitel 1: Einleitung: Definiert die Problemstellung der Gründungsforschung und setzt das Ziel, ein theoretisch fundiertes Begleitungskonzept zu entwickeln.
Kapitel 2: Diskussion begrifflicher Grundlagen: Legt die wissenschaftlichen Definitionen für „Unternehmung“ und „Gründung“ fest, indem die Unternehmung als soziotechnisches System verstanden wird.
Kapitel 3: Motive für gründungsbegleitende Maßnahmen: Analysiert die sozioökonomische Bedeutung von KMU und identifiziert zentrale Risikofaktoren wie Informations- und Planungsdefizite als Ansatzpunkte für Begleitung.
Kapitel 4: Ein heuristischer Bezugsrahmen für das Begleitungskonzept: Konstruiert einen theoretischen Rahmen mittels Systemtheorie und Transaktionskostentheorie, um komplexe Gründungsphänomene zu strukturieren.
Kapitel 5: Eine Beurteilung der aktuellen Begleitungspraxis: Bewertet bestehende Institutionen wie Gründungsoffensiven und Technologiezentren kritisch auf ihre Eignung und Effektivität.
Kapitel 6: Empfehlungen für die Gründungsbegleitung: Leitet konkrete Handlungsempfehlungen ab, insbesondere zur Qualifizierung der Gründerperson und zur Ressourcenkoordination durch externe Experten.
Kapitel 7: Fazit und Ausblicke: Führt die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Notwendigkeit einer evolutionären Weiterentwicklung der Gründungsbegleitung.
Unternehmensgründung, Gründungsbegleitung, KMU, Wertschöpfungszyklus, Ressourcenkoordination, Gründungsforschung, Transaktionskosten, Systemtheorie, Innovationsmanagement, Gründerperson, Existenzgründung, Entrepreneurship Research, Gründungsplanung, Risikomanagement
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines professionellen Dienstleistungskonzepts für die Begleitung von Unternehmensgründungen, um die Überlebenswahrscheinlichkeit junger Unternehmen zu erhöhen.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung der Gründungsbegleitung, die Analyse der Gründungspraxis in Deutschland, die Identifikation von Risikofaktoren und die Ableitung von Handlungsempfehlungen für Begleiter.
Das Ziel ist es, aus einer genauen Betrachtung des Gründungsvorgangs ein vermarktungsfähiges Begleitungskonzept zu entwickeln, das über eine einfache Beratung hinausgeht und Unterstützung bei der Ressourcenkoordination bietet.
Die Arbeit nutzt einen heuristischen Bezugsrahmen, der Erkenntnisse aus der Betriebswirtschaftslehre (Systemtheorie, Transaktionskostentheorie) integriert, um eine systematische, interdisziplinäre Forschungs- und Gestaltungsstrategie zu entwerfen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Grundlagen, die Herleitung von Motiven für Begleitungsmaßnahmen, die Konstruktion eines theoretischen Bezugsrahmens und die praktische Beurteilung von Förderkonzepten sowie die Erstellung konkreter Empfehlungen.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Unternehmensgründung, KMU, Wertschöpfungszyklus, Ressourcenkoordination und das Konzept der Gründungsbegleitung als Dienstleistung.
Der Autor argumentiert, dass Gründer spezifische Risikofaktoren (Informations- und Planungsdefizite) aufweisen, die eine über die reine Beratung hinausgehende Unterstützung bei der aktiven Ressourcenkoordination erfordern.
Sie werden als Konkurrenz und gleichzeitig als potenzielle Kooperationspartner betrachtet, deren Stärke in der Infrastrukturbereitstellung liegt, deren Beratungsqualität aber durch ein spezifischeres, individuelleres Begleitungsangebot ergänzt werden kann.
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