Bachelorarbeit, 2013
69 Seiten, Note: 2,1
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung und Vorgehensweise
1.2 Aufbau
1.3 Stand der Forschung
2 Begriffsdefinitionen und Abgrenzung
2.1 Vorgehensweise
2.2 Im Auge des Orkans
2.2.1 Shitstorm
2.2.2 Risiko und Gefahr
2.2.3 Konflikt
2.2.4 Skandal
2.2.5 Krise
2.3 Zusammenfassung
2.3.1 Erläuterung der Abbildung 2
3 Das Mit-Mach-Web
4 Analyse von Shitstorms
4.1 Vorgehensweise und zugrunde liegende Kriterien
4.1.1 Fall PayPal und Wikileaks
4.1.2 Fall Continental
4.1.3 Fall Tagesschau
4.1.4 Fall Amazon
4.1.5 Fall Interview Katja Riemann
4.1.6 Fall Impressionen
4.2 Auswertung
4.2.1 Shitstorm – „Klassische“ Krise?
4.2.2 Neue Herausforderung an die PR?
4.2.3 Wie Experten den Shitstorm einschätzen
5 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Shitstorms, um zu klären, ob es sich dabei lediglich um eine "klassische" Krise unter anderem Namen handelt oder um eine grundlegend neue Herausforderung für die Public Relations. Durch eine Sekundäranalyse und die Fallstudie aktueller Shitstorms werden die Phasen dieses Phänomens erarbeitet und in den Kontext bestehender Krisentheorien eingeordnet.
2.2.1 Shitstorm
Der sogenannte Shitstorm ist erst seit 2011 im Duden online gelistet und seit 2012 im deutschen Sprachgebrauch etabliert (Petautschnig, 2012). Es handelt sich somit um ein neues Phänomen in der digitalen Gesellschaft. Der Duden definiert den Shitstorm folgendermaßen: „Sturm der Entrüstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden Äußerungen einhergeht“.
Kritisch anzumerken ist, dass das Internet bereits ein Kommunikationsmedium ist und sich der Shitstorm deshalb nicht in einem Kommunikationsmedium des Internets-, sondern innerhalb verschiedener Social-Media Plattformen entwickelt. Das Interesse im zeitlichen Verlauf auf Google Trends (s.Anhang II), zeigt die Suchanfragen zwischen den Jahren 2005 und 2013. Erst seit Anfang 2011 ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnet. Auffallend ist die regional eingegrenzte Suche. Der Begriff wird hauptsächlich in Deutschland, Österreich und der Schweiz gesucht. Im Englischen bedeutet das Wort lediglich eine ungute Situation.
Der Shitstorm ist ein Modewort, das im Jahre 2011 zum Anglizismus des Jahres in Deutschland ernannt wurde und zum Wort des Jahres 2012 in der Schweiz. (Janzen, 2013) Erschaffen hat den Begriff in seiner heutigen Bedeutung der deutsche Blogger Sascha Lobo. „In dem Moment fühlt es sich an als wäre man durch ein Loch im Bürgersteig mitten in die Hölle reingefallen", (ebd, 2013) sagte Lobo gegenüber Kulturzeit. Lobo machte 2009 Werbung für Vodafone. Das Unternehmen hatte sich zu diesem Zeitpunkt für Netzsperren engagiert. Deshalb trafen Lobo rund 40.000 Kommentare und Mails. Die darin enthaltenen Schmähungen und Beleidigungen hatten mit sachlicher Kritik nichts zu tun. Lobo bezeichnete im Anschluss das Erlebte als Shitstorm.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen des Shitstorms ein, erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die gewählte Methode der Sekundäranalyse und den geplanten Aufbau der Untersuchung.
2 Begriffsdefinitionen und Abgrenzung: Dieses Kapitel liefert eine definitorische Basis, indem die Begriffe Shitstorm, Risiko, Gefahr, Konflikt, Skandal und Krise erläutert und voneinander abgegrenzt werden.
3 Das Mit-Mach-Web: Hier werden die Besonderheiten und die hohe Transparenz des Web 2.0 untersucht, welche das Internet zu einem unberechenbaren Krisenherd machen.
4 Analyse von Shitstorms: In diesem Hauptkapitel werden sechs aktuelle Praxisbeispiele von Shitstorms chronologisch analysiert und anschließend in einer Auswertung mit Krisenphasenmodellen verglichen.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit stellt fest, dass ein Shitstorm keine klassische Krise, sondern ein Indikator für Probleme ist und bietet einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Phänomens.
Shitstorm, Krise, Krisenkommunikation, Public Relations, Web 2.0, Soziale Netzwerke, Online-Kommunikation, Unternehmenskommunikation, Reputationsmanagement, Sekundäranalyse, Skandal, Konflikt, Netzgemeinde, Krisenmanagement, Internetphänomen.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen des Shitstorms in sozialen Netzwerken und untersucht, wie diese „Stürme der Entrüstung“ zu bewerten sind.
Die zentralen Themen sind Krisentheorien, die Funktionsweise der Kommunikation im Web 2.0 sowie die Analyse konkreter Shitstorm-Fälle in der Unternehmenskommunikation.
Das primäre Ziel ist es zu klären, ob ein Shitstorm lediglich eine anders benannte "klassische" Krise darstellt oder eine völlig neue Herausforderung für die PR-Arbeit bedeutet.
Die Autorin nutzt die Sekundäranalyse, um bestehende wissenschaftliche Literatur zum Krisenbegriff aufzuarbeiten und aktuelle Praxisbeispiele aus den letzten drei Jahren zu untersuchen.
Der Hauptteil analysiert sechs exemplarische Shitstorms (u.a. von Amazon, Continental, der Tagesschau und Katja Riemann), wertet deren Verläufe aus und vergleicht diese mit typischen Phasenmodellen einer Krise.
Wichtige Begriffe sind Shitstorm, Krise, Krisenkommunikation, Public Relations, Web 2.0, Soziale Netzwerke und Online-Kommunikation.
Ein Shitstorm durchläuft nicht die typischen Anfangsphasen einer klassischen Krise, sondern tritt meist abrupt auf, flaut schnell ab und fungiert eher als Indikator oder Fingerzeig für ein bestehendes Problem statt als eine Krise an sich.
Die Arbeit kritisiert, dass Medien Begriffe wie "Shitstorm" inflationär verwenden, um komplexe Sachverhalte zu verkürzen, anstatt tiefgehend zu recherchieren, ob es sich um berechtigte Kritik handelt.
Die Expertenmeinungen sind geteilt, wobei einige empfehlen, in etwa 80 Prozent der Fälle nicht zu reagieren, während andere dazu raten, negativen Content im Netz ernst zu nehmen, um größere Reputationsschäden zu vermeiden.
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