Bachelorarbeit, 2015
37 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Charakteristika Sportspiele
3 Sportspiel im Schulsport vs. Vereinssport
3.1 Heterogenität und Schulpflicht vs. Homogenität und Interesse
3.2 Doppelauftrag
3.3 Zeitrahmen
4 Handlungsfähigkeit im Sportspiel
5 Sportspielvermittlungskonzepte im Allgemeinen
6 Technikorientiertes Konzept
7 Taktikorientiertes Konzept
8 Situationsreihen Konzept
9 Mischformen Taktik-Technik Konzepte
9.1 Spielgemäßes Konzept
9.2 Tactical Games Approach
10 Auswertung und Vergleich der Konzepte
10.1 Das veraltete Konzept
10.2 Auswertung
11 Fazit
Die Arbeit setzt sich kritisch mit verschiedenen Vermittlungskonzepten für Sportspiele im Schulsport auseinander. Ziel ist es, unter Berücksichtigung des schulspezifischen Doppelauftrags, der Heterogenität der Schülerschaft und begrenzter zeitlicher Rahmenbedingungen zu analysieren, welches Konzept am effektivsten dazu beitragen kann, Schüler für Sportspiele zu begeistern und zu lebenslangem Sporttreiben zu animieren.
Tactical Games Approach
Konzepte, die auch diesem internationalen Trend „Spielen vor Üben“ folgen, welche vor allem in den englischsprachigen Räumen große Aufmerksamkeit erlangt haben, sind in Deutschland bekannt unter Taktik-Spielmodellen. Diese Konzepte scheinen nur langsam nach Deutschland vorzudringen, obwohl sie schon „in Nordamerika und Asien großen Einfluss auf die Sportspiel Vermittlung gewonnen“ (Roth 2005a, S. 293) haben. Verschiedene Taktik Spielmodelle wie Teaching Games for Understanding (TGfU), Games Sense Model (GSM) oder Concept Based Games folgen alle demselben Konzept mit kleinen Unterschieden in ihren Durchführungen. Das Tacitcal Games Approach von Mitchell et al. (2006) ist eine Variation des Modells Teaching Games for Understanding und wird exemplarisch im Folgenden genauer beschrieben.
„Many physical educators teach both the skills and tactics of games but have problems linking these components“ (Mitchell et al. 2006, S. 8). Auch aus diesem Grund ist dieses Konzept entstanden, damit die Lernenden die Möglichkeit haben die Verlinkung zwischen Technikübung und Taktik-Spiel zu erkennen, denn reine Übungen führen bei den Schülern eher zu Fragen wie „Warum machen wir das“ oder „Wann können wir endlich spielen“. Zum Beispiel in einer Volleyballstunde, in der die Kinder gegen die Wand spielen sollen, ist das Ausführen der Aufgabe, die der Sportpädagoge stellt, ein zielloses Folgen einer Übung (vgl. Mitchell et al 2006, S. 8). Die Schüler begreifen die Bedeutung der Technikübung nicht und fallen so in ein sinnloses Folgeleisten einer Übung.
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die hohe Bedeutung von Sportspielen für Kinder und Jugendliche und problematisiert die Übertragung von Vereinsstrukturen auf den Schulsport aufgrund unterschiedlicher Rahmenbedingungen.
2 Charakteristika Sportspiele: Dieses Kapitel definiert Sportspiele als hochgradig regelgeleitete Disziplinen, die trotz enger Strukturen große individuelle Handlungsspielräume für kreative Lösungen eröffnen.
3 Sportspiel im Schulsport vs. Vereinssport: Hier werden die strukturellen Unterschiede zwischen der Freiwilligkeit und Homogenität im Verein sowie der heterogenen Schülerschaft und dem schulspezifischen Doppelauftrag analysiert.
4 Handlungsfähigkeit im Sportspiel: Die Handlungsfähigkeit wird als Leitidee einer pragmatischen Fachdidaktik hervorgehoben, die über reine Technikbeherrschung hinausgeht und Reflexionsfähigkeit sowie Sinnstiftung einfordert.
5 Sportspielvermittlungskonzepte im Allgemeinen: Dieses Kapitel erläutert die Notwendigkeit didaktisch begründeter Vereinfachungen (Spielreihen) bei der Einführung in komplexe Sportspiele.
6 Technikorientiertes Konzept: Es wird der traditionelle Ansatz kritisiert, der durch die Zerlegung des Spiels in isolierte Technikübungen den Kern des Spielgedankens und die pädagogische Anbindung verliert.
7 Taktikorientiertes Konzept: Der Fokus liegt hier auf Spielformen, die durch "Deckungsgleichheit" zum Zielspiel eine natürliche taktische Entwicklung ermöglichen und Entscheidungsalternativen fördern.
8 Situationsreihen Konzept: Das auch als "schulgemäß" bekannte Konzept setzt auf spezifische Situationsgrundspielformen, ist jedoch in seiner Anwendbarkeit stark auf Invasionsspiele begrenzt.
9 Mischformen Taktik-Technik Konzepte: Dieser Abschnitt untersucht Konzepte, die den Trend "Spielen vor Üben" aufgreifen, wobei insbesondere das "Spielgemäße Konzept" und der "Tactical Games Approach" verglichen werden.
10 Auswertung und Vergleich der Konzepte: Eine kritische Bewertung der verschiedenen Ansätze hinsichtlich ihrer Fähigkeit, Schüler zur aktiven Teilnahme zu motivieren und ihre Spielfähigkeit nachhaltig zu fördern.
11 Fazit: Das Fazit plädiert für eine Ablösung veralteter Technik-Konzepte zugunsten flexibler, taktisch orientierter Modelle wie dem Tactical Games Approach, um den Bildungsauftrag des Schulsports effektiv zu erfüllen.
Sportspiele, Schulsport, Sportspielvermittlung, Doppelauftrag, Spielfähigkeit, Handlungsfähigkeit, Technikorientiertes Konzept, Taktikorientiertes Konzept, Spielgemäßes Konzept, Tactical Games Approach, Invasionsspiele, Spielformen, Übungsformen, Spielverständnis, Sportpädagogik
Die Arbeit analysiert die didaktische Vermittlung von Sportspielen im Schulsport und untersucht, welche Konzepte am besten geeignet sind, den schulspezifischen Bildungsauftrag mit den Bedürfnissen der Schüler in Einklang zu bringen.
Zentral sind der Vergleich zwischen Vereinssport und Schulsport, die Analyse der verschiedenen didaktischen Vermittlungsmodelle sowie die Bedeutung von Spielverständnis und Spielfähigkeit.
Es wird untersucht, welches Vermittlungskonzept unter Berücksichtigung der Heterogenität der Schüler und begrenzter Zeitressourcen am effektivsten dazu beitragen kann, Schüler zum lebenslangen Sporttreiben zu animieren.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit sportpädagogischen Theorien und Konzepten der Sportspielvermittlung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Rahmenbedingungen, die Definition der Spielfähigkeit und eine detaillierte Gegenüberstellung verschiedener didaktischer Ansätze wie Technik- und Taktik-Modelle.
Zu den zentralen Begriffen zählen unter anderem Doppelauftrag, Spielfähigkeit, Tactical Games Approach, Spielgemäßes Konzept und Heterogenität.
Kritisiert wird, dass die isolierten Technikübungen keine Verknüpfung zum eigentlichen Zielspiel herstellen, zu Langeweile führen und die pädagogischen Aspekte (Doppelauftrag) vernachlässigen.
Der Tactical Games Approach stellt den Spielgedanken und taktische Probleme in den Vordergrund, wodurch Schüler durch "spielechte" Formen direkt motiviert werden und Sinnzusammenhänge zwischen Taktik und Technik besser verstehen.
Der Doppelauftrag erfordert eine Balance zwischen "Erziehung zum Sport" (Handlungsfähigkeit) und "Erziehung durch Sport" (soziale Werte), was Konzepte, die lediglich motorische Abläufe drillen, als unzureichend ausweist.
Es wird eine klassenspezifische Ausrichtung empfohlen, bei der taktische Spielformen dominieren und Übungsformen nur dann gezielt eingesetzt werden, wenn sie notwendig sind, um den Spielfluss zu verbessern.
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