Lizentiatsarbeit, 1997
135 Seiten, Note: Gut
Vorwort
Frauenproblematik der Romantik
Heinrich von Kleist
Die Wirkungsgeschichte des "Prinz Friedrich von Homburg"
Die Interpretation des "Prinz Friedrich von Homburg"
Die Handlung
Die Dramenstruktur
Die thematischen Schichten
Die machtpolitischen Interessen
Der Konflikt
Die moralische Entwicklung des Prinzen
Die politische Entwicklung des Kurfürsten
Der politische Erkenntnisprozess und die definitive Entscheidung des Prinzen
Die Schuld des Kurfürsten und des Prinzen von Homburg
Die Umwandlung des personell bezogenen Feudalstaates in einen institutionell gesicherten Rechtsstaat
Die Beseitigung der Frauen aus dem öffentlichen Leben
Der Schwanengesang des feudalistischen Systems auf dem politischen Sektor
Der Schwanengesang des feudalistischen Systems auf dem militärischen Sektor
Die Abdankung der feudalistischen Jurisdiktion
Die Institutionalisierung der neuen Verfassung
I. Die neue politische Ordnung
II. Die neue soziale Ordnung
III. Der missionarische Auftrag, mit diesen und für diese neuen sittlichen Normen die Welt zu erobern
Ideologiebildung
I. Das Vorurteil
II. Die Struktur des Dramas
III. Die Sprachanalyse
Die weiblichen Metaphern
Die männlichen Metaphern
Die Wassermetaphern
Der gescheiterte Konfliktlösungsprozess
Der Dichter und sein Werk
Die zeitliche Struktur des "Prinz Friedrich von Homburg"
Das Versmaß des "Prinz Friedrich von Homburg"
Der ideologische Machtkampf im Zeichen von Hass und Angst
Ausblicke: Betrachtungen zur Rezeptionsgeschichte des "Prinz Friedrich von Homburg"
Die Arbeit untersucht die Frauenproblematik in der Romantik anhand von Heinrich von Kleists Drama "Prinz Friedrich von Homburg". Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Frauenbild in Kleists Werk gestaltet ist und welche gesellschaftliche Funktion dem Weiblichen im Kontext des preußischen Militärstaates und der Entstehung bürgerlicher Normen zugeschrieben wird.
DIE WEIBLICHEN METAPHERN
"Und frei, auf mütterlichem Grund, behaupte Der Brandenburger sich; denn sein ist er, Und seiner Fluren Pracht nur ihm erbaut!" (1760-1762)
wird in nuce der symbolische Bedeutungsradius von diesem "Weiblichen" umrissen: hier ist es der "mütterliche Grund" also das Land oder die Erde ganz allgemein. Werden nun alle Ausdrücke, die diesem Bedeutungsradius zugehören zusammengestellt, so ergibt sich 122):
"Den Acker vor dem Tor zerstampft" (20) "Wenn wir im Feld ihn treffen" (37) "In dem Gefild der Schlacht" (75) "Von dem Kriegsplatz" (212) "Und macht den Schoß der Erde bersten! Der Riss soll eurer Leichen Grabmal sein." (461f.) "Der Graben wird, der Erdwall, der sie deckt, Im Anlauf überflogen, die Besetzung Geworfen, auf das Feld zerstreut, vernichtet" (554-556) "Ihn, im Gefild des Todes, aufzusuchen" (575) "Der unter mir den Grund zerreißt" (590) "O stürzt mich zweimal nicht zum Abgrund nieder!" (621) "Das Leben nennt der Derwisch eine Reise, Und eine kurze. Freilich! Von zwei Spannen Diesseits der Erde nach zwei Spannen drunter." (1286-1288) "O Erde, nimm in deinen Schoss mich auf!" (1808) "Saht Ihr die Gruft nicht schon im Münster, Mit offnem Rachen, Euch entgegengähn'n?" (1325f.)
Alle Erdmetaphern stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang mit Krieg, Tod, Sterben, aber auch "Abgrund", der "Grund", der "zerreißt" oder "Schoss der Erde" mit einer verschlingenden Macht. Sieht man sich die spezielle Todessymbolik an, so stößt man hier auf die gleichen Phänomene:
"Dass mich die Nacht verschläng!" (115) "Will man mit Nacht umschatten" (985) "Saht Ihr die Gruft nicht schon im Münster,"
Vorwort: Einleitende Reflexion über Emanzipation und das Frauenbild in der Philosophie und Literatur der Zeit.
Frauenproblematik der Romantik: Analyse der gesellschaftlichen Stellung und Emanzipationsversuche von Frauen im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert.
Heinrich von Kleist: Biografische Skizze, die Kleists Leben als von Konflikten geprägt darstellt.
Die Wirkungsgeschichte des "Prinz Friedrich von Homburg": Überblick über die wechselhafte Aufnahme des Stücks von der Uraufführung bis zur politischen Interpretation des 20. Jahrhunderts.
Die Interpretation des "Prinz Friedrich von Homburg": Grundlegende Analyse von Handlung, Dramenstruktur und zentralen Themenkomplexen.
Heinrich von Kleist, Prinz Friedrich von Homburg, Frauenproblematik, Romantik, Feudalstaat, Rechtsstaat, Geschlechterrollen, Metaphorik, Patriachat, Machtstrukturen, Gesellschaftskritik, Literaturanalyse, Ideologie, Geschlecht, Subjektivität.
Die Arbeit analysiert die spezifische Frauenproblematik in der Romantik, illustriert anhand von Heinrich von Kleists Drama "Prinz Friedrich von Homburg".
Zentrale Themen sind die Geschlechterrollen in der feudalen und bürgerlichen Gesellschaft, die Darstellung von Macht und Unterordnung sowie die symbolische Sprache im Drama.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kleist durch Metaphorik und dramatische Struktur ein patriarchales Weltbild festigt, in dem Frauen als notwendigerweise untergeordnetes Element behandelt werden.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Einbeziehung psychoanalytischer Aspekte und historisch-politischer Kontexte.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Handlungsstruktur, der moralischen und politischen Entwicklung der Protagonisten sowie der Analyse von Sprachbildern (Metaphern).
Begriffe wie Preußischer Militärstaat, Patriarchat, Subjektivität, Metaphorik, Kleist-Rezeption und Geschlechterdiskurs definieren den Inhalt.
Natalie wird als Repräsentantin des weiblichen Elements analysiert, das im Verlauf des Dramas zunehmend entmündigt und aus dem öffentlichen Raum verdrängt wird.
Der Schluss wird nicht als harmonische Lösung, sondern als gewaltsame Affirmation der männlich-patriarchalen Ordnung verstanden, bei der das Weibliche vollständig "in Staub" sinkt.
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