Bachelorarbeit, 2013
36 Seiten, Note: 1,3
1. EINFÜHRUNG
2. DIE AUFKLÄRUNG ALS MOTOR ZUNEHMENDER KOLONIALISMUSKRITIK
2.1 AUFKLÄRERISCHE IDEENKOMPLEXE UND KOLONIALHERRSCHAFT – EIN WIDERSPRUCH?
2.2 BEISPIELE AUFKOMMENDER KOLONIALISMUSKRITIK
3. DIE POLITISCHEN BEZIEHUNGEN ZWISCHEN GROßBRITANNIEN UND BRITISCH-NORDAMERIKA ALS KONTROVERSE DES 18. JAHRHUNDERTS
3.1 KOLONIALPOLITIK ZWISCHEN FREMDHERRSCHAFT UND UNABHÄNGIGKEITSBESTREBEN – EIN SCHWELENDER KONFLIKT
3.2 ZWISCHEN AUFKLÄRUNG UND KOLONIALPOLITISCHER KRISE – EINFLUSSFAKTOREN EINER ARGUMENTATORISCHEN POSITIONIERUNG
4. THOMAS JEFFERSON – DIE EIGENE UNABHÄNGIGKEIT ALS LOGISCHE KONSEQUENZ EINER NATIONALEN ÜBERZEUGUNG
5. ADAM SMITH – KOLONIALISMUSKRITIK AUF GRUND WIRTSCHAFTLICHER NOTWENDIGKEIT
6. FAZIT
Die Arbeit untersucht die kritische Auseinandersetzung mit kolonialer Machtausübung im 18. Jahrhundert am Beispiel von Thomas Jefferson und Adam Smith, um zu analysieren, wie nationale Identität und unterschiedliche philosophische sowie wirtschaftliche Perspektiven die zeitgenössische Kolonialismuskritik prägten.
3.1 Kolonialpolitik zwischen Fremdherrschaft und Unabhängigkeitsbestreben – Ein schwelender Konflikt
Um die Rahmenbedingungen des untersuchten Diskurses und mögliche Einflüsse auf die Haltung der beteiligten Personen genauer nachvollziehen zu können, ist es notwendig den historischen Kontext näher auszuleuchten und die Besonderheit jenes Diskurses vor dem Hintergrund der politischen Spannungen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts aufzuzeigen. Entscheidend sind hierbei vor allem Aspekte, welche die Herausbildung einer gesellschaftlichen und politischen Grundhaltung begründen und im Gegensatz zu historisch singulären Ereignissen jenen Prozess einer politischen und nicht zuletzt geistigen Auseinandersetzung aus Sicht der Beteiligten zum Ausdruck bringen.
Der eigentliche Ursprung jenes heranwachsenden Konfliktes zwischen dem Mutterland Großbritannien und der Kolonie Britisch-Nordamerika, welcher 1783 in der endgültigen amerikanischen Unabhängigkeit und der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika gipfelte, liegt in zwei entscheidenden Sachverhalten begründet. Zum einen gilt es die strukturellen Probleme einer 150 Jahre andauernden und dennoch stets instabilen Kolonialherrschaft zu berücksichtigen und zum anderen sind kurzfristig wirksame Ereignisse im Verlauf des 18. Jahrhunderts für die Beurteilung der negativen Entwicklungen in den transatlantischen Kolonialbeziehungen von Bedeutung. Betrachten wir zunächst jene angesprochene strukturelle Instabilität, so muss diese auf drei unterschiedlichen Strukturebenen betrachtet werden: „der innenpolitisch-kolonialen, der ökonomisch-sozialen und der außenpolitisch-imperialen“ (Dippel, 18).
1. EINFÜHRUNG: Die Einleitung beleuchtet die kritische Auseinandersetzung mit der Legitimität kolonialer Herrschaft im 18. Jahrhundert und führt die Auswahl von Thomas Jefferson und Adam Smith als Vergleichsobjekte ein.
2. DIE AUFKLÄRUNG ALS MOTOR ZUNEHMENDER KOLONIALISMUSKRITIK: Dieses Kapitel erläutert, wie aufklärerische Ideale von Freiheit und Selbstbestimmung in einen fundamentalen Widerspruch zur kolonialen Fremdherrschaft traten.
3. DIE POLITISCHEN BEZIEHUNGEN ZWISCHEN GROßBRITANNIEN UND BRITISCH-NORDAMERIKA ALS KONTROVERSE DES 18. JAHRHUNDERTS: Hier wird der historische Kontext der Spannungen zwischen Mutterland und Kolonien auf innen-, wirtschafts- und außenpolitischer Ebene analysiert.
4. THOMAS JEFFERSON – DIE EIGENE UNABHÄNGIGKEIT ALS LOGISCHE KONSEQUENZ EINER NATIONALEN ÜBERZEUGUNG: Die Untersuchung zeigt, wie Jefferson moralphilosophische Naturgesetze zur Rechtfertigung der amerikanischen Unabhängigkeit nutzte.
5. ADAM SMITH – KOLONIALISMUSKRITIK AUF GRUND WIRTSCHAFTLICHER NOTWENDIGKEIT: Smith wird als Kritiker des Merkantilismus dargestellt, der aus wirtschaftstheoretischer Sicht die Ineffizienz und Schädlichkeit des britischen Kolonialmonopols aufzeigt.
6. FAZIT: Das Kapitel fasst zusammen, dass trotz unterschiedlicher Perspektiven – amerikanischer Nationalismus bei Jefferson und britische Nationalökonomie bei Smith – beide Theoretiker die Aufklärung als gemeinsame Basis für ihre Ablehnung kolonialer Strukturen nutzen.
Aufklärung, Kolonialismuskritik, Thomas Jefferson, Adam Smith, Britisch-Nordamerika, Unabhängigkeitserklärung, Wirtschaftsliberalismus, Merkantilismus, Fremdherrschaft, Selbstbestimmung, Menschenrechte, 18. Jahrhundert, Transatlantische Beziehungen, Politische Philosophie, Nationalökonomie.
Die Arbeit befasst sich mit der intellektuellen Auseinandersetzung über die koloniale Praxis im 18. Jahrhundert, fokussiert auf die konträren Positionen von Thomas Jefferson und Adam Smith.
Zentral sind der Einfluss aufklärerischer Ideen, das Spannungsfeld zwischen britischem Machtanspruch und amerikanischem Emanzipationsbestreben sowie die Verknüpfung von Moral und Ökonomie.
Die Arbeit fragt danach, wie sich die Denkweisen von Jefferson und Smith, trotz des gemeinsamen Zieles der Loslösung von der Vormundschaft, aufgrund ihrer unterschiedlichen nationalen Blickwinkel und theoretischen Ansätze unterscheiden.
Der Autor führt eine diskursanalytische Untersuchung historischer Schriften durch, wobei er primäre Texte wie die „Declaration of Independence“ und „The Wealth of Nations“ auf ihre Argumentationslogik hin überprüft.
Der Hauptteil analysiert zunächst den aufklärerischen Diskurs, dann die politischen Rahmenbedingungen des Konflikts zwischen Großbritannien und Nordamerika, um daraufhin die individuellen Argumentationslinien von Jefferson und Smith gegenüberzustellen.
Besonders prägend sind die Konzepte des rationalistischen und emanzipatorischen Aufklärungsbegriffs, der merkantilistischen Wirtschaftskritik sowie die ideologische Begründung der amerikanischen Unabhängigkeit.
Während Jefferson aus der persönlichen Betroffenheit eines amerikanischen Kolonisten und auf Basis natürlicher Menschenrechte argumentiert, kritisiert Smith das koloniale System vornehmlich aus einer wirtschaftswissenschaftlichen, britisch-zentrierten Perspektive.
Der Autor weist darauf hin, dass beide Denker – trotz ihrer Kritik – stark in zeitgenössischen eurozentrischen Denkweisen verhaftet blieben und die „Sicht der Anderen“ (der kolonisierten Bevölkerung) kaum Berücksichtigung fand.
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