Bachelorarbeit, 2015
58 Seiten, Note: 1,85
1 Einleitung
2 Märchen
2.1 Zum Begriff Märchen
2.2 Volksmärchen
3 Die Brüder Grimm
4 Walt Disney und die Disney Company
5 Märchen und Film – Wort und Bild
6 Das „Classic Disney Modell“
6.1 Disneyfizierung von Schneewittchen
6.2 Disneyfizierung von Dornröschen
7 Stilmerkmale des Märchens nach Lüthi
7.1 Die Eindimensionalität
7.2 Die Flächenhaftigkeit
7.3 Der abstrakte Stil
7.4 Isolation und Allverbundenheit
7.5 Sublimation und Welthaltigkeit
8 Einhaltung der Stilmerkmale des Märchens nach Lüthi
8.1 Schneewittchen (und die sieben Zwerge)
8.1.1 Eindimensionalität
8.1.2 Flächenhaftigkeit
8.1.3 Abstrakter Stil
8.1.4 Isolation und Allverbundenheit
8.1.5 Sublimation und Welthaltigkeit
8.2 Dornröschen
8.2.1 Eindimensionalität
8.2.2 Flächenhaftigkeit
8.2.3 Abstrakter Stil
8.2.4 Isolation und Allverbundenheit
8.2.5 Sublimation und Welthaltigkeit
9 Resümee
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Grad der Übereinstimmung zwischen den literarischen Märchen der Brüder Grimm und deren Adaptionen durch den Disney-Konzern. Dabei wird analysiert, inwieweit Disney das ursprüngliche Erzählgut beibehalten oder durch unternehmensspezifische Werte („Disneyfizierung“) transformiert hat.
Die Eindimensionalität
„Die Menschen des Märchens, Helden wie Unhelden, verkehren mit diesen Jenseitigen, als ob sie ihresgleichen wären. Ruhig und unerschüttet nehmen sie ihre Gaben in Empfang oder schieben sie beiseite, lassen sich von ihnen helfen oder kämpfen mit ihnen, und dann gehen sie ihren Weg weiter. Ihnen fehlt das Erlebnis des Abstandes zwischen sich und jenen andern Wesen.“90
Lüthis Aspekt der Eindimensionalität beinhaltet, dass dem Märchen sowohl die diesseitige, profane als auch die jenseitige, numinose Welt bekannt ist. Die wirkliche und unwirkliche Welt gehen jedoch nahtlos ineinander über. Der Märchenheld, meist ein Mensch, verkörpert das Diesseits. Im Laufe der Handlung begegnet er Feen, Hexen, Trollen, Riesen, Fabeltieren, bösen und guten Zauberern, weisen Frauen, Zwergen und Drachen. Diese verkörpern die jenseitige Welt. Das Natürliche agiert ganz selbstverständlich mit dem Übernatürlichen. Ohne jegliche Verwunderung tritt der Märchenheld den Zauberwesen gegenüber. Sie sind für ihn ganz selbstverständlich und fungieren als Helfer, Wegweiser oder Gegner. Der Held fürchtet sich nicht vor ihnen oder vor dem Unheimlichen, sehr wohl aber vor weltlichen Gefahren.
Über Gaben von Jenseitigen wundert sich der Märchenheld nicht. In Notsituationen weiß er wie sie richtig anzuwenden sind. Vorher ausprobieren muss er sie nicht.
Das Verhalten der Figuren hebt die strikte Trennung zwischen den beiden Dimensionen auf: „Das Wunderbare ist dem Märchen nicht fragwürdiger als das Alltägliche.“91 Genau dieser Aspekt macht für Lüthi die Eindimensionalität des Märchens aus. Mit seiner emotionalen Unberührtheit der Märchenfiguren in wunderbaren Situationen schafft sie eine direkte Verbindung zu der Flächenhaftigkeit.92
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Märchenadaptionen durch Disney und Darlegung der Forschungsfrage sowie methodischen Vorgehensweise.
2 Märchen: Definition des Begriffs „Märchen“ und Abgrenzung der Gattung sowie Erläuterung der Charakteristika des Volksmärchens.
3 Die Brüder Grimm: Historischer Abriss über das Leben und Wirken von Jacob und Wilhelm Grimm und die Entstehung ihrer Märchensammlung.
4 Walt Disney und die Disney Company: Biografische Darstellung von Walt Disney und die Unternehmensgeschichte mit Fokus auf die Entwicklung zur Märchenverfilmung.
5 Märchen und Film – Wort und Bild: Diskussion der Problematik der filmischen Visualisierung eines literarischen Stoffes, der sich durch eine hohe Bildhaftigkeit bei gleichzeitigem Fehlen expliziter Details auszeichnet.
6 Das „Classic Disney Modell“: Beschreibung der wiederkehrenden Formeln, Motive und Werte, die das Disney-Unternehmen in seinen Produktionen verwendet.
7 Stilmerkmale des Märchens nach Lüthi: Theoretische Einführung in die fünf Kategorien von Max Lüthi zur Bestimmung des Idealtyps eines Volksmärchens.
8 Einhaltung der Stilmerkmale des Märchens nach Lüthi: Detaillierte analytische Untersuchung der Stilmerkmale in den Werken „Schneewittchen“ und „Dornröschen“ im Vergleich zwischen der Grimm-Vorlage und den Disney-Adaptionen.
9 Resümee: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Fazit über die Veränderungen, die Disney an den Vorlagen vorgenommen hat.
Disney, Gebrüder Grimm, Märchen, Film, Adaption, Max Lüthi, Eindimensionalität, Flächenhaftigkeit, Zeichentrickfilm, Schneewittchen, Dornröschen, Disneyfizierung, Märchenstil, Medienanalyse, Symbolik
Die Bachelorarbeit analysiert die Unterschiede zwischen den originalen Grimmschen Märchen und den filmischen Adaptionen der Walt Disney Company am Beispiel der Klassiker „Schneewittchen“ und „Dornröschen“.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Spannung zwischen literarischer Vorlage und filmischer Interpretation sowie die Frage, wie ein Unterhaltungskonzern Märcheninhalte für ein breites Publikum transformiert.
Das Ziel ist es, auf Basis der Stilmerkmale nach Max Lüthi zu bestimmen, wie viel des ursprünglichen Grimmschen Märchencharakters in den Disney-Filmen erhalten geblieben ist und welche Aspekte verändert wurden.
Die Autorin nutzt die literaturwissenschaftliche Stilanalyse nach Max Lüthi („Das europäische Volksmärchen“), um diese Kriterien auf die konkreten Disney-Verfilmungen anzuwenden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Märchenkunde und das „Classic Disney Modell“ sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der Stilmerkmale in Bezug auf Schneewittchen und Dornröschen.
Die zentralen Schlagworte umfassen neben den Werken der Brüder Grimm und Disney vor allem Begriffe wie Märchenstilanalyse, Disneyfizierung und die spezifischen Lüthi-Kriterien wie Eindimensionalität und Flächenhaftigkeit.
Während die Märchenfiguren bei Grimm laut Lüthi flächenhaft sind und keine psychologische Tiefe besitzen, verleiht Disney seinen Figuren individuelle Züge, Emotionen und eine psychologische Tiefendimension.
Die Autorin nutzt den Begriff, um die Amerikanisierung und Verharmlosung der grausamen Grimm-Stoffe zu beschreiben, bei der Themen wie Ordnung, Fleiß und das „Happy End“ das Ziel einer unterhaltsamen Traumwelt verfolgen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

