Bachelorarbeit, 2015
35 Seiten, Note: 1,0
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1. Einleitung
2. Die Frage nach dem guten Leben
3. Die Welt als Wille und Vorstellung
3.1 Die Welt als Vorstellung
3.2 Die Welt als Wille
3.3 Lebensbejahung und Unsterblichkeit
3.4 Ein gelingendes Leben als bejahter Wille
4. Das Leiden
4.1 Leiden durch endloses Streben und Langeweile
4.2 Perspektivenwechsel
4.3 Leiden durch Egoismus und dem daraus resultierenden Kampf der Individuen
4.4 Lebensverneinung
4.5 Willensbeschwichtigung
5. Aphorismen zur Lebensweisheit
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Arthur Schopenhauers pessimistische Philosophie trotz ihrer radikalen Ausrichtung Ansätze für eine Anleitung zu einem gelingenden Leben bieten kann. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, wie durch eine graduelle Verneinung des Willens oder eine Veränderung der Lebensperspektive Glücksmöglichkeiten innerhalb einer schopenhauerischen Weltanschauung erschlossen werden können.
4.1 Leiden durch endloses Streben und Langeweile
In §56 unterstellt Schopenhauer dem Willen ein endloses Streben, das kein Ende und keine Befriedigung erreichen kann. Auf allen Stufen der Erscheinungen des Willens besitzt der Wille kein letztes Ziel und keinen Endzweck. Zur Darstellung dieses Sachverhaltes beschränke ich mich auf die vollkommenste Erscheinungen des Willens, den Menschen, denn in ihm wird nach Schopenhauer das Leiden am größten und dies mit wachsender Intelligenz: „[D]er, in welchem der Genius lebt, leidet am meisten.“ (WI, 277)
Man könnte aus der schopenhauerischen Sicht das menschliche Leben mit einem Hamsterrad vergleichen. Unaufhörlich rennt der Mensch den Objekten seines Wollens hinterher und findet keine endgültige Befriedigung. „Denn alles Streben entspringt aus Mangel, aus Unzufriedenheit mit seinem Zustande, ist also Leiden, solange es nicht befriedigt ist; keine Befriedigung aber ist dauernd, vielmehr ist sie stets nur der Anfangspunkt eines neuen Strebens.“ (WI, 276f) „Was alle Lebenden beschäftigt und in Bewegung erhält, ist das Streben nach Daseyn. Mit dem Daseyn aber, wenn es ihnen gesichert ist, wissen sie nichts anzufangen: daher ist das Zweite, was sie in Bewegung setzt, das Streben, die Last des Daseyns los zu werden.“ (WI, 279) Der Mensch strebt danach, sich am Leben zu erhalten. So verspüren wir Hunger und trachten danach, unseren Hunger zu stillen. Haben wir etwas gegessen, dann erlangen wir Befriedigung, diese ist aber nur von kurzer Dauer. Nach Schopenhauer ist das erreichte Ziel lediglich der Anfangspunkt eines neuen Strebens. Mit anderen Worten: Das nächste Hüngerchen kommt bestimmt. Nach dieser Art von Lebensperspektive befinden wir uns in einem Hamsterrad des immer wiederkehrenden Wollens.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische und philosophische Problematik des Lebensglücks ein und stellt die Relevanz von Schopenhauers Pessimismus für die Suche nach einem gelingenden Leben dar.
2. Die Frage nach dem guten Leben: Dieses Kapitel verortet die philosophische Suche nach dem guten Leben ausgehend von Aristoteles und reflektiert über die Herausforderung, allgemeingültige Glücksdefinitionen zu finden.
3. Die Welt als Wille und Vorstellung: Hier werden die metaphysischen Grundlagen Schopenhauers dargelegt, insbesondere die Unterscheidung zwischen der Welt als Vorstellung und dem Willen als dem eigentlichen Ding an sich.
4. Das Leiden: Das Kapitel analysiert die drei primären Leidensquellen in Schopenhauers Philosophie: das endlose Streben, den egoistischen Kampf der Individuen und die daraus resultierende Notwendigkeit der Willensverneinung.
5. Aphorismen zur Lebensweisheit: Die Aphorismen werden als Schrift untersucht, die einen empirischen Standpunkt einnimmt und trotz der metaphysischen Radikalität des Hauptwerks Anknüpfungspunkte für Glücksmöglichkeiten bietet.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht, dass eine graduelle Verneinung des Willens ein heilsames Mittel zur Bewältigung des Lebens und zur Steigerung des Glücksempfindens darstellt.
Schopenhauer, Willensmetaphysik, gelingendes Leben, Lebensverneinung, Leiden, Egoismus, Wille zum Leben, Vorstellung, Kontemplation, Glück, Ethik, Existenz, Aphorismen, Resignation, Erkenntnis
Die Arbeit untersucht, wie man trotz der pessimistischen Weltsicht Arthur Schopenhauers, die das Leben als grundlegendes Leiden definiert, ein gelingendes und glückliches Leben führen kann.
Die Arbeit behandelt die Willensmetaphysik, die Ursachen des menschlichen Leidens, die Möglichkeiten der Lebensbejahung sowie die ethische Relevanz der Willensverneinung.
Das Ziel ist es zu prüfen, inwieweit Schopenhauers Philosophie als Anleitung für ein gelingendes Leben dienen kann, insbesondere durch die Verschiebung der Perspektive auf das Leben.
Die Arbeit nutzt die philosophische Textanalyse und Interpretation der Hauptwerke Schopenhauers, um daraus eine kritische Perspektive für die individuelle Lebensführung zu entwickeln.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der metaphysischen Basis, die Analyse der Leidensquellen wie Streben und Egoismus sowie die Diskussion verschiedener Wege der Willensverneinung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Willensmetaphysik, Lebensverneinung, Egoismus, Kontemplation und das gelingende Leben charakterisiert.
Während modernes Glück oft positiv definiert ist, betrachtet Schopenhauer Glück rein negativ als die vorübergehende Abwesenheit von Leid und Mangel.
Egoismus führt zum Kampf aller gegen alle, da jedes Individuum sich als Mittelpunkt der Welt sieht und die Bedürfnisse anderer dem eigenen Willen unterordnet.
Intelligenz ermöglicht den Zugang zu geistigen Genüssen in der Kontemplation, die frei von Leiden und dem Dienst am Willen sind.
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