Masterarbeit, 2015
96 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1. Fürsorge
2.1.1 Rechtliche Ebene
2.1.2 Christliche Ebene
2.1.3 Pflegerische, soziale Ebene
2.1.4 Gender Aspekt
2.1.5 Individuelle Ebene
2.2. Autonomie
2.2.1 Philosophische Perspektive
2.2.2 Rechtlicher Hintergrund
2.2.3 Therapeut-Patienten-Beziehung
2.2.3.1 Das paternalistische Modell
2.2.3.2 Das informative Modell
2.2.3.3 Das interpretative Modell
2.2.3.4 Das deliberative Modell
2.2.3.5 Informiertes Einverständnis
2.3 Autonomie aus Klientensicht
2.3.1 Phasen der Krankheitsbewältigung
2.3.2 Sichtweisen zur Autonomie von Klient und Ernährungsfachkraft
2.4 Ernährungsautonomie
2.5 Ernährungsberatung und –therapie
2.5.1 Unterscheidung in Ernährungsfachkreisen
2.5.2 Unterscheidung der Krankenkassen und ernährungsbezogener Fachgesellschaften
2.5.3 Unterscheidung Beratung und Therapie
2.5.3.1 Beratung
2.5.3.2 Therapie
2.6 Beratungsverständnis einer Ernährungsfachkraft
2.6.1 Klientenzentrierte Gesprächsführung nach Rogers
2.6.2 Ablauf von Ernährungsberatung und –therapie
2.7 Zusammenfassung
3. Formulierung der Forschungsfrage
4. Methodik
4.1 Qualitative Sozialforschung
4.1.1 Qualitative Interviews
4.1.2 Interviewleitfaden
4.1.3 Daten für statistische Zwecke
4.1.4 Postskript
4.2 Durchführung der Interviews
4.2.1 Rekrutierung der Interviewpartner
4.2.2 Zusammensetzung der Stichprobe
4.2.3 Ablauf der Interviews
4.2.4 Die Rolle des Interviewenden
4.2.5 Pretest
4.3 Datenerhebung und –aufbereitung
4.3.1 Termine und Ort der Interviews
4.3.2 Transkription
4.3.3 Datenauswertung
4.3.4 Kategorienbildung
5. Ergebnisse und Interpretation
5.1 Ergebnisse der Befragung
5.1.1 Auslegung Fürsorge
5.1.2 Beispielhafte Situationen fürsorglichen Verhaltens
5.1.3 Stellenwert Fürsorge
5.1.4 Auslegung Autonomie
5.1.5 Auslegung Ernährungsautonomie
5.1.6 Beispielhafte Situationen zum Achten von Ernährungsautonomie
5.1.7 Stellenwert Ernährungsautonomie
5.1.8 Abwägen zwischen Fürsorge und Ernährungsautonomie
5.1.9 Die Beratung beeinflussende Rahmenbedingungen
5.1.10 Gesprächsführung nach Rogers
6. Zusammenfassung der Ergebnisse
7. Fazit und Ausblick
Das primäre Ziel dieser Masterarbeit ist die Untersuchung der ethischen Spannungsfelder zwischen Fürsorge und Autonomie, insbesondere der Ernährungsautonomie, aus der Sicht von Beratenden in der Ernährungsberatung und -therapie, um zu klären, ob und wie diese Werte im Beratungsalltag reflektiert und in Konfliktsituationen abgewogen werden.
2.1.5 Individuelle Ebene
Individuelle Auslegungen von Fürsorge können sich aus der persönlichen Sozialisation, z. B. im familiären, religiösen oder beruflichen Umfeld ergeben. So kann es sein, dass Fürsorge von sich um jemanden kümmern, jemanden unterstützen bis hin zur Selbstaufopferung oder dem Aufdrängen einer gut gemeinten Handlung mit dem Anspruch: „Ich weiß, was gut für dich ist“ verstanden wird.
Ein sich kümmern kann sich darin äußern, dass vom Beratenden wahrgenommen wird, wenn jemand gerade nicht aufnahmefähig oder gesundheitlich nicht in der Lage ist, der Beratung zu folgen und das Gespräch deshalb abgebrochen wird. Es können auch Hilfsangebote ausgesprochen werden, bei denen der Klient die Wahl hat, ob er diese annehmen möchte oder nicht. Diese Auslegung würde etwa dem Gleichnis des barmherzigen Samariters entsprechen.
Selbstaufopferung wäre z. B. gegeben, wenn Beratungen in der Freizeit oder unbezahlt durchgeführt werden, damit ein Klient sich nach einer Diagnose versorgen kann. An der Grenze zur Selbstaufopferung wäre ein für den Klienten alles möglich machen, was geht von Seiten der Ernährungsfachkraft. Darin spiegelt sich die von Höffe als Fehlauslegung von Kant dargestellte Hilfeleistung ohne Gegenleistung. Aus diesem Handeln definiert sich der Beratende ggf. als wohltätige Person.
Das Aufdrängen einer gut gemeinten Handlung kann darin bestehen, dass in Beratungssituationen Empfehlungen oder Ratschläge gegeben werden, die sich nicht am Lebensalltag des Klienten orientieren. Es kann sein, dass gedacht wird, was mir oder anderen in ähnlichen Situationen gut tut, das muss auch dir gut tun. Hier werden die Bedürfnisse des Klienten nicht berücksichtigt und es fehlt an der in Abschnitt 2.1.3 beschriebenen Achtsamkeit.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Beobachtung, dass Ernährungsfachkräfte die autonomen Entscheidungen von Klienten nicht immer ausreichend berücksichtigen, und stellt die daraus abgeleitete Forschungsfrage vor.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Begriffe Fürsorge, Autonomie, Ernährungsautonomie sowie das Beratungsverständnis inklusive der klientenzentrierten Gesprächsführung nach Rogers und relevanter Rahmenbedingungen.
3. Formulierung der Forschungsfrage: Hier werden die konkreten Forschungsfragen der Arbeit auf Basis der theoretischen Vorüberlegungen und der Beobachtung von Beratungssituationen spezifiziert.
4. Methodik: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen, insbesondere die qualitative Sozialforschung durch Experteninterviews, deren Durchführung, Auswertung und Kategorienbildung.
5. Ergebnisse und Interpretation: Hier erfolgt die Darstellung und Diskussion der Interviews, gegliedert nach den zentralen Themenbereichen Fürsorge, Autonomie, Ernährungsautonomie und den beeinflussenden Rahmenbedingungen.
6. Zusammenfassung der Ergebnisse: Dieses Kapitel bietet eine komprimierte Übersicht der gewonnenen Erkenntnisse aus der qualitativen Befragung der Ernährungsfachkräfte.
7. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Hypothese zum Perspektivwechsel und gibt Empfehlungen für die zukünftige Ausbildung und Praxis von Ernährungsfachkräften.
Fürsorge, Autonomie, Ernährungsautonomie, Ernährungsberatung, Ernährungstherapie, Klientenzentrierte Gesprächsführung, Rogers, Ethische Konflikte, Beratungsverständnis, Patientenautonomie, Qualitative Forschung, Experteninterviews, Diätassistenten, Clinical Reasoning, Medizinethik.
Die Arbeit untersucht das ethische Spannungsverhältnis zwischen Fürsorge und Autonomie (speziell Ernährungsautonomie) in der Ernährungsberatung und -therapie aus der Perspektive von Ernährungsfachkräften.
Die zentralen Themen sind die Definition und Auslegung der Begriffe Fürsorge und Autonomie, der Einfluss der klientenzentrierten Gesprächsführung nach Rogers, die Rolle der Ernährungsautonomie sowie der Umgang mit ethischen Konflikten im Beratungsalltag.
Das Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie Ernährungsfachkräfte diese Begriffe verstehen, wie sie diese im Alltag umsetzen und ob sie Konflikte zwischen dem eigenen Fürsorgegedanken und der Ernährungsautonomie der Klienten wahrnehmen.
Es wird eine qualitative Sozialforschung durchgeführt, die auf Experteninterviews mit sieben Diätassistenten basiert, wobei die Auswertung mittels MAXQDA 11 und einer deduktiven Kategorienbildung erfolgte.
Der Hauptteil umfasst den theoretischen Rahmen, die Methodik, die Präsentation und Interpretation der Interviewergebnisse sowie eine Zusammenfassung und kritische Diskussion dieser Ergebnisse.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Fürsorge, Autonomie, Ernährungsautonomie, Ernährungsberatung, Ernährungstherapie sowie klientenzentrierte Gesprächsführung nach Rogers.
Die Untersuchung deutet darauf hin, dass der Begriff in der Ausbildung oder in der Fachliteratur für Ernährungsfachkräfte bisher kaum explizit verwendet wird, da die ethische Reflexion in diesem Bereich oft indirekt stattfindet.
Viele Befragte greifen auf Techniken der Gesprächsführung nach Rogers zurück, um ihre Ansätze zu Autonomie und Fürsorge zu begründen, was eine starke Prägung durch diese Ausbildungsinhalte vermuten lässt.
Die befragten Fachkräfte äußerten, dass sie in Konfliktsituationen bei der Konstellation "Mutter-Kind" der Fürsorge für das Kind einen höheren Stellenwert einräumen als der Autonomie der Mutter.
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