Examensarbeit, 2014
64 Seiten, Note: 2,3
I. Einleitung
II. Carolines Leben – ein Kurzportrait
III. Carolines literarische Unternehmungen aus ihrer eigenen Sicht
III.1 Literarische Unternehmungen
III.2 Carolines Selbstdarstellung
IV. „Man schätzt ein Frauenzimmer nur nach dem, was sie als Frauenzimmer ist“
Diese Arbeit untersucht die Selbstdarstellung der Caroline Schlegel-Schelling in ihren Briefen vor dem Hintergrund ihrer literarischen Tätigkeiten um 1800. Ziel ist es, Carolines eigene Sicht auf ihre Rolle als Übersetzerin, Rezensentin und Beraterin im Kontext des Jenaer Kreises zu ergründen und die Diskrepanz zwischen ihrem tatsächlichen Wirken und ihrer brieflichen Selbstreflexion zu analysieren.
III.2 Carolines Selbstdarstellung
Im 18. Jahrhundert gab es eine besonders stark ausgeprägte Briefkultur und Frauen wie Caroline haben in hohem Maße daran Anteil genommen.93 Unabdingbare Grundvoraussetzung war jedoch, lesen und schreiben zu können, was im 18. Jahrhundert noch keine Selbstverständlichkeit für die weibliche Bevölkerung war. Dieses Privileg hatten überwiegend nur die Frauen der Adelsschicht und des gehobenen Bürgertums (und hier noch lange nicht alle). Das Briefeschreiben hatte einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert und wurde ausgiebig gepflegt. Es waren zwar nicht ausschließlich Frauen, die Briefe schrieben, dennoch stellte der Brief für sie ein bedeutendes Medium dar, war er doch die einzige literarische Ausdrucksmöglichkeit, die Frauen zugestanden wurde.94 Diverse Briefromane verdeutlichen die ausgeprägte Briefkultur des 18. Jahrhunderts; man denke hier nur an Goethes Die Leiden des jungen Werther, der damals ein Bestseller wurde. Der Brief war zu einer eigenen literarischen Gattung geworden und hier konnten bzw. durften nun auch Frauen als Autorinnen in Erscheinung treten, wie beispielsweise die Werke Bettina von Arnims oder Rahel Varnhagens belegen.95 Andere literarische Gattungen wie Prosa, Drama oder Lyrik blieben weiterhin vornehmlich eine Männerdomäne und behielten, trotz der Beliebtheit des Briefes, einen höheren Rang.
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Persönlichkeit der Caroline Schlegel-Schelling ein und umreißt die methodische Herangehensweise der Arbeit, welche auf der Analyse ihrer umfangreichen Briefkorrespondenz basiert.
II. Carolines Leben – ein Kurzportrait: Dieses Kapitel zeichnet die prägenden Stationen von Carolines Biographie nach, von ihrem Elternhaus in Göttingen bis hin zu ihren Erfahrungen in Mainz und ihrem späteren Leben im Jenaer Kreis.
III. Carolines literarische Unternehmungen aus ihrer eigenen Sicht: Das Hauptkapitel untersucht die Rolle Carolines als literarische Akteurin, Übersetzerin und Beraterin anhand ihrer Briefe und beleuchtet ihre aktive Teilhabe am geistigen Leben.
III.1 Literarische Unternehmungen: Hier wird der Schwerpunkt auf die praktischen literarischen Tätigkeiten Carolines gelegt und deren Einbettung in das Netzwerk der Brüder Schlegel sowie anderer Intellektueller analysiert.
III.2 Carolines Selbstdarstellung: In diesem Teilabschnitt steht die kritische Analyse von Carolines Briefen im Vordergrund, um aufzuzeigen, wie sie ihre eigene Rolle innerhalb der literarischen Öffentlichkeit bewertete.
IV. „Man schätzt ein Frauenzimmer nur nach dem, was sie als Frauenzimmer ist“: Das abschließende Fazit resümiert, wie das traditionelle Frauenbild des 18. Jahrhunderts Carolines Selbstbild beeinflusste und warum sie ihr tatsächliches Wirken in ihren Briefen oft relativierte.
Caroline Schlegel-Schelling, Jenaer Kreis, Frühromantik, Briefkultur, Frauenbild 18. Jahrhundert, Literaturkritik, August Wilhelm Schlegel, Friedrich Schlegel, Selbstverwirklichung, Briefquellen, Gender-Rollen, Übersetzerin, Rezension, gesellschaftliche Konventionen, Autorschaft
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Caroline Schlegel-Schelling in der literarischen Öffentlichkeit um 1800, wobei ein besonderer Fokus auf ihrer Selbstwahrnehmung in ihren persönlichen Briefen liegt.
Zu den zentralen Themen gehören die Briefkultur des 18. Jahrhunderts, die Rolle der Frau in der Literatur, das Netzwerk der Jenaer Frühromantiker sowie die Diskrepanz zwischen Carolines gelebter Arbeit und ihrer brieflichen Selbstdarstellung.
Das primäre Ziel ist es, Carolines literarische Beiträge zu würdigen und zu analysieren, warum sie diese in ihren Briefen selbst oft als unbedeutend oder eher passiv darstellte.
Es handelt sich um eine historische und literaturwissenschaftliche Analyse, die primär auf den überlieferten Briefquellen von Caroline Schlegel-Schelling basiert, ergänzt durch Forschungsliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Einführung und eine detaillierte Auseinandersetzung mit ihren literarischen Tätigkeiten, insbesondere ihre Mitarbeit bei Übersetzungen und Rezensionen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Frühromantik, Jenaer Kreis, Geschlechterrollen, Briefkultur, literarische Mitarbeit und Selbstverwirklichung definiert.
Sie bewertet sie als eine zentrale Akteurin und Vermittlerin, auch wenn Caroline selbst ihre Rolle aufgrund der damaligen gesellschaftlichen Konventionen oft als untergeordnet oder rein unterstützend darstellte.
Diese Bezeichnung bezieht sich auf ihre teils sehr offenen, spöttischen und kritischen Äußerungen über Zeitgenossen wie Schiller oder Goethe in ihrer privaten Korrespondenz mit engen Vertrauten.
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