Masterarbeit, 2015
161 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Besonderheiten des Jugendalters und des jungen Erwachsenenalters
3. Soziale Angst
3.1 Symptomatik und Klassifikation
3.1.1 Klinische Formen sozialer Angst
3.1.1.1 Soziale Phobie bzw. soziale Angststörung
3.1.1.2 Ängstliche bzw. vermeidend –selbstunsichere Persönlichkeitsstörung
3.1.2 Subklinische Formen sozialer Angst
3.1.2.1 Subklinische soziale Ängste
3.1.2.2 Schüchternheit
3.1.3 Zusammenfassung
3.2 Epidemiologie und Komorbidität im Jugendalter und jungen Erwachsenenalter
3.2.1 Prävalenz
3.2.2 Erstmanifestation, Verlauf und Prognose
3.2.3 Komorbidität
3.2.4 Inzidenz und Persistenz
3.2.5 Folgen
3.2.6 Hilfesuchverhalten und Behandlungserfolge
3.2.7 Zusammenfassung und Folgerungen
3.3 Ätiologie
3.3.1 Biologische Vulnerabilitätsfaktoren
3.3.1.1 Heritabilität
3.3.1.2 Persönlichkeitseigenschaften
3.3.1.3 Neurobiologische Aspekte
3.3.2 Psychologische und familiäre Vulnerabilitätsfaktoren
3.3.2.1 Bindungs- und Erziehungsstil
3.3.2.2 Psychische Vorerkrankungen
3.3.3 Störungsspezifische Faktoren
3.3.3.1 Soziale Kompetenz.
3.3.3.2 Sensibilität für Gesichtsausdruck und Blickkontakt
3.3.3.3 Kognitive Prozesse
3.3.3.3.1 Theoretische Grundlagen und allgemeine Befunde
3.3.3.3.2 Befunde aus Studien
3.3.4 Faktoren der individuellen Lebensbiografie, Lebensereignisse
3.3.5 Soziodemografische Faktoren
3.3.6 Zusammenfassung und Folgerungen
4. Soziale Angst im Zusammenhang mit dem Lebens- und Lernort Schule
4.1 Auswirkungen schulischer Bedingungen auf soziale Angst
4.2 Soziale Angst und Schulangst
4.3 Auswirkungen von sozialer Angst auf den Schulerfolg
4.4 Zusammenfassung und Folgerungen
5. Beratung der sozialen Angst in der Schule
5.1 Ausgangsbedingungen und Setting im Kontext Schule
5.1.1 Einbeziehung des Lehrerkollegiums
5.1.2 Niederschwelligkeit und Freiwilligkeit des Angebotes
5.2 Ein Beratungsleitfaden
5.2.1 Phase 1 – Schaffung günstiger Ausgangsbedingungen
5.2.1.1 Entwicklung einer „therapeutischen Allianz“
5.2.1.2 Problembezogene Informationssammlung
5.2.1.3 Organisatorische Aspekte
5.2.2 Phase 2: Aufbau von Änderungsmotivation und vorläufige Auswahl von Änderungsbereichen
5.2.2.1 Aufbau von Beratungsmotivation (speziell Änderungsmotivation)
5.2.2.2 Vorläufige Auswahl von Änderungsbereichen
5.2.3 Phase 3 - Verhaltensanalyse und funktionales Bedingungsmodell
5.2.4 Phase 4 - Vereinbaren von Beratungszielen
5.2.5 Phase 5 – Planung, Auswahl und Durchführung spezieller Methoden
5.2.5.1 Kognitive Umstrukturierung
5.2.5.2 Verhaltensexperimente und Verhaltensmodifikation
5.2.6 – Phase 6 – Evaluation
5.2.7 Phase 7 - Endphase – Erfolgsoptimierung und Abschluss der Therapie
5.2.7.1 Stabilisierung und Transfer
5.2.7.2 Beendigen / Ausblenden der Kontakte
5.3 Zusammenfassung
6. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein tieferes Verständnis für das Phänomen der sozialen Angst bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu entwickeln und evidenzbasierte Ansätze für eine wirksame Beratung im schulischen Kontext aufzuzeigen. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich soziale Ängste auf die schulische Laufbahn auswirken und welche psychosozialen Faktoren ihre Entstehung und Aufrechterhaltung beeinflussen.
3.3.3.3.1 Theoretische Grundlagen und allgemeine Befunde
Nach Beck, Emery und Greenberg (1985) weisen Personen mit sozialer Angststörung eine Hypersensitivität gegenüber den Signalen von Anderen bezogen auf die Akzeptanz der eigenen Person, auf und befürchten, ihr Verhalten und gegebenenfalls eigene körperliche Reaktionen könnten zu Statusverlust oder Zurückweisung führen. Sie betrachten die Entstehung dieser dysfunktionalen kognitiven Ausrüstung aus entwicklungspsychologischer Perspektive. Aus ihrer Sicht kann dauerhafte Angst vor sozialen Situationen entstehen, wenn die Anforderungen in einem bestimmten Kontext die sozialen Fertigkeiten eines Kindes übersteigen oder es unsicher, bezogen auf das richtige soziale Verhalten, ist.
In einer solchen Situation entwickelt das Kind die Angst, sozial zu versagen (inkompetent zu sein oder zu wirken oder die Unterstützung wichtiger Bezugspersonen zu verlieren). Wird diese Angst durch negative Erfahrungen bestätigt, kann dauerhafte Angst vor der sozialen Situation entstehen, die auch auch dann bestehen bleibt, wenn die zuvor fehlenden sozialen Fertigkeiten bereits lange entwickelt sind (vgl. Beck u.a. 1985; Müller 2002; Steil u.a. 2011). Treten dann Stressoren, wie besondere Belastungen und belastende Lebensereignisse auf, so werden die in der Vergangenheit entwickelten kognitiven Schemata aktiviert, was zur Entwicklung problematischer Gefühle und Verhaltensweisen führt.
Zu den kognitiven Schemata gehören „perfektionistische Standards bei der Bewertung des eigenen Verhaltens“ mit der Annahme, immer intelligent und witzig wirken zu müssen, „die Sichtweise, dass andere Menschen sehr kritisch in ihrer Beurteilung sind“, „die extreme Gewichtung der Bewertung durch andere und der gesellschaftlichen Folgen“, damit zusammenhängend „die überkritische Prüfung des eigenen Verhaltens auf Angemessenheit/Unangemessenheit“ und die Bewertung des Selbst als inkompetent oder Versager (Müller 2002, S. 63). Das Gedächtnis speichert diese Schemata als konditionale Thesen, welche auf Wenn-Dann Verknüpfungen basieren, beziehungsweise als unkonditionale Annahmen, das heißt als Grundüberzeugungen mit absoluten Bewertungen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz sozialer Ängste bei Jugendlichen ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, eine effektive Beratungsmethode für die Schulsozialarbeit zu formulieren.
2. Besonderheiten des Jugendalters und des jungen Erwachsenenalters: Dieses Kapitel beschreibt die zentralen Entwicklungsaufgaben und die spezifischen Anforderungen an Jugendliche in modernen Industriegesellschaften.
3. Soziale Angst: Dieser umfangreiche Teil beleuchtet die Symptomatik, Klassifikation sowie epidemiologische Daten und ätiologische Faktoren der sozialen Angst.
4. Soziale Angst im Zusammenhang mit dem Lebens- und Lernort Schule: Das Kapitel analysiert die spezifischen Auswirkungen des schulischen Umfelds auf die Entstehung und Verschärfung von Ängsten sowie den Einfluss auf den Schulerfolg.
5. Beratung der sozialen Angst in der Schule: Hier wird ein konkreter Beratungsleitfaden entwickelt, der auf dem Selbstmanagement-Modell basiert und verschiedene Phasen der Beratung detailliert darstellt.
6. Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und gibt einen Ausblick auf notwendige zukünftige Forschungs- und Handlungsfelder.
Soziale Angst, Soziale Phobie, Jugendliche, Junge Erwachsene, Schulsozialarbeit, Beratung, Kognitive Verhaltenstherapie, Schulangst, Komorbidität, Symptomatik, Ätiologie, Selbstmanagement, Sicherheitsverhalten, Vermeidungsverhalten, Prävention.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik sozialer Ängste bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen und entwickelt daraus einen praxisorientierten Leitfaden für die Beratung innerhalb der Schulsozialarbeit.
Neben der Definition und Klassifikation von sozialen Ängsten werden epidemiologische Daten, die Ursachen (Ätiologie) sowie der spezifische Einfluss des Lernorts Schule detailliert analysiert.
Das Hauptziel besteht darin, aufzuzeigen, wie eine wirkungsvolle, ressourcenorientierte Beratung im Rahmen der Schulsozialarbeit aussehen kann, um betroffenen Jugendlichen bei der Bewältigung ihrer Ängste zu unterstützen.
Die Autorin stützt sich auf das Selbstmanagement-Modell von Kanfer, Reinecker und Schmelzer, ergänzt durch kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze wie die kognitive Umstrukturierung und Rollenspiele.
Der Hauptteil differenziert zwischen biologischen Vulnerabilitätsfaktoren, psychologischen und familiären Einflüssen sowie störungsspezifischen kognitiven Prozessen, die zur Entstehung und Aufrechterhaltung der Störung beitragen.
Die Schule wird als ein Ort beschrieben, der durch hohen Leistungsdruck, soziale Bewertungssituationen und Interaktionen mit Lehrkräften und Gleichaltrigen sowohl als Auslöser als auch als Kontext für die Verschärfung bestehender Ängste fungieren kann.
Die Allianz wird durch den Aufbau einer wertschätzenden, sanktionsfreien Atmosphäre entwickelt, wobei insbesondere die Autonomie der Jugendlichen respektiert und das Vertrauensverhältnis zum Berater gestärkt werden soll.
Das Modell strukturiert den Beratungsprozess von der Schaffung günstiger Ausgangsbedingungen über die Verhaltensanalyse und Zielvereinbarung bis hin zur Evaluation und Endphase der Therapie.
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