Masterarbeit, 2014
115 Seiten, Note: 1.5
1 Einleitung
2 Wissen – Historie, Definition und Dimensionen
2.1 Die Demokratisierung des Wissens – eine kurze, historische Betrachtung
2.2 Wissen – Definition und Dimensionen
2.2.1 Von Daten und Informationen zu Wissen
2.2.2 Wissensdimensionen
2.2.2.1 Wissensdimension – individuell und kollektiv
2.2.2.2 Wissensdimension – implizit und explizit
2.3 Wissen – der entscheidende Produktionsfaktor
3 Einführung in das Wissensmanagement
3.1 Die Generationen des Wissensmanagements
3.1.1 Die erste Generation
3.1.2 Die zweite Generation
3.1.3 Die dritte Generation
3.2 Definition von Wissensmanagement
3.3 Theorie der Wissensschaffung im Unternehmen nach Nonaka und Takeuchi
3.4 Bausteine des Wissensmanagements nach Probst, Raub und Romhardt
4 Wissensmanagement in der öffentlichen Verwaltung
4.1 Besonderheiten der öffentlichen Verwaltung
4.1.1 Phänomen Verwaltungskultur
4.1.1.1 Ebenen der Organisationskultur nach Schein
4.1.1.2 Von der bürokratischen zur modernen Verwaltungskultur
4.1.2 Diversity Management
4.1.3 Unterschiede zu Unternehmen der Privatwirtschaft
4.2 Ansatzpunkte für Wissensmanagement in der öffentlichen Verwaltung
4.2.1 Verwaltungshandeln als Einzelfertigung
4.2.2 Die vernetzte Verwaltung
4.2.3 Open Government – Wissen als öffentliches Gut
4.3 Implikationen für die Konzeption eines Wissensmanagements
5 Wissensmanagement-Best Practice aus der Privatwirtschaft
5.1 Technologie
5.1.1 Intranet – Best Practice von BASF
5.1.2 Enterprise 2.0 – Wissensmanagement im Web 2.0
5.1.2.1 Enterprise 2.0 – Best Practice von Siemens
5.1.2.2 Vom Wiki zur Social Collaboration – Best Practice der Bundeswehr
5.1.3 Wissensidentifikation mit Yellow Pages – Best Practice von B. Braun
5.1.4 DMS, ECM und EIM – Explizites Wissen nutzbar machen
5.1.4.1 DMS – Best Practice von der Krämer GmbH
5.1.4.2 ECM – Best Practice von der Anker Teppichboden GmbH & Co KG
5.1.4.3 EIM – Best Practice aus der niederländischen Gemeinde Best
5.2 Organisation
5.2.1 Organisationskultur – Schaffung einer Wissenskultur
5.2.2 Organisationsstruktur
5.2.2.1 Abteilungsübergreifende Zusammenarbeit – Best Practice von MAN
5.2.2.2 Dialog statt Top-Down - Best Practice vom Arbeiter-Samariter-Bund
5.3 Mensch
5.3.1 Wissenstransfer und -austausch
5.3.1.1 Generationen in Wirtschaft und Verwaltung
5.3.1.2 Methoden des (intergenerativen) Wissenstransfers
5.3.1.3 Wissenssicherung – Best Practice von Credit Suisse
5.3.2 Führungsmodelle 2.0 - Digital Leadership bei Bosch
5.3.3 Wissenserwerb und -entwicklung
5.3.3.1 Effiziente Weiterbildung durch Blended Learning – Best Practice von Görtz
5.3.3.2 Interkulturelle Lernstile
5.4 Implikationen für die Konzeption eines Wissensmanagements
6 Einführung von Wissensmanagement-Konzepten in der öffentlichen Verwaltung
6.1 Einführungsstrategien
6.1.1 Strategischer Ansatz
6.1.2 Operativer Ansatz
6.2 Erfolgsfaktoren und Barrieren bei der Einführung und Ausgestaltung
6.2.1 Barrieren
6.2.1.1 Allgemeine Barrieren
6.2.1.2 Verwaltungsspezifische Barrieren
6.2.2 Erfolgsfaktoren
6.2.2.1 Erfolgsfaktoren der Dimension Technologie
6.2.2.2 Erfolgsfaktoren der Dimension Organisation
6.2.2.3 Erfolgsfaktoren der Dimension Mensch
7 Konzeption eines ganzheitlichen Wissensmanagements für die öffentliche Verwaltung am Beispiel der Landesregierung Schleswig-Holstein
7.1 Kurzvorstellung Landesregierung Schleswig-Holstein
7.2 Konzeption
7.2.1 Zielsetzungen & Rahmenbedingungen für die Einführung
7.2.2 Technologische Dimension
7.2.2.1 Landesregierung 2.0
7.2.2.2 Papierlose Landesregierung
7.2.3 Organisatorische Dimension
7.2.3.1 Eine wissensorientierte Verwaltungskultur für die Landesregierung
7.2.3.2 Anpassung der Kommunikationsprozesse
7.2.4 Menschliche Dimension
7.2.4.1 Prozess zum intergenerativen Wissenstransfer in der Landesregierung
7.2.4.2 Intraorganisationaler Wissensaustausch in der Landesregierung
7.2.4.3 Arbeitsmodell Digital Public Employee
7.2.5 Fazit
8 Schlussbetrachtung
Die Master-Arbeit hat das Ziel, auf Basis bewährter Best-Practice-Beispiele aus der Privatwirtschaft eine Konzeption für ein ganzheitliches Wissensmanagement in der öffentlichen Verwaltung zu entwickeln. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich theoretische Wissenskonzepte unter den besonderen Rahmenbedingungen staatlicher Organisationen implementieren lassen, um Verwaltungsprozesse effizienter und transparenter zu gestalten.
2.1 Die Demokratisierung des Wissens – eine kurze, historische Betrachtung
Der Zugang zu Wissen hat sich vom Mittelalter zur Neuzeit stark gewandelt. Im Mittelalter sicherten Kirche und Universitäten ihr Wissen durch den exklusiven Zugang zu Schriften und die Kodifizierung dieser Schriften vor der Allgemeinheit ab. Hauptgrund für diese Absicherung war ihr Machtanspruch: die Worte des Klerus und der Gelehrten waren für das Volk die einzige Wissensquelle. Bereits Francis Bacon (1561-1626) stellte mit seiner Analogie Wissen ist Macht heraus welch hohen Wert der Besitz von Wissen hat. Die zunehmende Alphabetisierung der Bevölkerung trug entscheidend dazu bei, dass sich eine demokratische, weltliche Gesellschaft mit einer Fokussierung auf die „Emanzipierung des Individuums“ entwickelte. Die für die Epoche der Aufklärung charakterisierende Bildungsförderung und Wissensverbreitung basierte auf den philosophischen Erkenntnissen von Descartes und Kant. Diese Epoche bildete das Fundament für die westliche, ökonomische Gesellschaft.
In unserer heutigen Gesellschaft bestehen die Hürden, Wissen zu beschaffen oder Wissen zu entschlüsseln nicht mehr, da über die Informationstechnologien eine große Menge an Daten, Informationen und Wissen zur freien Verfügung steht. Vielmehr besteht die Herausforderung darin, aus der großen Menge, jene Informationen auszuwählen und zu verarbeiten, aus denen das relevante Wissen gewonnen werden kann. Man könnte davon ausgehen, dass von einer „Demokratisierung von Wissen“ gesprochen werden kann, da der Zugang zu Wissen über die heutigen Informationstechnologien jedem jederzeit möglich ist. Tatsächlich trifft dies nur zu, wenn neben dem Zugang zur Wissensquelle auch die Fähigkeit besteht, dieses Wissen zu verstehen und zu neuem Wissen weiterzuverarbeiten. Die Quintessenz daraus ist, dass heute nicht derjenige mächtig ist, der Wissen besitzt, sondern derjenige, der fähig ist, Wissen zu generieren.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik des Wissensmanagements als Erfolgsfaktor für die öffentliche Verwaltung ein und beschreibt die Zielsetzung einer ganzheitlichen Konzeption auf Basis von Best-Practice-Beispielen.
2 Wissen – Historie, Definition und Dimensionen: Dieses Kapitel erläutert den Wissensbegriff von der historischen Perspektive bis hin zur Differenzierung zwischen explizitem und implizitem Wissen.
3 Einführung in das Wissensmanagement: Es werden die verschiedenen Generationen des Wissensmanagements sowie zentrale theoretische Ansätze und Bausteine für die Gestaltung vorgestellt.
4 Wissensmanagement in der öffentlichen Verwaltung: Hier werden die spezifischen kulturellen und strukturellen Besonderheiten staatlicher Organisationen sowie Ansatzpunkte für ein modernes Wissensmanagement analysiert.
5 Wissensmanagement-Best Practice aus der Privatwirtschaft: Dieses Kapitel bietet eine detaillierte Übersicht über Best-Practice-Anwendungen aus Unternehmen, kategorisiert in die Dimensionen Technologie, Organisation und Mensch.
6 Einführung von Wissensmanagement-Konzepten in der öffentlichen Verwaltung: Es werden konkrete Strategien sowie Barrieren und Erfolgsfaktoren für die Implementierung in öffentlichen Behörden behandelt.
7 Konzeption eines ganzheitlichen Wissensmanagements für die öffentliche Verwaltung am Beispiel der Landesregierung Schleswig-Holstein: Basierend auf den vorangegangenen Kapiteln wird ein konkretes Implementierungskonzept für die Landesregierung Schleswig-Holstein entworfen.
8 Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, reflektiert die Anwendbarkeit der Konzepte auf die Verwaltung und zieht ein kritisches Fazit.
Wissensmanagement, Öffentliche Verwaltung, Wissensschaffung, Organisationskultur, Best Practice, Wissensdimensionen, Digitalisierung, Enterprise 2.0, Wissenstransfer, Intergenerativer Dialog, Prozessmanagement, Verwaltungskultur, Wissensidentifikation, Wissensbewahrung, Wissensnutzung
Die Arbeit untersucht, wie Methoden und Konzepte des Wissensmanagements aus der Privatwirtschaft erfolgreich auf die öffentliche Verwaltung übertragen werden können, um dort die Effizienz und Transparenz zu steigern.
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Dimensionen von Wissen, die Besonderheiten der Verwaltungskultur, moderne Ansätze wie Enterprise 2.0 und die Gestaltung ganzheitlicher Wissensmanagement-Systeme.
Das Ziel ist die Entwicklung einer fundierten Konzeption für ein ganzheitliches Wissensmanagement, exemplarisch angewendet auf die Landesregierung Schleswig-Holstein.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Transfer von Best-Practice-Beispielen aus der Privatwirtschaft sowie der Anwendung von Managementmodellen auf den öffentlichen Sektor.
Der Hauptteil deckt die theoretischen Grundlagen, eine umfassende Best-Practice-Analyse in den Bereichen Technologie, Organisation und Mensch sowie eine spezifische Konzeptionsentwicklung für die öffentliche Verwaltung ab.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wissensmanagement, öffentliche Verwaltung, Wissensschaffung, Organisationskultur und Prozessoptimierung maßgeblich definiert.
Aufgrund hierarchischer Strukturen, politischer Abhängigkeiten und des gesetzlichen Auftrags lässt sich Wissensmanagement in der Verwaltung nicht eins zu eins wie in gewinnorientierten Unternehmen umsetzen, sondern benötigt spezifische Anpassungen.
Sie beschreibt den historischen Wandel vom exklusiven Wissenszugang hin zur heutigen Informationsgesellschaft, in der die Fähigkeit zur Wissensgenerierung und -verarbeitung entscheidender ist als der reine Informationsbesitz.
Besonders durch den demografischen Wandel und den drohenden Wissensverlust bei Ruheständler ist der intergenerative Wissenstransfer mittels Methoden wie Mentoring oder Storytelling ein kritischer Erfolgsfaktor.
Die Technologie, insbesondere die Einführung einer "Landesregierung 2.0"-Plattform, bildet die Infrastruktur, um papierlose Prozesse zu ermöglichen und eine horizontale, abteilungsübergreifende Zusammenarbeit zu fördern.
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