Masterarbeit, 2014
111 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Zum Begriff der Industrie
2.1 Zum Sachbegriff
2.2 Die Geographie der Industrie
3. Diskurstheoretische Ansätze
4. Wissenssoziologische Diskurstheorie
4.1 Diskurs als Kopplung zwischen Wissenselement und Begriff durchzogen von Macht
4.1.1 Differenzierung durch Sinn
4.1.2 Bedeutung
4.1.3 An Wissen geknüpfte Werte
4.2 (Re-)Produktion von Wissen
4.2.1 Das Dispositiv – Sozialisierung, Institutionalisierung, Materialisierung
4.2.2 Veränderung der Sinnhaftigkeit durch neue Diskursangebote
4.3 Macht der Diskurslenkung und Pluralität der Ursprünge
5. Wissenschaftlich- methodische Praktik über Diskurs
6. Methodische Eingrenzung des Untersuchungskorpus
6.1 Plenarreden des deutschen Bundestages als Raum diskursiver Praktik
6.1.1 Legitimierung von Diskurskoalitionen und Subjektpositionen
6.1.2 Symbolischer Kampf um Deutungen
6.2 Eingrenzung auf den Zeitraum 2007 bis 2011
6.3 Thematische/Analytische Eingrenzung
7. Methodische Konzeption zur wissenspolitischen Diskursanalyse
7.1 Methodenauswahl: Deutungsmusteranalyse
7.1.1 Annäherung an das Datenmaterial
7.1.2 Die Bildung von Deutungsfiguren und Deutungsmustern
7.1.3 Nachdrücklichkeitsanalyse der Deutungsmuster
7.1.4 Analyse der Beeinflussung des Diskursfeldes Industrie durch spezielle Industriebranchen
7.2 Diskursanalyse
8. Ergebnisse der Deutungsmusteranalyse
8.1 Deutungsmuster
8.1.1 Deutungsmuster: Arbeit
8.1.2 Deutungsmuster: Ökologie
8.1.3 Deutungsmuster: Zukunft
8.1.4 Deutungsmuster: Gefahr, Risiko
8.1.5 Deutungsmuster: Leistung
8.1.6 Deutungsmuster Geld, Wohlstand
8.1.7 Deutungsmuster: Macht
8.1.8 Deutungsmuster: Sozial
8.1.9 Deutungsmuster: Vertrauen
8.1.10 Deutungsmuster Stabilität
8.1.11 Sonstige Deutungsmuster
8.2 Zusammenfassung der Deutungsmusteranalyse
9. Ergebnisse der Diskursanalyse
9.1 Auffälligkeiten innerhalb der Tagesnennungen der Deutungsmuster
9.1.1 Auffälligkeiten innerhalb einzelner Diskursmuster
9.1.2 Auffälligkeiten innerhalb der Tagestendenzen aller Deutungsmuster
9.2 Gründe für Auffälligkeiten
9.3 Zusammenfassung der Diskursanalyse
10. Fazit
11. Quellen
Die Arbeit untersucht die soziale Konstruktion der deutschen Industrie in der politisch diskursiven Praxis zwischen 2007 und 2011, um ein tieferes Verständnis für die in einer NRW-Studie identifizierten, überwiegend negativen Einstellungsbilder zur Industrie zu gewinnen. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, welche Wissenszuschreibungen über die Industrie erzeugt werden, wie diese bewertet sind und inwiefern sich diese diskursiven Formationen im zeitlichen Verlauf verändert haben.
4.1 Diskurs als Kopplung zwischen Wissenselement und Begriff durchzogen von Macht
Diskurs soll hier als solches Wissen definiert werden, das sich in einer Aussage wiederfindet. Nicht jeder Sprachgebrauch, wird er noch so oft wiederholt entspricht somit einem Diskurs (etwa Begrüßungen). Ritualisierte soziale Praktiken sind demnach kein Diskurs, auch wenn sie einen Sprachgebrauch beinhalten. Diskurse drücken viel mehr das in Beziehung setzen zu etwas aus. Die Äußerung einer alltäglichen Begrüßungsformel vermag dieses nicht, eine Aussage durchaus.
So könnte eine Äußerung mit einer bestimmten Aussage (eine Aussage ohne Äußerung ist nicht möglich) sein: „Industrie stößt Stoff x aus. Schadstoffe sind umweltschädlich und müssen daher reduziert werden.“ Der Begriff Schadstoff x ist hier an den Begriff Industrie gekoppelt. Zunächst enthält die Äußerung „Industrie stößt einen Stoff x aus“ lediglich eine Information, die durch Kenntnisse um das Wirken von Stoffes x durch das Subjekt als (umwelt)schädlich eingestuft wird. Diese Einstufung begründet sich darauf, dass diese „information [is] laden with experience, truth, judgment, institution and values“ (Malecki 2000: 385). Eben jene Aufladung und Verarbeitung von Informationen auf Basis von bereits verinnerlichtem Wissen und die Kenntnis darüber, wie mit diesem verarbeiteten Material umgegangen werden kann, ist Wissen.
Sagt der Begriff umweltschädlich uns nichts, so wissen wir auch nicht, wie mit ihm umgegangen werden kann/ soll. Eine Handlung auf Basis dieser Unkenntnis, ist nicht möglich. Wissen hingegen führt zu Handlungen, hier der Aufforderung Schadstoffe zu reduzieren. Der Diskurs umfasst nicht nur das oberflächlich ausgedrückte Wissen durch eine Aussage, sondern auch das Wissen welches zu dieser Aussage führt. Wissen führt so zu Wissen. Das Wissen, welches hinter einer Aussage steckt, muss dabei nicht zwangsläufig bewusst sein, bildet über eine Äußerung aber dennoch Wissen ab. Dabei muss nicht das komplette Wissen über einen Zusammenhang geäußert werden. Auch hinter der Aussage „Industrie ist umweltschädlich“ steckt Wissen, jedoch wird nur ein Teil jenes auch verinnerlichten Wissens, d. h. ein Wissenselement, abgebildet.
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Forschungsarbeit durch die Diskrepanz zwischen der Bedeutung der Industrie und der negativen Wahrnehmung in einer NRW-Studie und definiert die Zielsetzung sowie die zentrale Forschungsfrage.
2. Zum Begriff der Industrie: Dieses Kapitel erörtert die theoretische und begriffliche Unschärfe des Industriebegriffs sowie dessen geographische Verankerung als gesellschaftliches Konstrukt.
3. Diskurstheoretische Ansätze: Es erfolgt eine kursorische Einführung in verschiedene diskurstheoretische Grundannahmen, um Industrie als veränderbares, sprachlich konstituiertes Gebilde zu rahmen.
4. Wissenssoziologische Diskurstheorie: Das Kapitel legt die theoretische Basis der Arbeit dar, indem es Konzepte wie Wissensproduktion, das Dispositiv und die Theorie der Pluralität von Ursprüngen für die Analyse nutzbar macht.
5. Wissenschaftlich- methodische Praktik über Diskurs: Hier werden die wissenschaftstheoretischen Voraussetzungen und die methodische Reflexion thematisiert, die für eine transparente Diskursanalyse notwendig sind.
6. Methodische Eingrenzung des Untersuchungskorpus: Dieses Kapitel begründet die Auswahl der Plenarreden des Deutschen Bundestages, die zeitliche Eingrenzung (2007-2011) sowie die thematische Fokussierung des Materials.
7. Methodische Konzeption zur wissenspolitischen Diskursanalyse: Die konkreten Analyseschritte, insbesondere die Deutungsmusteranalyse und die Nachdrücklichkeitsanalyse, werden hier detailliert beschrieben und operationalisiert.
8. Ergebnisse der Deutungsmusteranalyse: Dieser Ergebnisteil stellt die zehn wichtigsten Deutungsmuster vor, differenziert nach ihrer positiven oder negativen Ausprägung und identifiziert die darin genannten Industriebranchen.
9. Ergebnisse der Diskursanalyse: Es werden Auffälligkeiten im zeitlichen Verlauf der Tagestendenzen analysiert, um den Einfluss potenzieller Ereignisse (z.B. Finanzkrise) auf die Industriewahrnehmung zu prüfen.
10. Fazit: Das Fazit bestätigt die Hypothese einer nachdrücklichen Vermittlung negativer Diskurse über die Industrie seit 2008 und fasst die Erkenntnisse über die diskursive Konstruktion der Industrie im politischen Raum zusammen.
Industrie, Diskursanalyse, Wissenssoziologie, Deutungsmuster, Politische Kommunikation, Plenarreden, Wirtschaftsgeographie, soziale Konstruktion, Industrie-Initiative, Werturteil, Machtverhältnisse, Diskurskoalitionen, Energieeffizienz, Industriefeindlichkeit, Finanzkrise.
Die Arbeit untersucht, wie das Bild der deutschen Industrie in der politisch diskursiven Praxis, konkret in den Plenarreden des Deutschen Bundestages, konstruiert wird und warum dies vor dem Hintergrund einer negativ geprägten Bevölkerungsstudie kritisch hinterfragt werden muss.
Zentral sind die verschiedenen Deutungsmuster wie Arbeit, Ökologie, Zukunft, Macht und Stabilität, über die Wissen und Bewertungen zur Industrie vermittelt werden, sowie deren zeitliche Entwicklung zwischen 2007 und 2011.
Das Ziel ist es, die Wissenszuschreibungen und Bewertungen zur Industrie zu identifizieren, um zu verstehen, warum negative Wahrnehmungen nachdrücklich vermittelt werden und wie dies die Kommunikation der Politik und der Industrieverbände beeinflusst.
Es wird eine wissenssoziologische Diskursanalyse durchgeführt, ergänzt durch eine strukturierte Deutungsmusteranalyse, um die thematischen Wissensbestände im Korpus der Plenarreden methodisch kontrolliert und transparent zu rekonstruieren.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Diskurstheorie und einen umfangreichen Ergebnisteil, der die Ergebnisse der Deutungsmusteranalyse detailliert präsentiert und mit Ereignissen wie der Finanzkrise in Bezug setzt.
Die Untersuchung wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Diskursanalyse, soziale Konstruktion, Industriefeindlichkeit, Deutungsmuster und politische Kommunikation.
Die Finanzkrise ab 2008 fungierte als Stimulator, der Themen wie die Stabilität der Industrie nachdrücklicher thematisierte und die Tendenzen der industriellen Bewertung in der politischen Debatte tendenziell in eine negative Richtung verschob.
Diese Unterscheidung ist entscheidend, da das reine Sachwissen allein meist nicht handlungsleitend ist; erst die Verknüpfung mit Werten in den Diskursen erzeugt Bedeutung und führt zu der beobachteten (negativen) Bewertung der Industrie.
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