Masterarbeit, 2014
112 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitende Betrachtung
1.1 Kontext und Relevanz der Thematik
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Prozesse
2.1.1 „Prozess“ versus „Geschäftsprozess“
2.1.2 Prozesstypen
2.1.3 Prozessarchitektur
2.2 Das Prozessmanagement
2.2.1 Entwicklung von der Funktionssicht zum Prozessmanagement
2.2.2 Zielsetzung und Nutzen des Prozessmanagements
2.2.3 Aufgaben im Prozessmanagement
2.2.4 Rolle der Informationstechnik im Prozessmanagement
3 Prozessharmonisierung
3.1 Prozessrealität in vielen Unternehmen ─ Anstoß für die Prozessharmonisierung
3.2 Begriff und Inhalt
3.3 Nutzen
3.4 Barrieren
3.4.1 Unternehmensinterne Barrieren
3.4.2 Prozessinhärente Barrieren
3.5 Abgrenzung zu existierenden Methoden
3.5.1 Revolutionäre Methoden
3.5.2 Evolutionäre Methoden
3.5.3 Hybride Methoden
3.5.3.1 Prozessstandardisierung vs. Prozessharmonisierung
3.5.3.2 Process Mass Customization vs. Prozessharmonisierung
4 Enterprise-Resource-Planning-Systeme
4.1 Definition und besondere Merkmale
4.2 Einführungsstrategien
4.3 Templates
4.4 Phasen eines globalen ERP-Rollouts
5 Zwischenfazit: Bezugsrahmen für die Prozessharmonisierung
6 Vorgehensmodell für die Harmonisierung von Prozessen im Zuge der konzernweiten Einführung eines ERP-Systems
6.1 Vorbereitungen
6.2 Prozessentwurf
6.2.1 Ist-Aufnahme der Prozesse
6.2.1.1 Darstellung der Prozessarchitektur
6.2.1.2 Erstellung einer Organisation-Prozess-Matrix
6.2.1.3 Kategorisierung der Prozesse
6.2.1.4 Ist-Modellierung
6.2.2 Prozessanalyse
6.2.2.1 Analyse des Prozesskonzepts
6.2.2.2 Benchmarking
6.2.2.3 Analyse von Prozessvarianten
6.2.3 Soll-Prozessmodellierung
6.2.3.1 Referenzprozessmodellierung
6.2.3.1.1 Best-Practice-Transfer
6.2.3.1.2 Neugestaltung von Referenzprozessen
6.2.3.2 Gestaltung lokal analoger Prozesse
6.2.3.3 Gestaltung lokaler Prozesse
6.2.3.4 Harmonisierung von Prozessschnittstellen
6.3 Prozessimplementierung
6.4 Prozesscontrolling
7 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen der Prozessharmonisierung im Kontext von globalen ERP-Systemeinführungen. Das Ziel besteht darin, ein wissenschaftlich fundiertes und praxistaugliches Vorgehensmodell zu entwickeln, das Unternehmen dabei unterstützt, bestehende Prozesslandschaften zu harmonisieren, ohne lokale Anforderungen vollständig zu vernachlässigen.
3.2 Begriff und Inhalt
Allgemein bedeutet Harmonisieren etwas „in Übereinstimmung/Einklang bringen“. Für den Begriff „Harmonisierung“ gibt es je nach Kontext unterschiedliche Definitionen:
Im Zusammenhang mit der europäischen Union ist Harmonisierung ein Rechtsbegriff, der die gegenseitige Angleichung der innerstaatlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedsstaaten auf Basis einer europäischen Rechtssetzung bezeichnet.
In der Rechnungslegung bedeutet Harmonisierung die Angleichung des internen und externen Rechnungswesens, durch den teilweisen Verzicht auf kalkulatorische Wertansätze.
In Verbindung mit Mergers & Acquisitions meint Harmonisierung die Beseitigung von Duplikationen in der Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Abstimmung von internen Richtlinien (z.B. gemeinsame Entgeltklassen und Zusatzleistungen).
In Bezug auf die Informations- und Kommunikationstechnologie umfasst die Harmonisierung den Aufbau einer effizienten IT-Infrastruktur und die Schaffung einer einheitlichen Applikationslandschaft.
Übertragen auf das PM verstehen Bayer und Kühn unter Harmonisierung eine Vorstufe zur Standardisierung. Nach ihrer Auffassung spricht man von Prozessharmonisierung, wenn nicht der gesamte Prozess standardisiert werden kann, sondern nur Teile davon. Samarajiwa und Steinbrink konkretisieren den der Harmonisierung zugrundeliegenden Gedanken wie folgt:
„Bei einer Prozessharmonisierung wird die Veränderung der standortspezifischen Abläufe auf ein notwendiges Minimum reduziert. Hierzu werden die Prozesse an bestimmten Punkten entsprechend der geschäftlichen Anforderungen ‚synchronisiert‘. Die Freiräume zwischen den Synchronisationspunkten erlauben eine standortspezifisch flexible Ausprägung, die jedoch durch gemeinsame Anforderungen an Eingangs- und Ausgangsgrößen der Synchronisationsschritte weiter eingeschränkt wird“.
Aus diesen Erklärungen wird für die Prozessharmonisierung folgende Definition abgleitet: Definition 4: Die Prozessharmonisierung ist eine Methode zur Prozessoptimierung, die darauf abzielt, inhaltlich äquivalente, aber strukturell divergierende Prozesse aneinander anzugleichen und Prozessschnittstellen abzustimmen, sofern nicht aufgrund geschäftsspezifischer Anforderungen lokale Abweichungen erforderlich sind.
1 Einleitende Betrachtung: Der Einstieg beleuchtet die Notwendigkeit von Prozessharmonisierungen in global agierenden Konzernen, insbesondere im Zuge von ERP-Projekten, und definiert das Ziel der Arbeit.
2 Grundlagen: Hier werden die theoretischen Fundamente zu den Begriffen Prozess und Prozessmanagement gelegt sowie der Bezugsrahmen für die spätere methodische Arbeit geschaffen.
3 Prozessharmonisierung: Dieses Kapitel definiert den Begriff Prozessharmonisierung, erläutert dessen Nutzen und Abgrenzung zu anderen Methoden und identifiziert relevante Barrieren in Unternehmen.
4 Enterprise-Resource-Planning-Systeme: Hier werden die Merkmale von ERP-Systemen sowie die verschiedenen Einführungsstrategien und die Rolle von Templates analysiert.
5 Zwischenfazit: Bezugsrahmen für die Prozessharmonisierung: Das Kapitel fasst die wesentlichen Grundsätze zusammen und diskutiert die Übertragbarkeit der Prinzipien aus existierenden Optimierungsmethoden.
6 Vorgehensmodell für die Harmonisierung von Prozessen im Zuge der konzernweiten Einführung eines ERP-Systems: Dies stellt den Kern der Arbeit dar, ein detailliertes Vorgehensmodell, welches die Vorbereitungen bis hin zum Prozesscontrolling und der Modellierung beschreibt.
7 Fazit und Ausblick: Eine abschließende Bewertung der Prozessharmonisierung im ERP-Kontext sowie ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Hinblick auf schlankere und effizientere Unternehmensstrukturen.
Prozessharmonisierung, Prozessmanagement, ERP-Systeme, Geschäftsprozesse, Prozessoptimierung, Unternehmensstrategie, Prozessstandardisierung, Prozessmodellierung, Best-Practice-Transfer, Prozessarchitektur, Change Management, Rollout-Strategie, SAP, Referenzprozesse, IT-Infrastruktur.
Die Arbeit behandelt die Prozessharmonisierung als eine Methode zur Optimierung von Abläufen in großen Konzernen, besonders wenn diese eine globale Einführung von ERP-Software planen.
Zu den Kernbereichen zählen Geschäftsprozessmanagement, die methodische Harmonisierung von Arbeitsabläufen, IT-Integration sowie die strategische Gestaltung von Unternehmensstrukturen in Verbindung mit ERP-Systemen.
Das Hauptziel ist die Entwicklung eines strukturierten Vorgehensmodells, mit dem Unternehmen harmonisierte Geschäftsprozesse erfolgreich in ein ERP-Template für globale Rollouts integrieren können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und kombiniert bestehende Ansätze aus dem Prozessmanagement (z.B. den GPM-Kreislauf) mit praktischen Anforderungen an globale ERP-Implementierungsprojekte.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Prozessen, die methodische Einordnung der Prozessharmonisierung sowie die detaillierte Darstellung eines Vorgehensmodells für die Analyse, Modellierung und Implementierung.
Zentrale Begriffe sind Prozessharmonisierung, ERP-Systeme, Prozessmodellierung, Referenzprozesse und Prozessmanagement.
Standardisierung erzwingt uniforme Abläufe mit hohem bürokratischem Aufwand, während Harmonisierung bewusst lokale Freiräume lässt, sofern geschäftsspezifische Anforderungen dies erfordern, um so die Akzeptanz vor Ort zu wahren.
Die IT fungiert als Enabler. Ohne eine einheitliche IT-Basis auf Basis harmonisierter Prozesse ist eine effiziente unternehmensweite Steuerung kaum möglich; die IT-Systeme müssen daher exakt auf die harmonisierten Geschäftsprozesse abgestimmt sein.
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