Masterarbeit, 2015
55 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Problemdarstellung und Hintergrund
1.2 Zielsetzung und Forschungsfrage
1.3 Methodik
2 Verhaltensänderung aus der Sicht der Kognitions- und Neurowissenschaften
2.1 Aktueller Stand der Forschung
2.2 Modelle und Theorien der Verhaltensforschung
2.2.1 Gewohnheiten
2.2.2 Theory of Planned Behavior
3 Aktuelle Studienkonzepte zur Änderung des Ernährungsverhaltens
3.1 Implementation Intentions
3.2 Änderung des Ernährungsverhaltens durch Änderung von Gewohnheiten
3.3 Nudging
3.4 Goal Priming
3.5 Zusammenfassung
4 Studienkonzept
4.1 Auswahl der Methoden für die geplante Studie
4.2 Entwicklung eines Konzeptes
4.3 Zusammenfassung
5 Schlussbetrachtung und Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie der nachhaltige Erfolg von Gesundheitskampagnen durch die Integration moderner psychologischer und neurowissenschaftlicher Modelle verbessert werden kann. Das Ziel besteht darin, ein integratives Konzept zur Modifikation des Ernährungsverhaltens zu entwickeln, das unbewusste Prozesse und automatisiertes Verhalten stärker berücksichtigt, um die Effektivität klassischer Informationskampagnen zu steigern.
3.1 Implementation Intentions
Vor der Definition des Begriffs „Implementation Intentions“ ist es notwendig, die Begriffe Motivation und Volition zu erklären. Unter Motivation im psychologischen Sinn versteht man die psychische Verhaltensbereitschaft, die unter anderem die Zielrichtung, die Ausdauer und die Intensität des Verhaltens beeinflusst (Heckhausen 1989 zit. in: Ahnert 2013: 235). Damit es zum Handeln kommt, braucht es die Handlungsabsicht. Ist die Intention vorhanden, geht es darum, diese Handlungsabsicht als konkretes Handeln vorzubereiten und einen günstigen Augenblick zur Realisierung abzuwarten. Dabei sind wir bereits beim Konzept der Volition. Darunter versteht man Prozesse der Selbstkontrolle, die es Personen ermöglichen, ihre Absichten in die Tat umzusetzen, auch wenn es zum Auftreten von äußeren oder inneren Hindernissen kommt (Gollwitzer/Fujita/Oettinger 2004: 211). So gesehen beschäftigt sich Volition mit der Umsetzung von Intentionen. Ein einmal gefasster Entschluss soll auch in die Realität umgesetzt werden. Die Aufrechterhaltung dieser Handlung soll über einen möglichst langen Zeitraum erfolgen.
Die bisherigen Studien gingen meist davon aus, dass eine entsprechende Motivation von Menschen, welche eine Lebensstil- beziehungsweise eine Ernährungsänderung planen, ausreicht. Um Verhalten zu verändern, ist es daher unbedingt notwendig, volitionale Interventionen einzusetzen. Unter volitionalen Interventionen versteht man unter anderem Selbstbeobachtungstraining, das Erkennen der kritischen äußeren und inneren Hindernisse, die das Zielerreichen verhindern können und das Entwickeln geeigneter Gegenstrategien (Gollwitzer/Fujita/Oettinger 2004: 212). Gollwitzer geht von der Annahme aus, dass Personen meist gute Absichten und Vorsätze haben, um ein Ziel zu erreichen. Leider kommt es trotz der guten Absichten häufig zum Scheitern dieser Vorhaben. Es stellt sich daher die zentrale Frage, welche Strategien anzuwenden sind, damit die getroffenen Vorsätze zu einem deutlich zielgerichteten Verhalten und damit zu einem tatsächlichen Erreichen des Ziels führen.
1 Einleitung: Beschreibt die globale Belastung durch ernährungsbedingte Krankheiten und die Notwendigkeit, Präventionsprogramme durch moderne wissenschaftliche Ansätze zu optimieren.
2 Verhaltensänderung aus der Sicht der Kognitions- und Neurowissenschaften: Untersucht die Grundlagen menschlicher Entscheidungsprozesse und die Differenzierung zwischen reflektiven und impulsiven Verhaltenssystemen.
3 Aktuelle Studienkonzepte zur Änderung des Ernährungsverhaltens: Analysiert verschiedene psychologische Interventionsmethoden wie Implementation Intentions, Nudging und Goal Priming auf ihre Wirksamkeit bei der Verhaltensänderung.
4 Studienkonzept: Leitet aus den theoretischen Erkenntnissen ein konkretes Forschungskonzept zur Förderung eines gesünderen Snackverhaltens bei Jugendlichen in Schulen ab.
5 Schlussbetrachtung und Ausblick: Führt die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von Rahmenbedingungen, die eine gesunde Wahl für den Einzelnen erleichtern.
Gesundheitskampagnen, Neurowissenschaften, Verhaltensforschung, Ernährung, Prävention, Adipositas, Verhaltensänderung, Implementation Intentions, Gewohnheiten, Nudging, Goal Priming, Selbstkontrolle, Schulverpflegung, Gesundheitsförderung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Optimierung von Gesundheitskampagnen durch die Anwendung moderner Theorien aus der Neurowissenschaft und Verhaltensforschung, um eine nachhaltigere Veränderung des Ernährungsverhaltens zu erzielen.
Die Arbeit verknüpft Erkenntnisse aus der Psychologie, den Kognitionswissenschaften und den Neurowissenschaften, um Mechanismen der unbewussten Verhaltenssteuerung zu verstehen.
Die Forschungsfrage lautet: Wie lässt sich der Outcome von Gesundheitskampagnen unter Einbeziehung moderner Theorien der Kognitions- und Neurowissenschaften erhöhen bzw. der nachhaltige Erfolg von Interventionsstudien verbessern?
Zu den untersuchten Methoden zählen primär "Implementation Intentions" (Wenn-Dann-Pläne), "Nudging" (architektonische Umgestaltung der Wahlumgebung) sowie "Goal Priming" (Aktivierung von Zielen durch Umweltreize).
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der dualen Systemmodelle (reflektiv/impulsiv) und eine detaillierte Analyse spezifischer Interventionskonzepte für das Ernährungsverhalten.
Ein besonderer Fokus liegt auf Kindern und Jugendlichen, da Ernährungsgewohnheiten in dieser Lebensphase geprägt werden und das schulische Umfeld ein zentraler Ansatzpunkt für Interventionen ist.
Nudging setzt auf sanfte Anstupser, ohne die Entscheidungsfreiheit durch Verbote oder Befehle einzuschränken, während Regulierung direkte rechtliche oder ökonomische Beschränkungen (z.B. Verbote, Steuern) nutzt.
Ziel ist es, Schülern den Konsum von gesunden Zwischenmahlzeiten durch das Erlernen von "Implementation Intentions" und die Schaffung einer gesundheitsförderlichen Umgebung im Schulbuffet zu erleichtern.
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