Bachelorarbeit, 2011
90 Seiten, Note: 1,3
Vorwort
I. Einleitung
II. Theoretische Grundlagen
1. Stand der Forschung
1.1 Vaterschaft in der Forschung
1.2 Forschungen zu Vaterschaft bei Inhaftierung
1.3 Das Verhältnis Familie, Vaterschaft und Inhaftierung
2. Vater-Kind-Beziehung bei räumlicher Trennung
2.1 Statistischen Angaben zu abwesenden Vätern
2.2 Statistische Angaben zu Vätern im Strafvollzug
2.3 Getrennt lebende Väter
2.4 Trennung durch Inhaftierung
2.4.1 Vollzugsziele
2.4.2 Resozialisierungsziele
3.4.3 Kontaktmöglichkeiten und Ausüben von Vaterschaft
2.4.4 Die Rolle der Mutter der Kinder und anderer Angehörige
2.4.5 Bewältigung
3. Unterbringung von Kindern in einer Haftanstalt
4. Soziale Bedürfnisse
5. Sozialisation der Kinder
6. Folgen von Trennungen oder Vaterverlust
7. Vaterverlust durch Inhaftierung
8. Familienbilder von Kindern
9. Kindschaftsrechte
10. Neue Aufgaben und Anforderungen durch eine Trennung vom Partner
11. Vaterschaft und Familienorientierung im sächsischen Strafvollzug
11.1 Familienbesuchstage
11.2 Familienbesuchstage in der JVA Zeithain und weitere Vorhaben für Familien
11.3 Vätergruppe in der JVA Zeithain
11.4 Familienorientierte Wohngruppe der JVA Dresden
12. Reflexion
III. Rechtliche Grundlagen zu Vaterschaft und Familienorientierung im Strafvollzug
1. Rechtliche Bezüge zu internationalen Richtlinien im Strafvollzug
2. Rechte der Kinder
3. Grundrechte der Inhaftierten und der Angehörigen
4. Reflexion
IV. Empirische Untersuchung
1. Fragestellung
1.1 Planung und Durchführung der Befragung
1.2 Vorbereitungsphase der Untersuchung
1.3 Untersuchungsgegenstand und Untersuchungsplan
1.4 Methodik der Untersuchung
1.5 Schritte der Durchführung
1.5.1 Entwicklung des Interviewleitfadens
1.5.2 Durchführung der Befragungen
1.5.3 Auswertung der Befragungen
2. Darstellungen der Ergebnisse
2.1 Merkmale der Stichprobe
2.2 Kontaktmöglichkeiten der Väter im Strafvollzug
2.2.1 Normalbesuche
2.2.2 Familienbesuche
2.2.3 Briefkontakte
2.2.4 Telefonkontakte
2.3 Einstellungen zur Vaterschaft und zu den Kindern
2.4 Das Verhalten der Kinder
2.4.1 Das Verhalten der Kinder bei Zeitpunkt des Haftantritts
2.4.2 Das Verhalten der Kinder während der Haftzeit
2.5 Umgang mit eigenen Gefühlen in der Haft
2.6 Die Rolle der Mutter der Kinder, Partnerin
2.6.1 Einschätzung der Qualität der Partnerschaft
2.6.2 Veränderungen bei den Frauen und den Kindern durch die Haft
2.7 Die Rolle der weiteren Familie
2.8 Die Rolle des eigenen Verhaltens
2.9 Die Rolle der Kunsttherapien
2.10 Veränderungen während der Haft
2.11 Bedürfnisse der Väter
2.11.1 Wünsche für die Haftzeit
2.11.2 Vorstellung für die Zeit nach der Haft
3. Bewertung der Ergebnisse
3.1 Diskussion und Reflexion der Ergebnisse
3.2 Reflexion und Anregungen für Forschung und Praxis
V. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die soziale Realität von Vätern, die aufgrund ihrer Inhaftierung von ihren Kindern getrennt leben, und analysiert die Möglichkeiten sowie Hindernisse für eine aktive Ausübung der Vaterschaft im geschlossenen Strafvollzug. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Lebens- und Bedürfnislage dieser Väter zu gewinnen und Anregungen für eine familienorientiertere Strafvollzugspraxis zu entwickeln.
2.4 Trennung durch Inhaftierung
In diesem Kapitel wird auf die zahlenmäßig kleinere Gruppe eingegangen, die der getrennt lebenden Väter im Strafvollzug. In den meisten Fällen beruhen Trennungen auf einer gegenseitigen Übereinkunft der beteiligten Partner. Ein anderer Fall liegt in Familien vor, bei denen durch den Gefängnisaufenthalt des Partners/ Vaters eine Trennung unumgänglich ist (vgl. Hildenbrand 2002, S. 752). Somit ist die Lage von Vätern im Strafvollzug, die von ihren Kindern getrennt sind, von vielen besonderen Merkmalen geprägt. Inhaftierte Väter sind zwar unter anderer Voraussetzung von einer Trennung ihrer Kindern betroffen, aber in diesem Kontext tritt eine Komplexität zu Tage, die bisher kaum untersucht wurde. Dazu kommt, dass die Auseinandersetzung mit diesem Thema im fachlichen wie öffentlichen Problembewusstsein kaum präsent ist (vgl. Laule 2007, S. 3 ff; vgl. Meyer 1990, S. 1 ff.).
Die Bedeutung von Familie oder einer Partnerin eines Inhaftierten kommt aus Sicht der Justiz und des Strafvollzuges nur im Kontext von krisenhaften Verläufen währende der Haft und in der Phase der Entlassungsvorbereitung am Ende einer Haftzeit oder nach der Haft (z. B. bei Bewährung) vor. Die Folgen der Zwangstrennung der Familien und Kinder aus deren Sicht werden nicht wahrgenommen. In der englischsprachigen Literatur werden die Familien Inhaftierter als Sonderform einer zeitlich begrenzen, strukturell unvollständige Familie betrachtet. Das zentrale Forschungsinteresse gilt „der Analyse der Wirkung von Krisen auf das System Familie und dessen Anpassungs- und Bewältigungsprozesse.“ Auf der Basis des aus der Familiensoziologie herausgebildeten krisentheoretischen Ansatzes kann der theoretische Zugang der Probleme von Angehörigen angemessen erforscht werden (Meyer 1990, S. 194 f.; vgl. Zöller/ Müller-Monning 2008, S. 265).
In den gesetzlichen Grundlagen, den spezifischen vollzuglichen Bedingungen und der Ausformulierung von Vollzugszielen wird das Thema Vaterschaft in dem Kontext der konkreten Vollzugsgestaltung ebenfalls nicht explizit bedacht. In der weiteren Bearbeitung wird der Versuch unternommen, das Thema unter den besonderen Rahmenbedingungen des Strafvollzuges, bezüglich der Auswirkungen durch die strukturellen Gegebenheiten der Haftsituation und den individuellen Möglichkeiten der Väter, differenziert zu betrachten.
I. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die soziale Realität von Vätern in Haft und stellt die Forschungsfrage nach den Möglichkeiten zur Ausübung von Vaterschaft unter den Bedingungen des Strafvollzugs.
II. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel liefert einen theoretischen Rahmen über familiale Lebensformen, Vaterschaftsforschung, die Folgen räumlicher Trennung sowie die spezifischen rechtlichen und vollzuglichen Bedingungen in Deutschland.
III. Rechtliche Grundlagen zu Vaterschaft und Familienorientierung im Strafvollzug: Hier werden internationale Richtlinien, Grundrechte der Inhaftierten sowie die Rechte der Kinder analysiert und in den Kontext des deutschen Strafvollzugsgesetzes gesetzt.
IV. Empirische Untersuchung: Dieser Teil dokumentiert die Planung, Methodik und Ergebnisse von qualitativen Interviews mit inhaftierten Vätern zur ihrer Vaterschaft, ihrem Kontakt zur Familie und ihrer Bewältigung der Haftsituation.
V. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Vaterschaft im Strafvollzug stärker als Ressource für die Resozialisierung zu begreifen und die rechtlichen Rahmenbedingungen familienfreundlicher zu gestalten.
Vaterschaft, Strafvollzug, Inhaftierung, Vater-Kind-Beziehung, Resozialisierung, Familienorientierung, Trennung, soziale Bedürfnisse, Kindeswohl, qualitative Befragung, Familienbesuchstage, Vätergruppe, Kindschaftsrechte, Haftbedingungen, Bewältigungsstrategien.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Lebensrealität von Vätern im Strafvollzug und der Frage, wie diese ihre Vaterschaft unter den Bedingungen der Haft aufrechterhalten und gestalten können.
Die zentralen Themen sind Vaterschaftskonzepte, die Auswirkungen einer Inhaftierung auf Familien, die Rolle von Kontaktmöglichkeiten in Haftanstalten sowie die Resozialisierung von Straftätern durch den Erhalt familialer Bindungen.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Vaterschaft in einer Hafsituation ausgeübt werden kann und welche Chancen oder Möglichkeiten Vätern hierfür zur Verfügung stehen, um ihre Vaterschaft zu erleben und zu gestalten.
Die Arbeit nutzt eine qualitative empirische Untersuchung in Form von teilstandardisierten Interviews mit drei inhaftierten Vätern in der JVA Zeithain.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Familiensoziologie und Strafvollzug, eine rechtliche Analyse sowie die Auswertung der durchgeführten Interviews.
Vaterschaft, Strafvollzug, Inhaftierung, Vater-Kind-Beziehung, Resozialisierung und Familienorientierung sind die prägenden Begriffe.
Die JVA Zeithain dient als Praxisort, an dem spezielle familienorientierte Angebote wie Familiennachmittage und eine Vätergruppe (Kreativzentrum) stattfinden, die in der Arbeit detailliert untersucht werden.
Die Autorin schlussfolgert, dass Vaterschaft im derzeitigen institutionellen Vollzug eher wenig beachtet wird und ein Perspektivwechsel notwendig ist, um Vaterschaft als stützende Ressource für eine erfolgreiche Resozialisierung zu begreifen.
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