Examensarbeit, 2015
28 Seiten, Note: 10
Diese Arbeit untersucht, wie Uwe Timm in seinem Roman "Am Beispiel meines Bruders" die Vergangenheit, insbesondere die familiäre Biografie, mithilfe verschiedener Formen der Erinnerung rekonstruiert. Der Fokus liegt dabei auf der Figur des Bruders, der sich 1943 freiwillig zur Waffen-SS meldete und kurz darauf im Kampf starb. Die Arbeit analysiert, wie die Erinnerung an den Bruder im familiären Umfeld geprägt wurde und wie der Autor, der zum Zeitpunkt des Todes seines Bruders erst drei Jahre alt war, die Vergangenheit in einem Prozess der kritischen Rekonstruktion der Wahrheit sucht.
Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile. Teil I befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der Erinnerung und der Rekonstruktion der Vergangenheit. Hier wird zunächst die Unterscheidung zwischen "Erinnern" und "Gedächtnis" erläutert. Im weiteren Verlauf werden verschiedene Formen der Erinnerung, insbesondere die individuelle und die kollektive Erinnerung, sowie ihre Unterkategorien vorgestellt.
Teil II analysiert die Rekonstruktion der Vergangenheit in Uwe Timms "Am Beispiel meines Bruders". Es wird untersucht, wie der Autor die Figur seines Bruders, der sich zur Waffen-SS meldete, in den Kontext der Familiengeschichte und der kulturellen Erinnerung stellt. Die Arbeit beleuchtet die Rolle der unterschiedlichen Formen der Erinnerung im Roman und zeigt auf, wie die Suche nach der Wahrheit durch die individuellen und kollektiven Erinnerungen des Autors beeinflusst wird.
Die zentralen Themen und Konzepte der Arbeit sind: Erinnerung, Rekonstruktion, Vergangenheit, individuelle und kollektive Erinnerung, Familiengeschichte, kulturelle Erinnerung, Holocaust, Waffen-SS, Identität, Literatur als Medium der Erinnerung, Uwe Timm, "Am Beispiel meines Bruders".
Uwe Timm rekonstruiert die Geschichte seines Bruders, der sich 1943 freiwillig zur Waffen-SS meldete und kurz darauf verstarb, und setzt sich dabei kritisch mit der eigenen Familiengeschichte auseinander.
Basierend auf den Theorien von Jan und Aleida Assmann unterscheidet die Arbeit zwischen individueller, kollektiver, familiärer und kultureller Erinnerung.
Fotografien dienen als zentrale Objekte der Erinnerung und als Ausgangspunkt für die Artikulation und Rekonstruktion der Vergangenheit.
Die Arbeit analysiert die Figur des Bruders aus der Perspektive der Eltern und beleuchtet den daraus resultierenden Generationenkonflikt.
Es beschreibt die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität, die stark durch das übermächtige Bild des verstorbenen Bruders und die familiären Erwartungen geprägt wurde.
Die Arbeit zeigt auf, wie das Schreiben als Suche und Kritik dient, um die Lücken der persönlichen Erinnerung durch kulturelles Wissen zu füllen.
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