Wissenschaftlicher Aufsatz, 1999
15 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Definition und Skizzierung des Forschungsstandes
3 Was kann ein Lehrer tun, um schulische Gewalt zu verhindern?
3.1 Bedingungsgefüge aggressiven Verhaltens und Maßnahmenkatalog
3.2 Explizite Regeln setzen
3.3 Monitoring
3.4 Konsistente Sanktionierung
3.5 Transparente und gerechte Chancenstruktur
3.6 Mehrjährige Nutzung von Klassenräumen und Ernstnehmen von Sitzordnungen
3.7 Vermeidung von Über- und Unterforderung
3.8 Aggression thematisieren
3.9 Verbesserung der Lehrerausbildung und Unterstützung durch Hilfsinstitutionen
3.10 Rekonstruktion sozialer Netzwerke
3.11 Beschädigungen in Schulgebäude sofort beheben
3.12 Weitere Maßnahmen
4 Schlußbetrachtung
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Entstehungsbedingungen aggressiven Verhaltens im schulischen Kontext systematisch zu beleuchten und auf Basis soziologischer sowie psychologischer Erkenntnisse praktikable, im Schulalltag einfach umsetzbare Strategien zur Prävention, Intervention und Kontrolle von Gewalt an Schulen aufzuzeigen.
Definition und Skizzierung des Forschungsstandes
Hurrelmann definiert schulische Gewalt als „das Spektrum von vorsätzlichen Angriffen und Übergriffen auf die körperliche, psychische und soziale Unversehrtheit, also Tätigkeiten und Handlungen, die physische und psychische Schmerzen oder Verletzungen bei Schülern und Lehrern innerhalb und außerhalb des Unterrichtsbetriebes zur Folge haben können. Gewalt an Schulen umfaßt auch Aktivitäten, die auf Beschädigung von Gegenständen im schulischen Raum gerichtet sind“ (Hurrelmann 1991, 103). Angesichts des hier vorliegenden Explanandums erscheint diese umfassende Gewaltdefinition als adäquat, da sie auch Beleidigungen, Intrigen und soziale Isolation impliziert. Trotzdem soll das in der Literatur kontrovers diskutierte Problem einer eindeutigen Abgrenzung samt der zahlreichen Klassifikationsansätze bspw. in offene und versteckte, feindselige, instrumentelle und affektive oder psychische und physische Gewalt nicht unerwähnt bleiben (Heckhausen 1980, 350, Miethling 1996, 19). Angesichts dieser Definitionsvielfalt und Begriffsunschärfe werden im folgenden - analog zu anderen Autoren - die Termini ‘Gewalt’ und ‘Aggression’ synonym verwendet.
1 Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht anhand eines Fallbeispiels die Dringlichkeit des Themas schulische Gewalt und skizziert die Zielsetzung des Beitrags.
2 Definition und Skizzierung des Forschungsstandes: Dieses Kapitel liefert eine Begriffsbestimmung von Gewalt an Schulen und fasst den empirischen Forschungsstand hinsichtlich der Entwicklungstendenzen aggressiven Verhaltens bei Jugendlichen zusammen.
3 Was kann ein Lehrer tun, um schulische Gewalt zu verhindern?: Der Hauptteil bietet einen umfangreichen Katalog an praktischen Interventions- und Präventionsmaßnahmen, von der Etablierung klarer Regeln bis hin zur Verbesserung der Lehrerausbildung.
4 Schlußbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die aufgezeigten Maßnahmen als sinnvolles Bündel zu verstehen sind und betont die gesellschaftliche Mitverantwortung bei der Entstehung und Bekämpfung schulischer Gewalt.
Schulische Gewalt, Aggression, Gewaltprävention, Interventionsmaßnahmen, Lehrer-Schüler-Interaktion, Frustrations-Aggressions-Hypothese, Klassenführung, Sozialisation, Pädagogische Maßnahmen, Schulsozialarbeit, Konfliktmanagement, Soziale Netzwerke, Schulklima, Gewaltforschung, Verhaltensregeln
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik von Aggressionen und Gewalt an Schulen und untersucht, wie Lehrkräfte durch gezielte Präventions- und Interventionsmaßnahmen zur Eindämmung dieser Phänomene beitragen können.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Gewaltbegriffen, die Analyse der Ursachen von Aggressivität im schulischen Umfeld sowie die Darstellung konkreter Handlungsoptionen für das pädagogische Personal.
Das primäre Ziel ist es, den aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand mit der schulischen Praxis zu verknüpfen, um wirksame und im Alltag umsetzbare Strategien gegen Gewalt an Schulen abzuleiten.
Die Arbeit stützt sich auf eine systematische Aufarbeitung und Zusammenfassung soziologischer und psychologischer Erkenntnisse sowie die Auswertung relevanter Fachliteratur und empirischer Längsschnittstudien.
Der Hauptteil präsentiert einen konkreten Maßnahmenkatalog, der Themen wie das Setzen expliziter Regeln, Monitoring, konsistente Sanktionierung, die Gestaltung von Chancenstrukturen und die Verbesserung der Lehrerausbildung umfasst.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Schulische Gewalt, Aggression, Gewaltprävention, Interventionsmaßnahmen, Lehrer-Schüler-Interaktion und Verhaltensregeln charakterisiert.
Die Arbeit identifiziert sowohl Über- als auch Unterforderung als chronische Frustrationsquellen, die statistisch hochsignifikant mit Aggression und Vandalismus korrelieren; ihre Vermeidung ist daher ein zentraler Baustein der Gewaltprävention.
Monitoring bedeutet hier nicht Überwachung, sondern das ernsthafte Interesse der Lehrkraft am sozialen Umfeld der Schüler, um durch den Aufbau von Vertrauen vorschnelle Stigmatisierungen zu vermeiden und präventiv einwirken zu können.
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