Masterarbeit, 2015
137 Seiten, Note: 1,7
Erster Teil: Das Parteienfinanzierungsrecht und der politische Wettbewerb
1.1 Chancengleichheit der Parteienfinanzierung und politischer Wettbewerb
1.2 Definition des Begriffs „Parteienfinanzierung“
1.3 Gang der Untersuchung
Zweiter Teil: Politische Chancengleichheit und Verfassungsrecht
2.1 Die Bedeutung der politischen Chancengleichheit
2.2 Die verfassungsrechtliche Herleitung der politischen Chancengleichheit
2.2.1 Politische Chancengleichheit als individuelles und kollektives Recht
2.2.2 Der Wandel der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur politischen Chancengleichheit
2.2.3 Die neuere Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts
2.2.4 Folgen für das Parteienfinanzierungsrecht
Dritter Teil: Die politische Chancengleichheit im Parteienwettbewerb
3.1 Vier verfassungsrechtliche Status der politischen Parteien
3.2 Die Chancengleichheit der Parteien
3.2.1 Chancengleichheit und Freiheit
3.2.2 Chancengleichheit und Transparenz
3.2.3 Chancengleichheit und innerparteiliche Demokratie
3.3 Die besondere Staatsnähe der Parteien
3.4 Das Problem der Entscheidung in eigener Sache
3.4.1 Parteienwettbewerb und übermäßige Staatsfinanzierung
3.4.2 Sachverständigen-Kommissionen als Schlichter
Vierter Teil: Verfassungsrechtliche Voraussetzungen für die Finanzautonomie der Parteien
4.1 Aufgabenwahrnehmung als primäre Voraussetzung für die Finanzautonomie der Parteien
4.2 Einschränkung der Finanzautonomie durch Sanktionen des Parteiengesetzes
4.3 Einschränkung der Finanzautonomie durch Entscheide des Bundesverfassungsgerichts
4.4 Die gehemmte Schlichtungsfunktion des Bundesverfassungsgerichts in Fragen der Parteienfinanzierung
Fünfter Teil: Die Selbstfinanzierung politischer Parteien
5.1 Verfassungsrechtliche Grundlagen der Selbstfinanzierung politischer Parteien
5.2 Der parteiengesetzliche Einnahmebegriff
5.3 Einnahmetitel gemäß Parteiengesetz
5.3.1 Mitgliedsbeiträge
5.3.2 Mandatsträgerbeiträge
5.3.3 Unternehmenstätigkeiten und Beteiligungen
5.3.4 Einnahmen aus der allgemeinen Tätigkeit der Parteien und Sponsoring
5.3.5 Sonstige Einnahmen
Sechster Teil: Das Parteispendenrecht
6.1 Verfassungsrechtliche Grundlagen des Parteispendenrechts
6.2 Der parteienrechtliche Spendenbegriff
6.2.2 Aufwandsspenden
6.2.3 Direktspenden
6.3 Chancengleichheit und Parteispendenrecht
6.4 Parteiengesetzliche Vorschriften in Bezug auf die Spendenhöhe
6.4.1 Publikationspflicht von Spenden und sonstigen Einnahmen über 10 000 €
6.4.2 Publikationspflicht von Spenden über 50 000 €
6.4.3 Bargeld- und Auslandsspenden
6.4.4 Anonyme Spenden
6.4.5 Eine Anhebung der Publizitätspflichten und Bagatellgrenzen ist geboten
6.5 Parteiengesetzliche Spendenannahmeverbote
6.5.1 Spenden öffentlich-rechtlicher Körperschaften
6.5.2 Spenden von Parlamentsfraktionen
6.5.3 Spenden gemeinnütziger Organisationen
6.5.4 Spenden aus dem Ausland
6.5.5 Spendenweiterleitung durch Berufsverbände
6.5.6 Spenden von Unternehmen, die teilweise in öffentlicher Hand sind
6.5.7 Spenden ohne feststellbare Herkunft und weitergeleitete Spenden Dritter
6.5.8 Gegenleistungsspenden
6.5.9 Spendenwerbung Dritter auf Provisionsbasis
Siebter Teil: Die staatliche Teilfinanzierung politischer Parteien
7.1 Verfassungsrechtliche Grundlagen der staatlichen Parteienfinanzierung
7.1.1 Chancengleichheit und staatliche Teilfinanzierung
7.1.2 Chancengleichheit und die Parteienfinanzierung auf kommunaler Ebene
7.2 Bedingungen zur Teilnahme an der staatlichen Teilfinanzierung
7.2.1 Kriterien für die Anerkennung des Parteistatus
7.2.2 Wahlerfolgsbezogene Hürden
7.2.3 Sonstige Regelungen und Ausnahmen zur Teilnahme an der staatlichen Teilfinanzierung
7.3 Bemessung und Höhe wahlerfolgsbezogener Teilfinanzierung
7.4 Bemessung und Höhe zuwendungsbezogener Teilfinanzierung
7.5 Verfassungsrechtliche Mindesthöhe staatlicher Leistungen
7.6 Die relative Obergrenze staatlicher Teilfinanzierung
7.6.1 Die Bemessung der relativen Obergrenze durch Einnahmen der Parteien
7.6.2 Grundsätzliche Überschreitung der relativen Obergrenze gegeben
7.6.3 Das Bruttoprinzip als Gesetzeslücke des Parteiengesetzes
7.7 Die absolute Obergrenze staatlicher Teilfinanzierung
7.7.1 Die Verfassungsmäßigkeit der absoluten Obergrenze
7.7.2 Die absolute Obergrenze als Hemmnis des politischen Wettbewerbs
7.7.3 Wegfall der absoluten Obergrenze möglich
Achter Teil: Bewertung der Chancengleichheit der Parteienfinanzierung
8.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
8.2 Folgerungen für den Parteienwettbewerb
8.3 Folgerungen für die politische Chancengleichheit der Bürger
8.4 Ausblick zur Reform des Parteiengesetzes
Die Arbeit untersucht, inwieweit das deutsche Parteienfinanzierungsrecht die verfassungsrechtlich gebotene Chancengleichheit politischer Parteien im Wettbewerb wahrt. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen der parteienzentrierten Betrachtungsweise des Gesetzgebers und einer bürgerzentrierten Perspektive, die die Teilhaberechte der Wähler in den Mittelpunkt stellt.
1.1 Chancengleichheit der Parteienfinanzierung und politischer Wettbewerb
Wettbewerb ist ein zentraler Aspekt der Politik. Die Konkurrenz zwischen verschiedenen Interessen und Überzeugungen bestimmt den politischen Alltag der parlamentarischen Demokratie der Bundesrepublik. Es gibt eine Vielzahl von Akteuren, die sich daran beteiligen. Unternehmen und Verbände versuchen mit Instrumenten der politischen Willensbildung die Politik zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Nicht zuletzt nehmen auch die Bürger als solche am Wettbewerb der verschiedenen politischen Ideen und Überzeugungen teil, indem sie ihre Meinungen in verschiedenen Verbänden, durch die Medien oder durch Wahlentscheidungen zum Ausdruck bringen. Die wichtigsten Träger des politischen Wettbewerbs sind aber die Parteien. Sie nehmen verschiedene gesellschaftliche und politische Strömungen ausgleichend in sich auf und vertreten diese nach außen hin und in Konkurrenz zu anderen Parteien.
Die Konzentration und Vermittlung politischer Positionen ist eine Dienstleistung der Parteien am Bürger. Um diese Aufgabe zu erfüllen, brauchen die Parteien Geld. Ursprünglich finanzierten sie sich vor allem aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Diese Art der Finanzierung ist so alt wie das Parteiprinzip selbst und reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Relativ neu ist demgegenüber die Idee einer staatlichen Teilfinanzierung. Erst seit dem Jahr 1992 hält es etwa das Bundesverfassungsgericht für mit dem Grundgesetz vereinbar, „den Parteien Mittel für die Finanzierung der allgemein ihnen nach dem Grundgesetz obliegenden Tätigkeit zu gewähren“.1
Grundsätzlich können sich Parteien auch durch unternehmerische Tätigkeit finanzieren. Diese Finanzierungsart ist aber im Vergleich zur Finanzierung aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und staatlicher Teilfinanzierung weniger bedeutsam.
Erster Teil: Das Parteienfinanzierungsrecht und der politische Wettbewerb: Einführung in die Bedeutung des Wettbewerbs in der Politik und Definition der zentralen Begriffe der Parteienfinanzierung.
Zweiter Teil: Politische Chancengleichheit und Verfassungsrecht: Theoretische Grundlegung und verfassungsrechtliche Ableitung der politischen Chancengleichheit als Fundament der Analyse.
Dritter Teil: Die politische Chancengleichheit im Parteienwettbewerb: Diskussion der verfassungsrechtlichen Status der Parteien und des Interessenkonflikts bei Entscheidungen "in eigener Sache".
Vierter Teil: Verfassungsrechtliche Voraussetzungen für die Finanzautonomie der Parteien: Untersuchung der Voraussetzungen für die Finanzautonomie und die Rolle des Bundesverfassungsgerichts als Schlichter.
Fünfter Teil: Die Selbstfinanzierung politischer Parteien: Analyse der verfassungsrechtlichen Grundlagen und der Einnahmekategorien wie Mitgliedsbeiträge, Sponsoring und wirtschaftliche Betätigung.
Sechster Teil: Das Parteispendenrecht: Detaillierte Prüfung der Spendenregelungen, Publizitätspflichten und Annahmeverbote auf ihre Vereinbarkeit mit der politischen Chancengleichheit.
Siebter Teil: Die staatliche Teilfinanzierung politischer Parteien: Bewertung der Bedingungen, Bemessung und Obergrenzen der staatlichen Teilfinanzierung für Parteien.
Achter Teil: Bewertung der Chancengleichheit der Parteienfinanzierung: Zusammenfassende Analyse der Regelungsdefizite und Empfehlungen für eine Reform des Parteiengesetzes.
Parteienfinanzierung, Politische Chancengleichheit, Bundesverfassungsgericht, Parteiengesetz, Parteispenden, Demokratieprinzip, Finanzautonomie, Staatsnähe, Transparenzgebot, Mandatsträgerbeiträge, Sponsoring, relative Obergrenze, absolute Obergrenze, Parteienwettbewerb, Wahlkampfkostenrückerstattung.
Die Arbeit analysiert das deutsche Parteienfinanzierungsrecht und untersucht, inwieweit dieses die verfassungsrechtlich verankerte politische Chancengleichheit schützt und fördert.
Die zentralen Themen sind die verfassungsrechtliche Herleitung der Chancengleichheit, die Formen der direkten Parteienfinanzierung (Selbst- und Staatsfinanzierung) sowie das Parteispendenrecht inklusive Transparenzpflichten.
Die Arbeit hinterfragt, ob die geltenden rechtlichen Regelungen der Parteienfinanzierung eine fairen politischen Wettbewerb gewährleisten oder ob bestehende Gesetzeslücken zu Wettbewerbsverzerrungen führen.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die rechtliche Rahmenbedingungen und die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts kritisch auf ihre Auswirkungen auf den Parteienwettbewerb und die Teilhaberechte der Bürger prüft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine verfassungsrechtliche Herleitung, eine Analyse der Selbstfinanzierung (Mitgliedsbeiträge, Sponsoring), eine detaillierte Prüfung des Spendenrechts und eine Bewertung der staatlichen Teilfinanzierung.
Politische Chancengleichheit, Parteienfinanzierung, Parteienwettbewerb, Transparenz, Bundesverfassungsgericht und Finanzautonomie.
Das Gericht wird als Hüter des Parteienwettbewerbs beschrieben, das durch seine Urteile maßgeblich zur Ausgestaltung des Parteienfinanzierungsrechts beiträgt, jedoch in der konsequenten Herleitung der Chancengleichheit als schwankend wahrgenommen wird.
Der Autor bemängelt komplexe Regelungslücken, wie das "Bruttoprinzip", die von Parteien opportunistisch genutzt werden können, um gesetzliche Obergrenzen zu umgehen, was die Chancengleichheit gefährdet.
Er kritisiert diese aufgrund der Gefahr einer "doppelten steuerrechtlichen Begünstigung", die finanzkräftige Akteure privilegiert und somit zu einem Defizit an politischer Chancengleichheit führt.
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