Examensarbeit, 2015
53 Seiten, Note: 2,7
1) Einleitung
2) Allgemeine Verortung des interreligiösen Lernens
2.1) Historische Hintergründe des interreligiösen Lernens in Deutschland
2.2) Theologische Grundlagen des interreligiösen Lernens
2.2.1) Die Würzburger Synode von 1974
2.2.2) Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen (2005)
2.3) Grundzüge des interreligiösen Lernens
2.4) Fünf Schritte interreligiösen Lernens im Religionsunterricht der Sekundarstufe nach Leimgruber
3) Sechs Kompetenzen des interreligiösen Lernens
4) Schulbuchanalyse
4.1) Leben gestalten - Klasse 7
4.1.1) Aufbau des Kapitels
4.1.2) Analyse
4.1.3) Fazit
4.2) Religion vernetzt - Klasse 7
4.2.1) Aufbau des Kapitels
4.2.2) Analyse
4.2.3) Fazit
5) Abschließendes Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die beiden für das bayerische Gymnasium zugelassenen Religionsbücher Leben gestalten 7 und Religion vernetzt 7 das interreligiöse Lernen am Beispiel des Islam fördern und welche Kompetenzbereiche dabei abgedeckt werden.
1) Einleitung
Migrationsbewegungen und die Globalisierung führen in Deutschland seit einigen Jahrzehnten zu einer zunehmenden Pluralisierung der Gesellschaft. In jüngster Zeit wird diese Pluralisierung durch Flüchtlingsströme nach Deutschland noch weiter verstärkt. Damit ein friedliches Zusammenleben verschiedener Kulturen gelingen kann, ist der Frieden zwischen den Religionen eine unabdingbare Grundvoraussetzung, betont Ulrich Kropač, in seinem Aufsatz Karikaturen - Kulturen - Religionen. Er beruft sich dabei auf den Leitspruch des Projekts Weltethos von Hans Küng: „Kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen. Kein Frieden unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen.“ Folglich gewinnt der interreligiöse Dialog und mit ihm das interreligiöse Lernen immer mehr an Bedeutung. Da sich die Pluralität der Gesellschaft auch in der Schülerschaft widerspiegelt, bietet der Kontext Schule einen geeigneten Ort um interreligiöses Lernen zu fördern. Im katholischen Religionsunterricht nimmt das interreligiöse Lernen mittlerweile eine feste Rolle ein. Doch, wie funktioniert interreligiöses Lernen? Welche Fähigkeiten müssen die Schüler im Unterricht erlernen, damit ihnen der interreligiöse Dialog gelingt? Sind die gängigen Schulbücher auf interreligiöses Lernen ausgerichtet? Sind sie ein geeignetes Mittel um die entsprechenden Kompetenzen zu fördern? Diese Fragen sollen in der vorliegenden Arbeit geklärt werden.
1) Einleitung: Diese Einleitung führt in die gesellschaftliche Relevanz des interreligiösen Lernens ein und formuliert die zentrale Fragestellung der Analyse in Bezug auf zwei Schulbuchreihen.
2) Allgemeine Verortung des interreligiösen Lernens: Dieses Kapitel erläutert die historischen und theologischen Voraussetzungen sowie die didaktischen Grundzüge und Schritte des interreligiösen Lernens.
3) Sechs Kompetenzen des interreligiösen Lernens: Hier werden die theoretischen Fähigkeiten definiert, die als Messinstrument für die anschließende Bewertung der Schulbücher dienen.
4) Schulbuchanalyse: Dieses Kapitel nimmt die beiden Schulbücher Leben gestalten 7 und Religion vernetzt 7 detailliert unter die Lupe und prüft, inwieweit sie die sechs definierten Kompetenzen fördern.
5) Abschließendes Fazit: Die Arbeit schließt mit einer vergleichenden Bewertung der beiden Schulbücher und einer Reflektion über die Grenzen des interreligiösen Lernens in der Schule.
Interreligiöses Lernen, Schulbuchanalyse, Islam, Religionsunterricht, Stephan Leimgruber, Didaktik, Interreligiöser Dialog, Kompetenzen, Gymnasium, Christentum, Pluralisierung, Perspektivenwechsel, Religionspädagogik, Lebensgestaltung, Wissensvermittlung.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von zwei ausgewählten Schulbüchern für den katholischen Religionsunterricht an bayerischen Gymnasien, um zu prüfen, wie das Thema Islam im Sinne des interreligiösen Lernens vermittelt wird.
Neben der theoretischen Einordnung des interreligiösen Lernens und der Kompetenzmodelle nach Stephan Leimgruber liegt der Fokus auf der praktischen Umsetzung dieser Ansätze in den Schulbuchkapiteln zur Klasse 7.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, inwiefern die untersuchten Lehrmittel interreligiöse Kompetenzen bei Schülern fördern und ob sie den heutigen Anforderungen an einen dialogorientierten Religionsunterricht gerecht werden.
Die Autorin wendet eine strukturierte Schulbuchanalyse an, bei der die Inhalte einzelner Seiten und Doppelseiten anhand von sechs spezifischen interreligiösen Kompetenzen bewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung und eine detaillierte Analyse der Schulbücher Leben gestalten 7 und Religion vernetzt 7, inklusive der Auswertung von Lehrerkommentaren.
Die zentralen Begriffe sind interreligiöses Lernen, Schulbuchanalyse, Religionsunterricht, Interreligiöser Dialog, Kompetenzförderung und islamische Thematik.
Die Analyse zeigt, dass Religion vernetzt 7 interreligiöse Kompetenzen systematischer und umfassender einbezieht, während Leben gestalten 7 eher den Fokus auf eine klassische Wissensvermittlung legt.
Arbeitsaufträge entscheiden darüber, ob lediglich reines Faktenwissen abgefragt wird oder ob Schüler zu einer reflektierten Auseinandersetzung, zum Perspektivenwechsel und zum Dialog mit muslimischen Mitschülern befähigt werden.
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