Bachelorarbeit, 2014
36 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Theorie
2.1. Die Triade
2.2. Objektive Hermeneutik
2.2.1. Entstehungshintergrund
2.2.2. Theoretische Einordnung
2.2.3. Theoretische und methodische Grundprinzipien
3. Analyse
3.1. Daten- & Situationsbeschreibung
3.2. Auswahl des Verfahrens & Analyseschritte
3.3. Eine objektiv-hermeneutische Interpretation
3.3.1. Feinanalyse des Anfangsinteraktes
3.3.2. Überprüfung der Fallstruktur
3.4. Strukturgeneralisierung
4. Fazit
5. Literatur
Die Arbeit untersucht, ob und wie hierarchische Strukturen innerhalb einer Triade (Dreiergruppe) durch Kommunikation manifestiert und ausgehandelt werden. Dabei dient eine objektiv-hermeneutische Analyse einer Audioaufnahme als empirische Grundlage, um verborgene soziale Ordnungen und Rollenverteilungen aufzudecken.
3.3.1. Feinanalyse des Anfangsinteraktes
Der erste Interakt des hier vorliegenden Datenstücks lautet:
1 E: also da hinten rechts da ist das da wo ikea steht da ist der die [bushaltestelle]
2 N: [da hinten ist noch
3 mehr]
4 D: ja ich weiß wo die bushaltestelle ist
5 E: ok und ähm beim ausgang steht auch wo wann die busse immer fahren dann
6 müsst ihr nicht so lange warten
7 (4.0)
In Zeile 1 wird deutlich, dass es sich um eine Ortsbestimmung und einen öffentlichen Raum handelt, da von Esther angegeben wird, wo eine Bushaltestelle ist. Die Motivation aus dieser Aussage kommt aus der Frage 'Wie erreicht ihr einen gewissen Ort?'. Zusätzlich befindet sich die Bushaltestelle in der Nähe von IKEA. Esther gibt an dieser Stelle ihr Wissen preis. Nicoles Reaktion ist in Zeile 2 ein weiterer Hinweis darauf der lautet: „da hinten ist noch mehr“.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Triade als soziale Einheit ein und erläutert die Forschungsfrage sowie das als Datenstück dienende IKEA-Transkript.
2. Theorie: Hier werden soziologische Konzepte zur Triade und das methodische Vorgehen der Objektiven Hermeneutik fundiert dargelegt.
3. Analyse: Das Kapitel stellt die detaillierte empirische Untersuchung anhand der Feinanalyse und der anschließenden Strukturgeneralisierung der Interaktionen dar.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zur hierarchischen Positionierung innerhalb der Triade zusammen und reflektiert die Reichweite der Methode sowie mögliche Forschungsansätze.
5. Literatur: Das Verzeichnis listet sämtliche für die Arbeit herangezogenen Quellen auf.
Triade, Objektive Hermeneutik, Hierarchie, soziale Interaktion, Fallanalyse, Dreiergruppe, Sequenzanalyse, Rollenverteilung, Wissensasymmetrie, Sozialisation, Kommunikation, Strukturgenese, Gruppendynamik, Familienanalogie, IKEA
Die Bachelor-Thesis untersucht, ob sich innerhalb einer Dreiergruppe (Triade) hierarchische Strukturen feststellen lassen und wie diese durch kommunikative Prozesse ausgehandelt werden.
Zentrale Themen sind die soziologische Theorie der Triade, die methodische Anwendung der Objektiven Hermeneutik sowie die Analyse von Rollenstrukturen in informellen Gruppen.
Ziel ist es zu analysieren, ob und wie soziale Hierarchien innerhalb einer Triade durch Kommunikation manifestiert werden, wobei die Wissensverteilung eine entscheidende Rolle spielt.
Es wird die Methode der Objektiven Hermeneutik angewandt, eine sequenzanalytische Vorgehensweise zur Rekonstruktion objektiver Bedeutungsstrukturen in Texten.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Feinanalyse und Fallrekonstruktion einer Transkriptsequenz, die einen gemeinsamen IKEA-Besuch von drei Personen zeigt.
Wichtige Begriffe sind Triade, Hierarchie, Objektive Hermeneutik, Rollenverteilung, Wissensasymmetrie und soziale Interaktion.
Esther nimmt die Rolle der ortskundigen Mutter ein, die durch ihr Wissen über die Situation einen Erwartungsdruck auf die anderen ausübt und die Leitung übernimmt.
Die Hierarchie innerhalb der Gruppe begründet sich primär durch den jeweiligen Wissensstand über die Situation (IKEA), wobei der "Wissende" die führende Rolle einnimmt.
Die Autorin reflektiert kritisch, dass ihr unbewusster Versuch, das Forschungsinteresse auf den IKEA-Besuch zu lenken, als Teil der Interaktion in die Analyse einfließt.
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