Bachelorarbeit, 2015
71 Seiten
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil
2.1 Die mannigfaltige Verwendung der Stroop-Konzeption
2.2 Testtheoretische Güte des Stroop-Tests
2.3 Beschreibung des originären Stroop-Experiments
2.4 Kausalität des Stroop-Effekts
2.5 Moderatoren
2.6 Forschungshypothese
3. Methodischer Teil
3.1 Stichprobe
3.2 Messinstrumente und Operationalisierung der Hypothesen
3.3 Durchführung
4. Ergebnisse
4.1 Statistische Beschreibung der intendierten Reproduktion
4.2 Statistische Beschreibung der ergänzenden Forschungshypothese
4.3 Auswertung der intendierten Reproduktion
4.4 Auswertung der ergänzenden Forschungshypothese
5. Diskussion
5.1 Diskussion der reproduzierten Thesen
5.2 Diskussion der explorativen Thesen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Replikation des klassischen Stroop-Experiments und erforscht dabei, ob die Fremdsprachenkompetenz eine moderierende Wirkung auf die Exekutivfunktion ausübt. Ziel ist es, neben der Validierung grundlegender Stroop-Resultate, den bisher primär dichotom konzeptualisierten Moderator „Bilingualität“ durch eine graduelle Skalierung zu erweitern und so ein präziseres Verständnis für kognitive Zusammenhänge bei unterschiedlichen Sprachniveaus zu gewinnen.
2.4 Kausalität des Stroop-Effekts
Die Kausalität des Stroop-Effekts wird kontrovers diskutiert (vgl. Dalrymple-Alford & Azkoul, 1972). Längere Bearbeitungszeiten und höhere Fehleranzahl bei inkongruenten Stimuli scheinen durch die Differenzierung in automatische und kontrollierte Prozesse erklärbar (vgl. Posner & Snyder, 1975). Deren Verarbeitung erfolgt auf parallelen, sprachaffinen Pfaden, die miteinander in Konkurrenz um kognitive Ressourcen stehen bzw. unterschiedlich schnelle Verarbeitungsgeschwindigkeit ermöglichen, so dass bei inkongruenten Stimuli die falsche, bzw. schneller prozessierte Antwort priorisiert wird (Fitts & Posner, 1967; Treisman & Fearnley, 1969).
Gegen eine ausschließlich auf Sprache beruhende Kausalität spricht jedoch, dass Interferenz u.A. auch bei manueller Reaktion auftritt (Keele, 1972; Pritchatt, 1968). Postuliert man eine Determiniertheit von Denken und resultierendem Handeln durch Sprache, wäre dies wiederum stringent, da dann auch Handeln durch Sprache determiniert wäre. Roelofs (2014) kommt mittels Eye-Tracker zu dem Schluss, dass Interferenz während der Planung des gesprochenen Wortes entsteht und stützt somit diese These. Dalrymple-Alford und Azkoul (1972) fanden jedoch, dass bei nicht oralen Reaktion die Interferenz durch Training leichter zu minimieren sei und Pritchatt (1968) eine allgemein geringer Ausprägung.
Der Prozess des Wortlesens vollzieht sich nicht volitional, sondern nahezu automatisch, so dass keine Aufmerksamkeit für die Ausführung aufgewendet werden muss. Für die Unterdrückung hingegen bedarf es begrenzter Ressourcen (Herrmann & Grabowski, 1994), da dies ein kontrollierter, intentionaler Prozess ist. Dies zeigt sich in der phasenweisen Überlastung bei der dritten Aufgabe. Irrtümer bei den inkongruenten Stimuli resultieren dann in der Verbalisierung des Schriftbildes, wenn lediglich die Farbe hätte benannt werden sollen und die benötigte Zeit zum Lesen eines relativ kurz gehalten Wortes aus nur einer semantischen Kategorie geringer ist, als die Zeit zur Benennung einer Farbe.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die wissenschaftliche Bedeutung des Stroop-Effekts ein und erläutert dessen Relevanz für die Erforschung der menschlichen Psyche und Wahrnehmung.
2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die vielfältige Verwendung der Stroop-Konzeption, testtheoretische Gütekriterien und den aktuellen Forschungsstand zu Moderatoren und Kausalität.
3. Methodischer Teil: Hier wird das Forschungsdesign beschrieben, inklusive der Stichprobenauswahl, der eingesetzten Messinstrumente zur Operationalisierung der Exekutivfunktion und Sprachkompetenz sowie der praktischen Durchführung.
4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der erhobenen Daten, inklusive der Reproduktion klassischer Stroop-Resultate und der Untersuchung der ergänzenden Forschungshypothesen.
5. Diskussion: Im abschließenden Kapitel werden die Ergebnisse vor dem Hintergrund bestehender Forschung kritisch reflektiert und Möglichkeiten für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen aufgezeigt.
Stroop-Effekt, Exekutivfunktion, Bilingualität, Sprachkompetenz, kognitive Interferenz, kognitive Flexibilität, Inhibition, Sprachverarbeitung, Testvalidität, Reaktionszeit, psychologische Diagnostik, fluide Intelligenz, Sprachentwicklung, Code-Switching, Fehleranalyse.
Die Arbeit untersucht das klassische Stroop-Phänomen und dessen Eignung, kognitive Leistungen unter Berücksichtigung individueller sprachlicher Voraussetzungen, speziell der Fremdsprachenkompetenz, zu messen.
Die Themen umfassen die kognitive Interferenzforschung, die Exekutivfunktion des Gehirns, den Einfluss von Mehrsprachigkeit auf kognitive Prozesse sowie methodische Herausforderungen bei der Durchführung von psychologischen Experimenten.
Das primäre Ziel ist es, zu prüfen, ob die Ausprägung der Exekutivfunktion durch ein quantitatives Maß der Fremdsprachenkompetenz moderiert wird, statt diese lediglich dichotom in "bilingual" oder "monolingual" zu unterteilen.
Es wurde eine quantitative experimentelle Methode angewandt, bei der Probanden verschiedene Versionen des Stroop-Tests absolvierten, deren Ergebnisse statistisch (u.a. via ANOVA und t-Tests) ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Stroop-Konzeption, eine detaillierte Beschreibung der methodischen Durchführung (inkl. Stichprobenbeschreibung) sowie die statistische Auswertung und Diskussion der gewonnenen Ergebnisse.
Die Arbeit ist maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Stroop-Effekt, Exekutivfunktion, Bilingualität, kognitive Flexibilität und Testvalidität.
Der Autor argumentiert, dass eine rein dichotome Einteilung von Bilingualität unzureichend ist. Er führt ein ordinales Skalierungsmodell ein, um unterschiedliche Niveaus und Aneignungsweisen von Fremdsprachen differenzierter zu erfassen.
Die Analyse ergab keinen linearen Zusammenhang zwischen der Ähnlichkeit der involvierten Sprachen (z.B. germanisch vs. slawisch) und dem Interferenzscore, was laut Autor unter anderem an der zu geringen Stichprobengröße pro Sprachkategorie lag.
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