Examensarbeit, 2015
26 Seiten, Note: 2,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Das Standbild – Eine Methode im handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht
3. Planung und Durchführung der Auswertung eines Standbildes zur „Vertrauensfrage“ im Lustspiel „Der zerbrochne Krug“ von Heinrich von Kleist
4. Reflexion der Auswertungsphase zum Standbild
5. Handlungs- und Planungsalternativen für die Auswertung von Standbildern
6. Zusammenfassung und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Reflexion einer im Rahmen des Vorbereitungsdienstes durchgeführten Unterrichtssequenz zur "Vertrauensfrage" in Heinrich von Kleists "Der zerbrochne Krug", wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der kritischen Analyse der Schwierigkeiten liegt, die bei der Auswertung der eingesetzten Standbildmethode auftraten. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie die Auswertung von Standbildern zukünftig kompetenzfördernder gestaltet werden kann, um eine klare Trennung zwischen der bildlichen Darstellung und der vorangegangenen Textinterpretation zu gewährleisten und so einen tieferen Erkenntnisgewinn bei den Lernenden zu erzielen.
2. Das Standbild – Eine Methode im handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht
Ein handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht verfolgt das Ziel, die Sinnlichkeit, die Gefühle, die Phantasie sowie den Tätigkeitsdrang von Lernenden anzusprechen. Hierdurch soll den bestehenden Frustrationen vieler Schüler aufgrund der jahrelang praktizierten traditionellen analytischen Vorgehensweise entgegengewirkt und die Lesemotivation gefördert werden. Ausgangspunkt sind die Erkenntnisse der Rezeptionsästhetik, die gezeigt haben, dass sich die Bedeutung eines literarischen Textes erst durch Interaktion von Text und Leser generiert. Das zugrundeliegende Unterrichtsprinzip ist demnach die Handlungsorientierung. Hierbei steht neben der Selbsttätigkeit der Schüler ein ganzheitliches Tun im Fokus, welches kognitive, sinnliche und affektive Zugänge miteinander verbindet. Die Standbildmethode erfüllt diese Anforderungen dabei im besonderen Maße, wie nachfolgend aufgezeigt werden soll.
Das Bauen von Standbildern ist ein Verfahren der szenischen Interpretation, bei denen in vorgestellten Situationen („Inszenierungen“) gehandelt wird, um sich diese selbst und anderen bewusst machen zu können. Standbilder dienen hierbei der „bildlichen Darstellung von Situationen, Personen, Konstellationen, Beziehungsstrukturen oder Begriffen“. Ausgehend von der Textvorlage gilt es die Vorstellungen von den im Text benannten und entworfenen Räumen, Figuren, Situationen und Beziehungen auszuarbeiten und diese mit Hilfe von Nähe und Distanz, Mimik, Gestik und Haltung in ein konkretes Standbild umzusetzen. Nach Scheller (1996), einem wichtigen Vertreter der szenischen Interpretationsverfahren, werden literarische Texte erst durch diese Umsetzung der eigenen Vorstellung in sinnlich konkrete Szenen verständlich.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Unterrichtssituation ein, benennt die Problemstellung bei der Auswertung des Standbildes und erläutert das methodische Vorgehen der Reflexion anhand des Korthagen-Zyklus.
2. Das Standbild – Eine Methode im handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht: Dieses Kapitel verortet das Standbild als szenisches Interpretationsverfahren, welches kognitive, sinnliche und affektive Zugänge verbindet und die Handlungs- und Produktionsorientierung im Literaturunterricht unterstützt.
3. Planung und Durchführung der Auswertung eines Standbildes zur „Vertrauensfrage“ im Lustspiel „Der zerbrochne Krug“ von Heinrich von Kleist: Hier werden die Rahmenbedingungen, die Lernarrangements sowie die konkrete Planung und der Verlauf der Unterrichtssequenz und des Auswertungsgesprächs detailliert dargestellt.
4. Reflexion der Auswertungsphase zum Standbild: Dieses Kapitel analysiert die aufgetretenen Schwierigkeiten, insbesondere die Unfähigkeit der Schüler, strikt zwischen der Beschreibung und Deutung des Standbildes und ihrer eigenen Textinterpretation zu trennen.
5. Handlungs- und Planungsalternativen für die Auswertung von Standbildern: Auf Basis der Reflexion werden konkrete didaktische Lösungsansätze wie Phasentrennung, Visualisierung und veränderte Aufgabenstellungen entwickelt, um die Auswertung zukünftig erfolgreicher zu gestalten.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Diese Zusammenfassung resümiert die Vorteile der Standbildmethode für die Lernmotivation und die Notwendigkeit der Lehrererfahrung bei der Gesprächsführung zur Sicherung eines vertieften Textverständnisses.
Standbildmethode, Szenische Interpretation, Literaturunterricht, Vertrauensfrage, Der zerbrochne Krug, Heinrich von Kleist, Handlungs- und Produktionsorientierung, Auswertungsgespräch, Reflexion, Methodenkompetenz, Bildbeschreibung, Textinterpretation, Lernmotivation, Lehrerrolle, Unterrichtsentwicklung
Die Arbeit reflektiert eine Unterrichtssequenz an einem Wirtschaftsgymnasium, in der die Methode des Standbildbaus zur Analyse des Vertrauensverhältnisses in Heinrich von Kleists Lustspiel "Der zerbrochne Krug" eingesetzt wurde, und untersucht die dabei aufgetretenen Auswertungsprobleme.
Die Arbeit behandelt die Theorie der szenischen Interpretation, die didaktische Planung handlungsorientierter Lernarrangements sowie die Reflexion und Optimierung von Auswertungsprozessen im Literaturunterricht.
Ziel ist es, die Gründe für das Nichterreichen der Lernziele während der Auswertungsphase zu identifizieren, um auf dieser Basis fundierte Planungs- und Handlungsalternativen für zukünftige Standbild-Auswertungen zu entwickeln.
Die Reflexion orientiert sich an dem Reflexionszyklus für die Nachtbereitung von Unterricht nach Korthagen, um systematisch die Problemsituationen zu analysieren und alternative Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Standbildmethode dargelegt, gefolgt von der Planung und Durchführung der Unterrichtssequenz. Daran schließt sich eine tiefgehende Reflexion der Auswertungsphase an, in der die Schwierigkeiten bei der Trennung von Bildbeschreibung und Textinterpretation untersucht werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Standbildmethode, Szenische Interpretation, Handlungs- und Produktionsorientierung, Reflexion, Unterrichtsentwicklung sowie die didaktische Analyse von Heinrich von Kleists Werk "Der zerbrochne Krug" charakterisieren.
Laut Reflexion hatten sich die Lernenden bereits intensiv mit den Textstellen befasst, wodurch sie geneigt waren, ihre vorgefertigten Textinterpretationen auf das Standbild zu projizieren, statt das visuell Dargestellte (Mimik, Haltung, etc.) primär als Ausgangspunkt für die Analyse zu nutzen.
Die Autorin reflektiert, dass eine konsequente Moderation durch die Lehrkraft, eine Visualisierung des Gesprächsablaufs und der Einsatz von Anschlusstechniken (wie z.B. das "Hilfs-Ich" oder gezielte Impulsfragen) die Trennung der Auswertungsphasen unterstützt und die Lernenden zur fokussierten Arbeit am Standbild angeleitet hätten.
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