Diplomarbeit, 2011
71 Seiten, Note: 2,5
1. Aufbau der Arbeit
2. Begriffsbestimmung
3. Stand der Forschung
4. Vorstellung des MRVZN Moringen
4.1 Gesetzliche Grundlagen
4.2 Das Therapiekonzept
4.3 Das Sicherheitskonzept
4.3 Wohnkonzepte des MRVZN Moringen
4.3.1 Aufnahme- und Kriseninterventionsstationen
4.3.2 Geschlossene und offene Bereiche
4.3.3 Wohngruppen
4.4 Repräsentative Krankheitsbilder
4.4.1 Schizophrenie
4.4.2 Persönlichkeitsstörungen
5. Situation im MRVZN Moringen
5.1 Methodik und Vorgehensweise der Datenerhebung
5.2 Darstellungen der Ergebnisse
5.2.1 Prävalenz von Patientenübergriffen
5.2.2 Unterschiede nach Diagnosen
5.2.3 Unterschiede nach Stationen und Unterbringungsmodus
5.2.4 Vorboten von Übergriffen
5.3 Auswertung und Interpretationen der Ergebnisse
6. Ursachen von Patientenübergriffen
6.1 Ausgehend vom Krankheitsbild
6.2 In der Institution begründet
6.3 Resultierend aus Umgebungsfaktoren
6.4 In der Interaktion mit den Mitarbeitern begründet
7. Präventionsansätze
7.1 Möglichkeiten von Mitarbeiterschulung
7.2 Das Deeskalationstraining
7.3 Die professionelle Beziehungsarbeit
7.4 Die Rolle der Institution
7.5 Rückzugsmöglichkeiten für Patienten
7.6 Das Konzept der „offenen Psychiatrie“
8. Konzept zur Nachsorge für Opfer von Patientenübergriffen
8.1 Die Zielsetzung
8.2 Aufgaben der Ersten-Hilfe
8.3 Die Zusammensetzung des Betreuungsteams
8.4 Aufgaben des Betreuungsteams
9. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, erstmals statistische Daten zu Patientenübergriffen auf Mitarbeiter in einem großen forensischen Zentrum (MRVZN Moringen) zu erfassen und auszuwerten. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen Patientenmerkmalen, institutionellen Gegebenheiten und dem Übergriffsgeschehen zu identifizieren, um fundierte Präventionsstrategien und ein Nachsorgekonzept für betroffene Mitarbeiter abzuleiten.
6.4. In der Interaktion mit den Mitarbeitern begründet
Aus den Untersuchungen der Allgemeinpsychiatrie lässt sich entnehmen, dass häufiger jüngere unerfahren Mitarbeiter Opfer von Übergriffen werden. (vgl. Keller 1999:20); (vgl. Richter, Berger 2001:243) Wobei kritisch angemerkt wird, dass ältere, erfahrene Pflegekräfte oft in der Position der Stationsleitung sind und somit eher patientenfern arbeiten. Das Risiko steigt proportional zur Nähe zum Patienten, daher sind fast ausschließlich Pflegekräfte betroffen. (vgl. Richter, Berger 2001:243f).
Eine häufige Ursache für Aggressionen liegt in der Interaktion der Mitarbeiter und den Patienten. Von Seiten der Mitarbeiter geht es um Kommunikationsfähigkeiten (d.h. der Fähigkeit mit Worten deeskalierend auf den Patienten einzuwirken und Missverständnisse durch klare Ausdrucksweisen vorzubeugen) (vgl. Abderhalden et al 2005:241f), das Wissen über Ursachen von Aggression sowie das Erlernen deeskalierender Verhaltensweisen. (vgl. Schank 2008:156ff) Je mehr Erfahrung ein Mitarbeiter hat, umso leichter wird es ihm fallen Situationen richtig einzuschätzen und angemessen zu reagieren.
Allerdings spielt auch die emotionale Verfassung eine große Rolle. Unzufriedenes Personal reagiert wohlmöglich unprofessionell auf Störungen der Patienten, wodurch ebenfalls Übergriffe entstehen können.
Auch mangelnde Selbstpflege (Psychohygiene) löst bei den Mitarbeitern auf Dauer Gereiztheit und Aggression aus. Teamkonflikte tragen das Übrige dazu bei. (vgl. ebenda:156ff)
In der forensischen Psychiatrie haben Pflegekräfte es mit besonderen Belastungen zu tun. Hier seien besonders das Delikt der Patienten, die Gefahr eines Übergriffs oder evtl. schon erlebte Ereignisse sowie mögliche Schuldgefühle nach einem Vorfall genannt. (vgl. Heltzel 2007:12)
1. Aufbau der Arbeit: Diese Einleitung erläutert die Relevanz des Themas in forensischen Einrichtungen und beschreibt den methodischen Aufbau der Untersuchung im MRVZN Moringen.
2. Begriffsbestimmung: Hier werden Gewalt und Aggression im forensischen Kontext definiert und voneinander abgegrenzt, um eine einheitliche Grundlage für die Analyse zu schaffen.
3. Stand der Forschung: Das Kapitel trägt aktuelle Erkenntnisse aus der Literatur zusammen und prüft diese auf ihre Übertragbarkeit in den forensischen Bereich.
4. Vorstellung des MRVZN Moringen: Diese Sektion bietet einen Überblick über die gesetzlichen Rahmenbedingungen, das Sicherheits- und Therapiekonzept sowie die räumliche und strukturelle Gestaltung der Klinik.
5. Situation im MRVZN Moringen: Hier werden statistische Daten über Patientenübergriffe der Jahre 2002 bis 2007 erhoben, analysiert und hinsichtlich Prävalenz, Diagnosegruppen und Stationsmerkmalen ausgewertet.
6. Ursachen von Patientenübergriffen: Das Kapitel diskutiert die multifaktoriellen Ursachen für Übergriffe, ausgehend von krankheitsbildspezifischen Faktoren bis hin zu institutionellen und interaktionsbedingten Aspekten.
7. Präventionsansätze: Hier werden Strategien zur Gewaltprävention, wie Mitarbeiterschulungen, Deeskalationstraining und eine professionelle Beziehungsgestaltung, auf ihr Optimierungspotenzial für das MRVZN untersucht.
8. Konzept zur Nachsorge für Opfer von Patientenübergriffen: Dieses Kapitel entwirft ein Konzept zur zielgerichteten Unterstützung betroffener Mitarbeiter durch Erste-Hilfe-Maßnahmen und die Einrichtung multiprofessioneller Betreuungsteams.
9. Zusammenfassung und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die zentralen Forschungsergebnisse zusammen und bewertet die aktuelle Situation des MRVZN Moringen anhand der erarbeiteten Qualitätsmerkmale.
Forensische Psychiatrie, Patientenübergriffe, Gewaltprävention, MRVZN Moringen, Schizophrenie, Persönlichkeitsstörungen, Aggressionsmanagement, Deeskalationstraining, Opfernachsorge, Arbeitssicherheit, Pflegepersonal, Mitarbeiterbelastung, stationäres Setting, Maßregelvollzug, Patientenbeziehung.
Die Arbeit untersucht das Problem von Patientenübergriffen auf Mitarbeiter innerhalb des Maßregelvollzugszentrums (MRVZN) Moringen, um Ursachen zu identifizieren und Präventions- sowie Nachsorgemöglichkeiten zu entwickeln.
Die Schwerpunkte liegen auf der statistischen Auswertung von Übergriffen, der Rolle der institutionellen Umgebung, dem Einfluss spezifischer Krankheitsbilder auf das Aggressionspotenzial und der psychologischen Unterstützung für betroffene Mitarbeiter.
Das Hauptziel besteht darin, Daten zur Prävalenz von Übergriffen zu sammeln, mögliche Vorboten für aggressives Verhalten zu analysieren und konkrete Ansätze zur Gewaltprävention und Opfernachsorge für die forensische Praxis abzuleiten.
Es erfolgt eine Kombination aus einer Dokumentenanalyse vorhandener „Besonderer Vorkommnisse“ der Jahre 2002-2007 (N=98 Fälle) sowie eine Literaturrecherche, um die erhobenen Daten in den Kontext wissenschaftlicher Erkenntnisse der forensischen Psychiatrie zu setzen.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Vorstellung der Institution, die Auswertung von Patientendaten (Diagnosen, Stationen), die Diskussion der Ursachen von Aggressionen (krankheitsbedingt, institutionell, interaktionsbedingt) und die Präsentation von Präventions- und Nachsorgekonzepten.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Forensische Psychiatrie, Gewaltprävention, Aggressionsmanagement, Patientenübergriffe, Opfernachsorge und Maßregelvollzug beschreiben.
Sie dienen als zentrale Datenbasis der Untersuchung. Durch ihre retrospektive Auswertung konnte die Autorin Häufigkeiten, typische Betroffenengruppen und zeitliche Muster der Übergriffe im MRVZN Moringen bestimmen.
Die Autorin argumentiert, dass die Fürsorge für Opfer ein Qualitätsmerkmal psychiatrischer Kliniken ist. Da Mitarbeiter ein Berufsrisiko eingehen, ist eine professionelle Nachsorge notwendig, um Traumatisierungen zu minimieren und die psychische Gesundheit des Personals als wichtige Ressource zu erhalten.
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